Die Spanische Flagge – wärmeliebender Wanderfalter

Profitiert vom Klimawandel

Durch den Klimawandel breiten sich wärmeliebende Schmetterlingsarten immer weiter in den Norden aus, darunter auch die Spanische Flagge (Euplagia quadripunctaria). Die zur Familie der Bärenfalter gehörende Art verbreitet sich besonders schnell und wurde zum Schmetterling des Jahres 2025 gewählt. Im Flug ist die Spanische Flagge leicht mit dem Schönbär und Blutbär verwechselbar, die eine ähnlich bunte Färbung besitzen. Die Schmetterlingsart ist auch unter dem Namen Russischer Bär bekannt. Obwohl sie auf der roten Liste zu finden ist, zählt sie als nicht gefährdet und ist eine weit verbreitete Art in Mittel- und Südeuropa. Auf die rote Liste sollte eigentlich nur eine Unterart, die auf Rhodos vorkommt, aufgenommen werden, stattdessen wurde ausversehen die gesamte Art als gefährdet eingestuft. Schutzmaßnahmen sind bisher aber nicht notwendig.

Spanische Flagge im Flug  (Herwig Winter)

Nachtfalter auch bei Tag unterwegs

Obwohl es sich bei ihr um einen Nachtfalter handelt, fliegt die Spanische Flagge während ihrer Hauptflugzeit von Mitte Juli bis Ende August, manchmal noch bis September, auch tagsüber und zählt zu den Wanderfaltern. Sie führt zur Übersommerung eine durchgehende Wanderung aus und legt dabei kilometerlange Strecken hinter sich. Erst zur Fortpflanzung Ende August kehrt sie von ihrer Reise in ihr Ursprungsgebiet, der Ort an dem sie geschlüpft ist, zurück.

Auffällige Flügelfärbung

Erkennen kann man die Spanische Flagge besonders gut an dem weiß-gelblichen Streifenmuster auf ihren schwarzen Flügeln. Beim Öffnen der oberen Flügel kommen die grell orangeroten unteren Flügel zum Vorschein – eine Warnfarbe, die Fressfeinde abschrecken soll. Diese Flügelfärbung gibt dem Falter auch seinen Namen: Auf der Unterseite erinnern die gelbe und rote Farbe an die spanische Nationalflagge. Ihre Flügelspannweite kann bis zu 5 cm erreichen.

Winterschlaf als bärenähnliche Raupe

Die Raupen der spanischen Flagge schlüpfen im September und sind besonders an ihrem schwarzen und dichten Pelz – von dem sich der Name Russischer Bär ableitet – und ihrer auffälligen gelb-orangenen Rückenlinie zu erkennen. Die Überwinterung findet als Raupe statt. Die Raupe ernährt sich von verschiedenen Kräutern, wie Brennnessel, Taubnessel und Weidenröschen und teilweise Sträuchern. Nach der Überwinterung frisst sie nur noch Sträucher, wie Haselnuss-, Brombeer- und Himbeersträucher. Ende Mai bis Anfang Juni verpuppt sich die Raupe und verbringt 4-6 Wochen in einem Kokon an der Erdoberfläche.

Lebensraum und Nahrung

Der bevorzugte Lebensraum des Schmetterlings sind strukturreiche Landschaften mit Hecken, Waldrändern und Blumenwiesen, aber auch naturnahe Gärten bieten gute Lebensbedingungen. Bei Hitze findet man die Spanische Flagge im Hochsommer oft in schattigen und feuchten Gebieten. Als Mahlzeit favorisiert sie den Nektar des Wasserdosts, doch auch andere Blüten dienen ihr als Nahrung. Leider nehmen durch intensive Landwirtschaft und Flächenverbrauch die Lebensmöglichkeiten immer mehr ab, da die Spanische Flagge in sehr verschiedenen Lebensräumen überleben kann, ist sie bisher aber nicht gefährdet.

Vorkommen

Die spanische Flagge kommt in ganz Süd- und Mitteleuropa, bis ins Baltikum und Russland sowie nach Vorderasien vor. Der Falter profitiert von der Klimaerwärmung und breitet sich rasch weiter nach Norden aus. Die einst durch die Mitte Deutschlands verlaufende Grenze ihrer Verbreitung hat sie schon längst überschritten und reicht mittlerweile bis zum südlichen Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen. In Hessen kommt die Spanische Flagge vor allem nordöstlich und in höherer Lage vor. Zu den besiedelten Gebieten zählen Odenwald, Bergstraße, Oberrheinebene, Untermainebene, Taunus, Lahntal und Mittelrheintal.

Schmetterling des Jahres 2025: Die Spanische Flagge

Schmetterling des Jahres 2025 ist die Spanische Flagge (Euplagia quadripunctaria). Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die BUND NRW Naturschutzstiftung haben den Nachtfalter gemeinsam gewählt.

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(Grafik: Titelbild BUNDmagazin 1/2010: Uli Staiger/die lichtgestalten; Aras: Andy & Gill Swash (WorldWildlifeImages.com), Krabben: IUCN/Gabriel Davila, Wildkatze: Thomas Stephan)

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