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BUND Landesverband
Hessen e.V.

Der Eichelhäher (Garrulus glandarius) hat bei deutlich kürzerem Schwanz in etwa die Körpergröße einer Elster und gehört wie sie zu den Rabenvögeln. Bei der Gefiederfarbe, die bei Männchen und Weibchen gleich ist, überwiegt ein Beigeton mit einem Anflug von rot an den Halsseiten und im Nacken. Vor allem im Flug fallen der weiße Bürzel sowie weiße Flügelfelder auf, die sich von den schwarzen Flug- und Schwanzfedern abheben. Der Scheitel ist hellbeige mit schwarzer Strichelung und schwarz ist auch der Bartstreif vor der weißen Kehle. Sein Markenzeichen aber sind die Außenfahnen der Flügeldeckfedern, die auf leuchtend himmelblauem Grund eine schwarze Querbänderung aufweisen. Ein Wanderer, der in der Mauserzeit eine solche Feder findet, schmückt damit gerne seinen Hut.

Eichelhäher mit Eichel (Foto: Herwig Winter) Eichelhäher mit Eichel (Foto: Herwig Winter)

Wichtiger Samenverbreiter, aber auch Nesträuber

Schon der Name macht es deutlich: Der Eichelhäher hat hauptsächlich Eicheln auf seinem Speiseplan. Doch auch Bucheckern, Hasel- und Walnüsse oder Esskastanien verschmäht er keineswegs. Im Herbst sieht man ihn häufig mit einem dieser Baumsamen im Schnabel nach geeigneten Verstecken im Boden suchen. Denn er legt wie Eichhörnchen Nahrungsvorräte für den Winter an. Da er die meisten seiner Verstecke unter der Schneedecke gar nicht mehr wiederfindet, sorgt er so für die Verbreitung der Baumkinder, was dem Förster jede Menge Arbeit abnimmt.
Weniger beliebt macht sich der Eichelhäher, wenn er im Frühling und Sommer Vogelnester ausraubt, um damit sich selbst und seine Jungen zu versorgen. Doch vorwiegend ernährt er sich und seine Jungen in dieser Zeit mit erbeuteten Großinsekten wie Heuschrecken und Käfern sowie deren Larven ebenso wie den Raupen von Schmetterlingen. Kleinsäuger und Reptilien stehen auch auf seiner Speisekarte, wohingegen er Amphibien offenbar meidet. Aas aber verschmäht er nicht. 

Wenig musikalischer Singvogel

Obwohl zu den Singvögeln zählend, sind seine stimmlichen Äußerungen eher krächzender Natur. Den lauten und permanent vorgetragenen, typisch rätschenden Alarmruf kennt jeder Waldbesucher. Aber auch jeder ist wohl mehr als einmal schon auf die aus nächster Nähe erklingenden Bussardrufe hereingefallen, deren Urheber der unsichtbar bleibende Häher gewesen ist. Der wissenschaftliche Name „Garrulus” bedeutet auf deutsch so viel wie „Schwätzer” und bezieht sich auf den eher leise krächzend vorgetragenen Reviergesang, bei dem auch Geräusche und Stimmen anderer Vögel nachgeahmt werden. 

Eichelhäher auf Ast (Foto: Herwig Winter) Eichelhäher auf Ast (Foto: Herwig Winter)

Ein waschechter Waldschrat

Der Eichelhäher ist ein Waldbewohner, der strukturreiche Laubmischwälder bevorzugt. Doch auch in Parks oder im Wohnsiedlungsbereich mit dichten Sträuchern und alten Bäumen ist er gerne zuhause. Sein Nest baut er gut versteckt in den Wipfeln von Sträuchern. Erst wenn das Laub dicht genug ist, beginnt er mit der Eiablage meist in der zweiten Aprilhälfte. In der Regel sind es vier bis sieben Eier, die etwa zweieinhalb Wochen bebrütet werden. Die Jungenaufzucht dauert dann noch einmal rund drei Wochen. Der Eichelhäher macht nur eine Brut pro Saison. Er kommt in ganz Europa vor. In Süd- und Mitteleuropa ist er überwiegend Standvogel, ansonsten ist er Teilzieher, weist aber durchaus schon Anzeichen von Zugvogelverhalten nach Süden auf.  

Trotz vieler Feinde nicht gefährdet

Selbst Nesträuber, wird der Eichelhäher auch immer wieder zum Opfer anderer, die sich in diesem Metier betätigen. Elstern, Krähen, Marder und Waschbären vergreifen sich gerne an seinem Gelege oder an den im Nest befindlichen Jungvögeln. Den erwachsenen Hähern stellen vor allem Habicht und Wanderfalke nach, doch sind sie eher bei den gerade flügge gewordenen und noch unerfahrenen Jungen erfolgreich. Denn die erwachsenen Eichelhäher sind ausgesprochen intelligent, vorsichtig und dank ihres ausgeprägten Warnverhaltens gut geschützt. Der Eichelhäher gilt in seinem Bestand als nicht gefährdet. 

Mehr Artenportraits?

Herwig Winter freut sich über Rückmeldung: Falls Sie sich ein Portrait zu einer speziellen Tier- oder Pflanzenart wünschen, können Sie das Herwig Winter gerne mitteilen. Vielleicht ein Tier mit Q? – Sie erreichen ihn unter herwig.winter(at)bund.net.  

Bildverwendung

Die Fotografien von Herwig Winter dürfen unter Angabe von „(Foto: Herwig Winter)“ zu nicht‑kommerziellen Zwecken verwendet – allerdings nicht auf anderen Internetseiten veröffentlicht werden. Andere Verwendungszwecke müssen mit Herwig Winter abgesprochen werden. 

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(Grafik: Titelbild BUNDmagazin 1/2010: Uli Staiger/die lichtgestalten; Aras: Andy & Gill Swash (WorldWildlifeImages.com), Krabben: IUCN/Gabriel Davila, Wildkatze: Thomas Stephan)

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