Biber im Wasser.

Biber in Hessen – Motor der Artenvielfalt

Der Biber ist seit den 1980ern zurück in Hessen. Das ist nicht nur ein Erfolg für den Naturschutz, sondern vor allem ein Gewinn für unsere heimischen Flüsse, Auen und die gesamte Natur.

Ein Biberjunges sitzt am Rand eines Gewässers Biberbaby am Wasser  (Foto: Berit Arendt)

Der Biber ist ein wichtiger Bestandteil unserer heimischen Fauna. Dank erfolgreicher Wiederansiedlungsmaßnahmen im Spessart in den 1980er Jahren und seiner gelungenen Ausbreitung ist er heute bis auf den Westen wieder nahezu flächendeckend in Hessen anzutreffen – eine echte Erfolgsgeschichte des Naturschutzes. Als sogenannter „Ökosystemingenieur“ erbringt der Biber dabei wertvolle Leistungen für unsere Landschaften und Gewässer.

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Der Biber schafft Hotspots der Artenvielfalt

Ein Schwarzstorch und Graureiher starten in einen Flug von einem Biberdamm Schwarzstorch und Graureiher am Biberdamm  (Foto: Berit Arendt)

Dämme und angestaute Gewässer gehören zum Markenzeichen des Bibers. Damit gestaltet er aktiv seine Umwelt. Er verlangsamt die Fließgeschwindigkeit von Bächen und Flüssen, weitet Uferbereiche auf und lässt neue Feuchtgebiete entstehen. So trägt er maßgeblich zur Renaturierung von Gewässern bei. Dadurch entsteht ein vielfältiges Mosaik aus unterschiedlichen Lebensräumen, z. B.:

  • Kleingewässer und Tümpel
  • Totholzstrukturen
  • Feuchtgrünland
  • offene Bodenstellen und Uferbereiche

Diese abwechslungsreichen Strukturen bieten ideale Bedingungen für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Der Biber schafft damit nicht nur für sich selbst einen Lebensraum, sondern auch für viele andere:

  • Insekten wie Libellen und Köcherfliegen
  • Vogelarten der Feuchtgebiete, vom Zwergtaucher bis zum Schwarzstorch
  • Amphibien, Reptilien und zahlreiche Fischarten
  • Säugetiere wie Fischotter oder Fledermäuse

Biber im Portät

Warum fällen Biber eigentlich Holz? Und wohnt der Biber im Damm oder in einer Burg? Antworten gibt's in unserem Artenpoträt zum Biber.

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Biber im Wasser. Biber im Wasser.  (Foto: Elena / AdobeStock)

Partner im Klimaschutz

Sichtbar ist eine grüne Waldfläche mit einem Gewässer aus der Vogelperspektive, also das Ergebnis, wenn der Biber seine Umgebung aktiv und frei gestaltet  Wasserrückhalt in der Landschaft: Ein Ergebnis, wenn der Biber seine Umgebung aktiv und frei gestaltet  (Foto: Berit Arendt)

Durch seine Aktivitäten wirkt der Biber auch den negativen Folgen des Klimawandels entgegen. Mit seiner Bautätigkeit

  • erhöht er den Wasserrückhalt in der Landschaft und dämpft Hochwasserspitzen,
  • fördert er die Bildung natürlicher Kohlenstoffspeicher, da sich organische Substanz und Sedimente in den aufgestauten Bereichen ablagern,
  • unterstützt er die Neubildung von Grundwasser.
In Heusenstamm hat der Biber einen Lebensraum für zahlreiche wasserliebende Tiere geschaffen. In Heusenstamm hat der Biber einen Lebensraum für zahlreiche wasserliebende Tiere geschaffen.  (Foto: Lynn Anders / BUND Hessen)

Zusammenleben von Mensch und Biber

Dammdrainage zur Regulierung des Wasserstandes Um Konflikte mit dem Biber vorzubeugen, werden u.a. Dammdrainagen zur Regulierung des Wasserstandes eingesetzt.  (Foto: Berit Arendt)

Trotz seiner zahlreichen ökologischen Leistungen kann es in Einzelfällen zu Konflikten mit dem Biber kommen – insbesondere im Bereich öffentlicher Infrastruktur, wie Klär- und Trinkwasseranlagen, und Wegen sowie in der Landnutzung. Zur Lösung solcher Konflikte gibt es in Hessen ein behördliches Bibermanagement, das auf Grundlage eines Biber-Managementplans geeignete Maßnahmen koordiniert und umsetzt. Zu diesem Zweck ist bei jeder oberen Naturschutzbehörde eine zentrale Bibermanagerin bzw. ein zentraler Bibermanager eingesetzt.

Ein Drahtzaun ist als Schutz vor dem Biber um einen Baum geführt Angenagte Bäume vorbeugen? Eine Maßnahme ist die Einzäunungen von Bäumen  (Foto: Berit Arendt)

Ein grundlegender Ansatz ist dabei das präventive Handeln, um Konfliktlagen zu vermeiden. Zu den möglichen Präventionsmaßnahmen zählen unter anderem der Einbau von Drainagerohren oder Umgehungsgerinnen, um den Wasserstand in der Nähe von Biberdämmen zu regulieren. Auch das Versetzen von Dämmen kann in Betracht gezogen werden. Ebenso können Einzäunungen oder sogenannte Drahthosen eingesetzt werden, um einzelne Bäume vor Verbiss durch den Biber zu schützen.

Konflikte in der Landnutzung, die mit dem Biber in Zusammenhang stehen, konzentrieren sich nahezu vollständig auf die unmittelbare Gewässernähe. Diese ließen sich wirksam durch die Etablierung von Uferrandstreifen entschärfen. Daher ist die Festlegung eines beidseitigen Uferrandstreifens von mindestens 10 Metern oder mehr entlang von Fließgewässern erforderlich. Dieser Streifen sollte sich natürlich entwickeln können und vollständig von jeglicher Nutzung freigehalten werden.

Einfacher gegen Biber vorgehen?

Obwohl bereits ein funktionierendes Bibermanagement besteht, will die hessische Landesegierung es einfacher machen, Maßnahmen gegen den Biber vorzunehmen, d.h. ihn zu vergrämen oder sogar zu entnehmen. 

Wir kritisieren diesen Verordnungsentwurf aus mehreren Gründen, u.a. widerspricht sie aus unserer Sicht dem strengen Schutzstatus des Bibers. 

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