Der Biber schafft Hotspots der Artenvielfalt
Schwarzstorch und Graureiher am Biberdamm
(Foto: Berit Arendt)
Dämme und angestaute Gewässer gehören zum Markenzeichen des Bibers. Damit gestaltet er aktiv seine Umwelt. Er verlangsamt die Fließgeschwindigkeit von Bächen und Flüssen, weitet Uferbereiche auf und lässt neue Feuchtgebiete entstehen. So trägt er maßgeblich zur Renaturierung von Gewässern bei. Dadurch entsteht ein vielfältiges Mosaik aus unterschiedlichen Lebensräumen, z. B.:
- Kleingewässer und Tümpel
- Totholzstrukturen
- Feuchtgrünland
- offene Bodenstellen und Uferbereiche
Diese abwechslungsreichen Strukturen bieten ideale Bedingungen für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Der Biber schafft damit nicht nur für sich selbst einen Lebensraum, sondern auch für viele andere:
- Insekten wie Libellen und Köcherfliegen
- Vogelarten der Feuchtgebiete, vom Zwergtaucher bis zum Schwarzstorch
- Amphibien, Reptilien und zahlreiche Fischarten
- Säugetiere wie Fischotter oder Fledermäuse
Partner im Klimaschutz
Durch seine Aktivitäten wirkt der Biber auch den negativen Folgen des Klimawandels entgegen. Mit seiner Bautätigkeit
- erhöht er den Wasserrückhalt in der Landschaft und dämpft Hochwasserspitzen,
- fördert er die Bildung natürlicher Kohlenstoffspeicher, da sich organische Substanz und Sedimente in den aufgestauten Bereichen ablagern,
- unterstützt er die Neubildung von Grundwasser.
Zusammenleben von Mensch und Biber
Um Konflikte mit dem Biber vorzubeugen, werden u.a. Dammdrainagen zur Regulierung des Wasserstandes eingesetzt.
(Foto: Berit Arendt)
Trotz seiner zahlreichen ökologischen Leistungen kann es in Einzelfällen zu Konflikten mit dem Biber kommen – insbesondere im Bereich öffentlicher Infrastruktur, wie Klär- und Trinkwasseranlagen, und Wegen sowie in der Landnutzung. Zur Lösung solcher Konflikte gibt es in Hessen ein behördliches Bibermanagement, das auf Grundlage eines Biber-Managementplans geeignete Maßnahmen koordiniert und umsetzt. Zu diesem Zweck ist bei jeder oberen Naturschutzbehörde eine zentrale Bibermanagerin bzw. ein zentraler Bibermanager eingesetzt.
Angenagte Bäume vorbeugen? Eine Maßnahme ist die Einzäunungen von Bäumen
(Foto: Berit Arendt)
Ein grundlegender Ansatz ist dabei das präventive Handeln, um Konfliktlagen zu vermeiden. Zu den möglichen Präventionsmaßnahmen zählen unter anderem der Einbau von Drainagerohren oder Umgehungsgerinnen, um den Wasserstand in der Nähe von Biberdämmen zu regulieren. Auch das Versetzen von Dämmen kann in Betracht gezogen werden. Ebenso können Einzäunungen oder sogenannte Drahthosen eingesetzt werden, um einzelne Bäume vor Verbiss durch den Biber zu schützen.
Konflikte in der Landnutzung, die mit dem Biber in Zusammenhang stehen, konzentrieren sich nahezu vollständig auf die unmittelbare Gewässernähe. Diese ließen sich wirksam durch die Etablierung von Uferrandstreifen entschärfen. Daher ist die Festlegung eines beidseitigen Uferrandstreifens von mindestens 10 Metern oder mehr entlang von Fließgewässern erforderlich. Dieser Streifen sollte sich natürlich entwickeln können und vollständig von jeglicher Nutzung freigehalten werden.
Kontakt und weitere Infos
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