BUND Landesverband
Hessen e.V.

Aktion „Bäume gießen“

Der Klimawandel ist längst da. Auch in diesem Jahr beobachten wir wieder wesentliche Probleme mit ausbleibenden Niederschlägen und staubtrockenen Böden. Helfen Sie den Bäumen, indem Sie sie einmal pro Woche mit 8 bis 10 Eimern Wasser gießen.

Die Klimaerwärmung wird die Städte weiter aufheizen. Die zunehmende Hitze hat gravierende gesundheitliche Folgen für die Stadtbevölkerung. Stadtbäume sind wichtige Helfer gegen den Hitzekollaps: Sie spenden Schatten, lassen die Umgebungstemperatur spürbar sinken und filtern Verschmutzung aus der Luft.

Wir müssen deshalb unsere Stadtbäume schützen, denn sie sind die Leidtragenden der Trockenheit! Bei längerer Trockenheit und Hitze geraten die Stadtbäume unter massiven Wasserstress und viele müssen gewässert werden, um zu überleben. Wenn wir die Bäume nicht retten, wird es nur noch schlimmer werden.

Hitzetote in Hessen

740 Menschen sind 2018 in Hessen hitzebedingt verstorben...

Das Robert Koch Institut schätzt, dass 2018 in Hessen etwa 740 Menschen hitzebedingt verstorben sind. Vor dem Hintergrund des dritten trocken-heißen Sommers in Folge ruft der BUND Hessen dazu auf, durstige Stadtbäume zu gießen! Retten Sie städtischen „Kühlaggregate“ gemeinsam mit uns!

FAQ – Bäume gießen

Worauf muss ich achten, wenn ich Bäume gießen möchte?

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Woran erkennt man, welche Bäume gegossen werden müssen?

Lichte Baumkrone

Trockenstress erkennt man zuerst oben im Wipfel, da dem Baum das Wasser fehlt, um es bis ganz nach oben zu transportieren. Werden die Blätter dort kleiner und dürr und zeigen sich in der Spitze die ersten Lücken, dann ist der Baum richtig durstig. Wenn die Dürre bleibt, werden die Schäden im Wipfel immer größer. Bei anhaltender Trockenheit wird ein Großteil oder gar die ganze Krone schütter und durchsichtig. Die Bäume bilden dann auch nur noch kleinere und sichtbar hellere Blätter aus.

Eingerollte und gelbe Blätter

Ein weiteres Merkmal sind eingerollte und vergilbende Blätter. In letzter Konsequenz werden die Blätter abgeworfen, damit der Baum nicht noch mehr Wasser über das Blattwerk verliert.

Welkes Laub an jungen Bäumen

Bei vielen Jungbäumen ist die Austrocknung bereits deutlich am welken Laub zu erkennen. Ihr Wurzeln sind noch zu kurz, um ans Grundwasser zu gelangen. Daher leiden sie besonders unter der anhaltenden Dürre.

Wie viel Wasser wird benötigt?

Gießen Sie einmal pro Woche 8-10 Eimer auf einmal (Richtwert = 80 Liter pro Baum/Woche). Wässern Sie den Baum stattdessen jeden Tag nur ein bisschen, bleibt das Wasser in der oberen Bodenschicht und erreicht nicht die tiefer liegenden Baumwurzeln. Erst wenn die Baumscheibe richtig durchtränkt ist, kann der Baum das Wasser ziehen, wenn er es braucht.

Auf was muss ich beim Gießen achten?

Feuchten Sie die Baumscheibe (den Boden um das untere Ende eines Baumstamms) zunächst mit dem ersten Eimer Wasser langsam an und geben dann nach und nach die restlichen Eimer dazu. So kann das Wasser richtig tief einsickern, ohne oberflächlich abzufließen.

Wie bekomme ich das Wasser zum Baum, ohne es zu verschütten?

Am einfachsten transportieren Sie Ihre Wasserbehälter mit einer Schubkarre, einem Bollerwagen oder Lastenrad. Mit geschlossenen Behältern vermeiden Sie, Wasser unterwegs zu verlieren. Dafür eignen sich Kanister (z.B. von destilliertem Wasser) oder Eimer mit Deckel (z.B. leere Ketchup-Eimer vom Imbiss).

Gibt es Alternativen zur Bewässerung mit Trinkwasser?

Die einfachste Alternative zu Trinkwasser ist Regenwasser. Wer jedoch keinen Garten hat, kann auch im Haushalt gebrauchtes Wasser sammeln und so wertvolles Trinkwasser schonen. Es gibt einige Möglichkeiten, im Haushalt Grauwasser – also leicht verunreinigtes Brauchwasser – zu sammeln. So zum Beispiel Wasser...

  • beim Gemüsewaschen
  • in Wassertränken von Haustieren
  • abgestandenes Leitungswasser
  • altes Blumenwasser aus Vasen
  • und einges mehr!

 Eine ausführliche Beschreibung finden Sie weiter unten auf der Seite.

 

Apothekerlinde Herborn Apothekerlinde in Herborn. (Foto: Annette Jakobi / BUND Herborn)

Grauwasser im Haushalt sammeln

An einigen Orten in Hessen führt die Trinkwassergewinnung zu ökologischen Problemen: Der Grundwasserspiegel wird abgesenkt, Bäche versickern und Wälder leiden, da ihre Wurzeln immer schlechter ans Grundwasser kommen. Um gleichzeitig Wasser zu sparen und dennoch die Stadtbäume vor der eigenen Haustür gießen zu können, empfiehlt der BUND Hessen, auf Regen- oder Brauchwasser zurückzugreifen. Im eigenen Garten können Sie leicht Regenwasser in einer Tonne sammeln. Doch auch im Haushalt entsteht Brauchwasser, das sich zum Gießen von Bäumen eignet. So können auch  Menschen im städtischen Bereich ohne Garten kostbares Trinkwasser sparen:
 

1) Abgestandenes Wasser

Aufgrund der Bakterienbildung ist abgestandenes Wasser für uns Menschen gesundheitsbedenklich. Bäumen und anderen Pflanzen macht das hingegen nichts aus: Wenn morgens das Wasser kurz läuft, bis frisches aus der Leitung kommt, kann das abgestandene zeitgleich mit einem Behälter aufgefangen werden.

2) Wassertränke

Statt das alte Wasser aus Hunde-, Katzen- und Vogeltränken wegzuschütten, heben Sie es für Ihren Stadtbaum auf.

3) Gemüsewaschen

Beim Gemüsewaschen verbrauchen wir großen Mengen Wasser. Mit einer Schüssel aufgefangen, kann es anschließend noch sinnvoll zum Wässern genutzt werden.

4) Altes Blumenwasser

Sei es das Wasser aus Vasen oder das überschüssige Gießwasser, das sich am Boden des Blumentopfs sammelt: Die Stadtbäume freuen sich über das alte Blumenwasser.

5) Kaltes Wasser beim Duschen

Häufig dauert es einen Moment, bis beim Duschen oder Spülen das Wasser auf die richtige Temperatur erwärmt wurde. Bis warmes Wasser kommt, muss das kalte nicht verschwendet werden!

6) Ungewürztes Kochwasser

Auch das Wasser vom Kochen von Pellkartoffeln, Eiern oder Gemüse dünsten kann für die Bewässerung von Bäumen und anderen Pflanzen genutzt werden. Grundsätzlich kann man alles verwenden, was kein Salz und andere Würzmittel enthält.

 

Um Grauwasser im Haushalt zu sammeln, benötige ich...

  • eine große Schüssel (Salatschüssel) oder eine große Wanne für die Spüle
  • Karaffen oder Messbecher für kleinere Wassermengen
  • einen Trichter, um das Wasser in die Transportbehälter umzufüllen
  • Gießkannen, Kanister (z.B. von destilliertem Wasser) oder Eimer mit Deckel (z.B. leere Ketchup-Eimer vom Imbiss) zum Aufbewahren und Transportieren
Brauchwasser aus der Küche. (Foto: Cordula Nentwig)

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