BUND Landesverband
Hessen e.V.

Vergängliche Schönheit: Der Schwalbenschwanz

Der Schwalbenschwanz (Papilio machaon) verdankt seinen Namen den spitz zulaufenden Verlängerungen der Hinterflügel, die an den Gabelschwanz einer Rauchschwalbe erinnern. Mit seinen bis zu 75 mm Flügelspannweite, der gelb-schwarzen Musterung mit einer blauen Binde und roten Augenflecken am Hinterflügel ist er einer der prächtigsten Schmetterlinge Europas. Doch die Pracht ist von kurzer Dauer. Älter als zwei Monate werden die meisten Tiere nicht. Dabei bildet der schöne Schmetterling in der Regel zwei Generationen pro Jahr, in seltenen Fällen bei entsprechend guter Witterung auch drei.

Die erste Generation schlüpft im Mai aus den Puppen, die überwintert haben. Im Juni legt sie Eier einzeln an junge Triebe der Futterpflanzen ab. Die daraus sich entwickelnden Raupen verpuppen sich nach zwei Wochen bereits, so dass im Juli die zweite Schmetterlingsgeneration schlüpft. Sie unterscheidet sich von der ersten Generation durch etwas kräftigeres Gelb und durch eine gelbe Bestäubung der schwarzen Flügelpartien. Die Raupen, die aus den Eiern der zweiten Generation schlüpfen, verpuppen sich im Herbst. Es überwintern nur die Puppen, die Schmetterlinge selbst sterben wenige Tage bis Wochen nach der Eiablage. 

Schwalbenschwanz 1. Generation (Foto: Herwig Winter) Schwalbenschwanz 1. Generation (Foto: Herwig Winter)

Futterpflanzen werden knapp

Schwalbenschwanz 2. Generation (Foto: Herwig Winter) Schwalbenschwanz 2. Generation (Foto: Herwig Winter)

Besonders häufig war der Schwalbenschwanz sicherlich nie, aber mittlerweile ist er gefährdet. Nicht weil zu viele Schmetterlingssammler ihm nachgestellt hätten, sondern weil seine Raupen sehr wählerisch sind, was die Futterpflanzen betrifft. Sie fressen an Doldenblütlern, in erster Linie an der Wilden Möhre, an Fenchel, Dill und Pastinak. Alles Pflanzen, die an trockenen und mageren Standorten gedeihen, von denen viele im Zuge der modernen Landwirtschaft verschwunden sind. Mit Düngung und Bewässerung oder auch der Aufgabe sich aus landwirtschaftlicher Sicht nicht mehr lohnender Mähwiesen an trockenen Hängen, die dann verbuschen, verschwindet nicht nur die typische Vegetation, sondern mit ihr eben auch die Tierwelt, die auf sie angewiesen ist. 

Wehrhafte Raupen

Schwalbenschwanzraupe (Foto: Herwig Winter) Schwalbenschwanzraupe (Foto: Herwig Winter)

Die hellgrünen Raupen mit ihren schwarzen Streifen und orangefarbenen Punkten darin sind zum einen recht gut getarnt, zum anderen verfügen sie über einen Abwehrmechanismus, der zumindest bei einer Reihe potenzieller Feinde Eindruck macht: Sie stülpen eine orangefarbene Nackengabel aus, die Duftstoffe abgibt. Möglicherweise werden mit diesem Mechanismus gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Der Duftstoff wird aus den ätherischen Inhaltsstoffen der Futterpflanzen gebildet, so dass sie auf diese Weise zur Ausscheidung gelangen und gleichzeitig werden damit Feinde wie beispielsweise Ameisen abgewehrt.

Schwalbenschwanz auf Blüte (Foto: Herwig Winter) Schwalbenschwanz auf Blüte (Foto: Herwig Winter)

Der Schwalbenschwanz segelt gerne in Bereichen, wo leichter Aufwind herrscht. An Hügeln lässt er sich dabei auf der Suche nach Geschlechtspartnern immer wieder in die Höhe tragen, um anschließend abwärts zu gleiten. Wie alle Schmetterlinge ernährt er sich vom Nektar der Blüten und hat dabei keine besonderen Vorlieben. 

Mehr Artenportraits?

Herwig Winter freut sich über Rückmeldung: Falls Sie sich ein Portrait zu einer speziellen Tier- oder Pflanzenart wünschen, können Sie das Herwig Winter gerne mitteilen. Vielleicht ein Tier mit Q? – Sie erreichen ihn unter herwig.winter(at)bund.net.  

Bildverwendung

Die Fotografien von Herwig Winter dürfen unter Angabe von „(Foto: Herwig Winter)“ zu nicht‑kommerziellen Zwecken verwendet – allerdings nicht auf anderen Internetseiten veröffentlicht werden. Andere Verwendungszwecke müssen mit Herwig Winter abgesprochen werden. 

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(Grafik: Titelbild BUNDmagazin 1/2010: Uli Staiger/die lichtgestalten; Aras: Andy & Gill Swash (WorldWildlifeImages.com), Krabben: IUCN/Gabriel Davila, Wildkatze: Thomas Stephan)

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