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BUND Landesverband
Hessen e.V.

Der Dachs (Meles meles) gehört zur Familie der Marder, auch wenn er durch seinen gedrungenen Körperbau im Vergleich zu seinen kleineren Verwandten eher plump wirkt und mit rund 15 kg Körpergewicht wenig wendig ist, wie man das von einem Beutegreifer eigentlich nicht erwartet. Doch das kann er sich leisten, denn zu gut drei Vierteln ist er Vegetarier, wobei Wurzeln und Pilze genauso von ihm verzehrt werden wie Beeren und Obst. Wenn er sich dann einmal als Beutegreifer betätigt, sind es auch nicht gerade die Flinkesten, auf die er es abgesehen hat. Er begnügt sich durchaus mit Würmern, Engerlingen, Schnecken und Käfern, nimmt aber auch Vogelnester von Bodenbrütern gerne mit, egal ob mit Eiern oder Jungvögeln bestückt. 

Dachs (Foto: Herwig Winter) Dachs (Foto: Herwig Winter)

Dachsbauten sind oft wahre Wohnblocks

Legendär sind die Bauten, die der Dachs meist im Wald oder in Feldgehölzen in den Boden gräbt. Sie weisen stets mindestens einen mit Laub ausgepolsterten Wohnkessel in einigen Metern Tiefe auf, der über mehrere Gänge mit der Oberfläche verbunden ist. Werden sie nicht gestört, dann können viele Generationen von Dachsen den Bau auf Dutzende von Wohnkammern vergrößern, die durch ein Tunnelsystem verbunden sind und über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte genutzt werden. Oft besetzt dann der Dachs solche Wohnburgen gemeinsam mit dem Fuchs, natürlich in gebührendem Abstand zueinander.

Zu Gesicht bekommt man den Dachs eher selten, denn er ist fast ausschließlich nachtaktiv. In einem Bau leben meist Familienverbände, wobei die weiblichen Nachkommen Nachbarkammern besetzen oder das Bausystem vergrößern, während erwachsene Männchen von den männlichen Bauinhabern vertrieben werden.  

Paarung im Sommer

Die Paarungszeit der Dachse ist im Hochsommer, die zwei bis fünf Jungen werden im Februar oder März geboren. Den Winter verschläft der Dachs weitestgehend in seinem Bau, wobei er von seinen im Spätsommer und Herbst angefressenen Fettreserven zehrt. Der Schlaf kann je nach Witterungsbedingungen einige Tage bis Monate dauern, erstaunlicherweise werden dabei der Stoffwechsel und die Körpertemperatur nicht abgesenkt. Der Dachs macht keinen Winterschlaf, sondern Winterruhe.  

Vom Wirtschaftsfaktor zum Tollwutopfer

In den vergangenen Jahrhunderten hatten Dachsprodukte durchaus eine wirtschaftliche Bedeutung. Dachsfett wurde als Stiefelschmiere, aber auch zum Einreiben gegen Rheumatismus genutzt. Aus den Haaren stellte man Bürsten, Rasierpinsel und auch Malerpinsel her. Auch das Fleisch kam auf den Markt; es gilt als schmackhaft, doch ist es häufig Träger von Trichinen.

In der 1970er Jahren hatten die systematischen Begasungsaktionen von Füchsen zur Bekämpfung der Tollwut auch den Dachs stark dezimiert. Heute jedoch haben sich die Bestände überall in seinem Verbreitungsgebiet erholt, so dass Jagdverbände in manchen Bundesländern schon wieder die Aufhebung der zwischenzeitlich eingeführten ganzjährigen Schonzeit durchsetzen konnten. 

Mehr Artenportraits?

Herwig Winter freut sich über Rückmeldung: Falls Sie sich ein Portrait zu einer speziellen Tier- oder Pflanzenart wünschen, können Sie das Herwig Winter gerne mitteilen. Vielleicht ein Tier mit Q? – Sie erreichen ihn unter herwig.winter(at)bund.net.  

Bildverwendung

Die Fotografien von Herwig Winter dürfen unter Angabe von „(Foto: Herwig Winter)“ zu nicht‑kommerziellen Zwecken verwendet – allerdings nicht auf anderen Internetseiten veröffentlicht werden. Andere Verwendungszwecke müssen mit Herwig Winter abgesprochen werden. 

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(Grafik: Titelbild BUNDmagazin 1/2010: Uli Staiger/die lichtgestalten; Aras: Andy & Gill Swash (WorldWildlifeImages.com), Krabben: IUCN/Gabriel Davila, Wildkatze: Thomas Stephan)

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