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BUND Landesverband
Hessen e.V.

Grünt auch im Winter, wenn es schneit: Die Weißtanne

Die Weißtanne (Abies alba) ist die einzige von Natur aus in Europa vorkommende Tannenart und damit der Inbegriff des Weihnachtsbaums. Auch wenn sich viele Menschen eher eine Gemeine Fichte ins Wohnzimmer stellen und sie mit silbernen Kugeln, Lametta und sonstigem Schmuck ausstatten, handelt es sich im Sprachgebrauch und selbstverständlich auch im Weihnachtslied immer um den „Tannenbaum”.

Wie alle Nadelbäume behält die Weißtanne ganzjährig ihre Blätter, die Nadeln, deren dicke, wachsartige Außenhaut die Wasserverdunstung stark herabsetzt. Das ist der eigentliche Grund, weshalb sich die Nadelbäume eine Belaubung auch im Winter in unseren Breiten erlauben können. Denn der Winter ist für die Bäume eine Zeit des Wassermangels, da das Wasser in gefrorener Form als Schnee nicht in den Boden einsickert und die Wurzeln versorgt.

Nadeln in zwei Reihen

Ihren Namen verdankt die Weißtanne der weißgrauen, eher glatten Rinde. Das unterscheidet sie von der Fichte, die eine dunkle, rissige Rinde hat, ebenso wie die stehenden Zapfen und die mehr oder weniger deutlich in zwei Reihen angeordneten Nadeln. Bei der Fichte hängen die Zapfen und die Nadeln sind rund um den Zweig angeordnet. Findet man im Nadelwald am Boden jede Menge Zapfen, so sind es keine Tannenzapfen, sondern meist die Zapfen von Fichten, denn Tannen werfen ihre Zapfen nicht als ganzes ab. Sie öffnen sie vielmehr am Baum, damit die Flugsamen mit dem Wind davongetragen werden können.

In Hessen nur in der Rhön zuhause

Von Natur aus wächst die Weißtanne in unseren Breiten erst in Höhenlagen ab etwa 600 Metern und kommt damit in den hessischen Mittelgebirgen außer in der Rhön gar nicht vor. Da sie in Bezug auf ihren Standort anspruchsvoll ist, wird sie im Gegensatz zur Fichte auch nur in geringem Umfang als Forstbaum kultiviert. Denn sie benötigt tiefgründigen, feuchten und nährsalzreichen Boden, um optimal zu gedeihen. Ihr weiches, weißes und harzfreies Holz wird sowohl als Bauholz eingesetzt als auch zum Bau von Möbeln oder sogar Musikinstrumenten verwendet. Letzteres vor allem deshalb, weil Tannenholz im Gegensatz zu vielen anderen Hölzern in getrocknetem Zustand kaum noch „arbeitet”.

Empfindlich gegenüber Schadstoffen

Abgase aus Verbrennungsprozessen, insbesondere die aus den Auspuffen von Fahrzeugen stammenden Stickoxide, die sauren Regen verursachen, machen der Weißtanne sehr zu schaffen. Eigentlich sollten ihre Zweige bis zu elf Nadeljahrgänge aufweisen. Das heißt, dass eine Nadel, die an einer Tanne sich bildet, bis zu elf Jahre alt werden kann. Doch vielerorts weisen alte Tannen nur noch vier bis sechs Nadeljahrgänge auf; sie sind krank und können sich dann auch gegen natürliche Feinde wie die von Förstern besonders gefürchteten Borkenkäfer kaum noch zur Wehr setzen. Das hat dann oft ein flächendeckendes Sterben von Tannenbeständen zur Folge. 

Mehr Artenportraits?

Herwig Winter freut sich über Rückmeldung: Falls Sie sich ein Portrait zu einer speziellen Tier- oder Pflanzenart wünschen, können Sie das Herwig Winter gerne mitteilen. Vielleicht ein Tier mit Q? – Sie erreichen ihn unter herwig.winter(at)bund.net.  

Bildverwendung

Die Fotografien von Herwig Winter dürfen unter Angabe von „(Foto: Herwig Winter)“ zu nicht‑kommerziellen Zwecken verwendet – allerdings nicht auf anderen Internetseiten veröffentlicht werden. Andere Verwendungszwecke müssen mit Herwig Winter abgesprochen werden. 

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(Grafik: Titelbild BUNDmagazin 1/2010: Uli Staiger/die lichtgestalten; Aras: Andy & Gill Swash (WorldWildlifeImages.com), Krabben: IUCN/Gabriel Davila, Wildkatze: Thomas Stephan)

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