BUND Landesverband
Hessen e.V.

Riecht bei Gefahr streng: Die Knoblauchkröte

Die Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) gibt wie alle Amphibien bei Gefahr aus ihren Hautdrüsen vermehrt Sekret ab, welches zumindest von Säugetieren als übel schmeckend empfunden wird. Ihren Namen hat die Knoblauchkröte daher, dass das Sekret knoblauchartig riecht.

Die Körperfarbe gleicht einem Tarnanzug: grau mit länglichen braunen Flecken, zu denen manchmal noch rote Tupfen kommen. Kennzeichnend für die Knoblauchkröte ist die senkrechte Pupille wie bei einem Katzenauge und der besonders große, scharfkantige Fersenhöcker an den Fußsohlen. 

Knoblauchkröte: Weibchen und Männchen (Foto: Herwig Winter) Knoblauchkröte: Weibchen und Männchen (Foto: Herwig Winter)

Riesenkaulquappen

Knoblauchkröten laichen vergleichsweise spät im Jahr ab Ende März bis Mitte Mai. Die etwa einen halben Meter langen und bis zu zwei Zentimeter dicken Laichschnüre, die in Tümpeln und kleinen Teichen an den Stängeln von Pflanzen abgesetzt werden, enthalten einige tausend braunschwarze Eier. Aus ihnen schlüpfen Kaulquappen, die zu wahren Riesen heranwachsen, welche mit ihren neun bis zwölf Zentimetern Körperlänge sogar die erwachsenen Kröten übertreffen. Sie ernähren sich von Schwebstoffen im Wasser und von Aas.

Graben ist ihr Steckenpferd

Die Knoblauchkröte ist nur während der Laichzeit an Gewässer gebunden. Die übrige Zeit des Jahres lebt sie an Land. In der Umgebung ihrer Laichgewässer braucht sie sandige Böden, denn sie gräbt sich für ihr Leben gerne ein, denn so ist sie vor Feinden wie Reihern, Störchen oder Greifvögeln bestens geschützt. Dafür sind ihre Fersenhöcker eigens zu Grabschaufeln ausgebildet, so dass sie rasch im Untergrund verschwinden können, wo sie den Tag über wenige Zentimeter unter der Oberfläche verbringen.

In der Dämmerung graben sie sich aus und gehen auf Nahrungssuche. Zu ihren Beutetieren zählen in erster Linie Insekten wie Käfer, Grillen und Heuschrecken, aber auch Asseln, Regenwürmer und Schnecken werden nicht verschmäht. Sie selbst befinden sich jetzt natürlich auf dem Präsentierteller für Eulen und Käuze, die zwischen Mäusen und Kröten keinen Unterschied machen.

Im Winter ein Stockwerk tiefer

Den Winter überstehen die Knoblauchkröten, indem sie sich in frostsichere Tiefen von über einen halben Meter graben. Dort verbringen sie kalte Jahreszeit in Winterstarre, bei der ihr Stoffwechsel auf ein Minimum herabgesetzt ist, so dass sie kaum Nährstoffe verbrauchen. Findet man eine Kröte in diesem Zustand, würde man sie ohne weiteres für tot halten.  

Ihr größter Feind ist der Pflug

Wie kein anderer Lurch ist die Knoblauchkröte in der Ackerlandschaft zuhause. Dort ist sie wenige Zentimeter unter der Oberfläche zwar vor ihren Fressfeinden geschützt, nicht jedoch vor Feldmaschinen, insbesondere vor tiefgreifenden Pflügen, die bis in die Tiefe ihrer Überwinterungsquartiere reichen. Hinzu kommt die Gefahr der Verätzung durch Kunstdünger sowie der Vergiftung durch Pestizide direkt oder über die Nahrungskette. Die Knoblauchkröte steht deshalb auf der Roten Liste Deutschland als gefährdete Art.

Mehr Artenportraits?

Herwig Winter freut sich über Rückmeldung: Falls Sie sich ein Portrait zu einer speziellen Tier- oder Pflanzenart wünschen, können Sie das Herwig Winter gerne mitteilen. Vielleicht ein Tier mit Q? – Sie erreichen ihn unter herwig.winter(at)bund.net.  

Bildverwendung

Die Fotografien von Herwig Winter dürfen unter Angabe von „(Foto: Herwig Winter)“ zu nicht‑kommerziellen Zwecken verwendet – allerdings nicht auf anderen Internetseiten veröffentlicht werden. Andere Verwendungszwecke müssen mit Herwig Winter abgesprochen werden. 

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(Grafik: Titelbild BUNDmagazin 1/2010: Uli Staiger/die lichtgestalten; Aras: Andy & Gill Swash (WorldWildlifeImages.com), Krabben: IUCN/Gabriel Davila, Wildkatze: Thomas Stephan)

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