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BUND Landesverband
Hessen e.V.

Tarnen und Warnen: Das Kleine Nachtpfauenauge

Das Kleine Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia) ist ein Nachtfalter, den man nur selten zu sehen bekommt, obwohl die Männchen überwiegend tagaktiv sind. Mit einer Flügelspannweite der etwas größeren Weibchen von bis zu 8 cm übertrifft das Kleine Nachtpfauenauge deutlich sein ausschließlich tagaktives Pendant, das Tagpfauenauge. Klein ist der Falter aber im Vergleich zu seinem im Mittelmeerraum beheimateten Vetter, dem Großen oder Wiener Nachtpfauenauge, dem größten Schmetterling in Mitteleuropa mit einer Flügelspannweite von bis zu 16 cm.

Die Falter sind gut getarnt, denn nur die Männchen besitzen orangefarbene Hinterflügel, die aber, wenn sie sich setzen, durch die weniger auffällig gefärbten Vorderflügel verdeckt werden. Bei den Weibchen sind die Hinterflügel wie die Vorderflügel eher in Tarnfarbe gehalten. 

Kleines Nachtpfauenauge, Männchen (Foto: Herwig Winter) Kleines Nachtpfauenauge, Männchen (Foto: Herwig Winter)

Gut getarnt den Gegner abschrecken

Auffallend sind alleine die großen Augenflecken auf allen vier Flügeln, die dem Schmetterling seinen Namen eingetragen haben. Sie dienen der Abschreckung von Fressfeinden, die sich bei der Suche nach Beute plötzlich einem Augenpaar gegenüber sehen, das ein relativ großes Tier vermuten lässt, welches beispielsweise insektenfressenden Vögeln gefährlich werden könnte. Ein erfolgreich getäuschter Fressfeind tritt dann lieber den schnellen Rückzug an statt zuzupacken. 

Einziger Lebenszweck ist die Fortpflanzung

Der Schmetterling nimmt in der kurzen Zeitspanne seines Lebens, die nur etwa eine Woche in der Zeit von April bis Mai beträgt, keine Nahrung auf. Sein einziger Lebenszweck besteht in der Fortpflanzung. Die rein nachtaktiven Weibchen sind tagsüber gut versteckt und senden Duftstoffe aus, die von den Männchen über große Entfernungen wahrgenommen werden und damit zielsicher zu den paarungsbereiten Weibchen führen. 

Nach einer erfolgreichen Paarung legt das Weibchen die Eier an den Zweigen von Futterpflanzen ab. Die Raupen schlüpfen erst im nächsten oder gar übernächsten Frühjahr. Sie sind zunächst schwarz, färben sich aber um nach grün mit schwarzen, borstentragenden Warzen. Die aus den Raupen entstehenden Puppen sind mit einer Art Reuse geschützt, deren starre Borsten am Eingang so ausgerichtet sind, dass Fressfeinde nicht eindringen, die Falter aber problemlos schlüpfen können. 

Kleines Nachtpfauenauge, Raupe (Foto: Herwig Winter) Kleines Nachtpfauenauge, Raupe (Foto: Herwig Winter)

Lebensraum wird mancherorts knapp

Das Kleine Nachtpfauenauge bewohnt offene, naturnahe Landschaften, verwilderte Gärten und lichte Wälder. Zu den Futterpflanzen für die Raupen zählen Himbeere, Brombeere und Heidelbeere, aber auch Besenheide und Wiesensalbei. Zunehmender Landschaftsverbrauch für Wohnsiedlung, Gewerbe und Verkehr ebenso wie die Ausräumung der Landschaft durch industrielle Landwirtschaft haben dazu geführt, dass die Populationen vielerorts stark zurückgegangen sind. Die Naturschutzstiftung des BUND Nordrhein-Westfalen hat nicht zuletzt aus diesem Grund das Kleine Nachtpfauenauge zum Schmetterling des Jahres 2012 gekürt. 

Mehr Artenportraits?

Herwig Winter freut sich über Rückmeldung: Falls Sie sich ein Portrait zu einer speziellen Tier- oder Pflanzenart wünschen, können Sie das Herwig Winter gerne mitteilen. Vielleicht ein Tier mit Q? – Sie erreichen ihn unter herwig.winter(at)bund.net.  

Bildverwendung

Die Fotografien von Herwig Winter dürfen unter Angabe von „(Foto: Herwig Winter)“ zu nicht‑kommerziellen Zwecken verwendet – allerdings nicht auf anderen Internetseiten veröffentlicht werden. Andere Verwendungszwecke müssen mit Herwig Winter abgesprochen werden. 

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(Grafik: Titelbild BUNDmagazin 1/2010: Uli Staiger/die lichtgestalten; Aras: Andy & Gill Swash (WorldWildlifeImages.com), Krabben: IUCN/Gabriel Davila, Wildkatze: Thomas Stephan)

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