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BUND Landesverband
Hessen e.V.

Gräbt andern eine Grube: Der Ameisenlöwe

Der Ameisenlöwe straft das Sprichwort Lügen, demzufolge derjenige, der andern eine Grube gräbt, selbst hineinfällt. Er sitzt nämlich schon längst am Grund seiner Fallgrube im Sand eingegraben und wartet darauf, dass vorbeilaufende Kleintiere, vor allem Ameisen, hineinfallen, um dann sofort mit seinen zu Zangen umgebildeten Mundwerkzeugen zuzupacken. Auch Tiere, die weit größer sind als er selbst mit seiner Gesamtkörperlänge meist unter einem Zentimeter, haben kaum eine Chance, sich seinem Zangengriff noch einmal zu entwinden. Im Gegenteil, je mehr sie zappeln, desto stärker werden sie von in die Fallgrube nachrutschenden Sandkörnchen bedeckt.

Der im Fangtrichter eingegrabene Ameisenlöwe ist aufgrund seiner nach vorne gerichteten Haarbüschel am Körper fest verankert und das Gift, das er in sein Opfer einspritzt, wirkt schnell. So wie er das Gift über seine Zangen einspritzt, so saugt er auch seine Opfer aus, um anschließend die leere Hülle mit einer ruckartigen Kopfbewegung aus der Grube hinauszuwerfen. Hat er beim ersten Zupacken sein Opfer verfehlt und droht es ihm aus der Fallgrube zu entkommen, schleudert er mit der gleichen ruckartigen Kopfbewegung dem Flüchtling Sandkörnchen hinterher, die ihn unweigerlich wieder in die Tiefe reißen.  

Ameisenlöwe (Larve der Ameisenjungfer – Foto: Herwig Winter) Ameisenlöwe (Larve der Ameisenjungfer – Foto: Herwig Winter)

Wandlungsfähiger Löwe

Trichter des Ameisenlöwen (Foto: Herwig Winter)

Was sind das für merkwürdige Tiere, die an regengeschützten Stellen unter Brücken oder Wurzeltellern umgestürzter Bäume oftmals in ganzen Kolonien kreisrunde, trichterförmige Gruben im sandigen Boden ausheben, die so aussehen, als hätten im Maßstab 1:1.000 gefertigte B 52-Flugzeuge einen Bombenteppich gelegt? Es handelt sich um die Larven eines wenig bekannten Insekts, der Ameisenjungfer. Es gibt in Deutschland eine Reihe von Arten, eine der häufigeren ist die Gefleckte Ameisenjungfer (Euroleon nostras).

Sie gehört zu den Netzflüglern und erinnert vom Aussehen her ein wenig an Libellen, doch ist ihr Flug im Vergleich zu den wendigen Insektenjägern eher langsam und wirkt unbeholfen. Nichtsdestotrotz treten auch die Ameisenjungfern als Insektenjäger auf, doch sind sie nachtaktiv und vorwiegend hinter Kleinschmetterlingen her. Sie ernähren sich aber auch von Blütenpollen und Nektar. Ihr Leben währt nur wenige Sommerwochen; nach der Paarung legt das Weibchen die Eier einzeln in den oberen Schichten geeigneter Sandbiotope ab. Die sich daraus entwickelnde Larve, der Ameisenlöwe, wird in der Regel zwei Jahre alt, ehe er sich im Sand verpuppt. Aus der kugelförmigen Puppe schlüpft dann schließlich die Ameisenjungfer. 

Feinde des Löwen

Ameisenjungfer (Euroleon nostras - Foto: Herwig Winter)

Feinde hat der Ameisenlöwe kaum, denn er ist für die in Frage kommenden Insektenfresser unsichtbar. Die nachtaktive Ameisenjungfer allerdings muss Fledermäuse ebenso fürchten wie Fallensteller, die nicht wie ihre Larve Gruben ausheben, sondern Netze aufstellen. In den zwischen die Zweige gespannten Netzen der großen Radnetzspinnen verfangen sich Ameisenjungfern bei ihren nächtlichen Beutezügen häufig. Tagsüber sitzen sie unbeweglich mit an den Körper angelegten Flügeln irgendwo in der dichten Vegetation und bleiben so von Insekten fressenden Vögeln meist unentdeckt. 

Mehr Artenportraits?

Herwig Winter freut sich über Rückmeldung: Falls Sie sich ein Portrait zu einer speziellen Tier- oder Pflanzenart wünschen, können Sie das Herwig Winter gerne mitteilen. Vielleicht ein Tier mit Q? – Sie erreichen ihn unter herwig.winter(at)bund.net.  

Bildverwendung

Die Fotografien von Herwig Winter dürfen unter Angabe von „(Foto: Herwig Winter)“ zu nicht‑kommerziellen Zwecken verwendet – allerdings nicht auf anderen Internetseiten veröffentlicht werden. Andere Verwendungszwecke müssen mit Herwig Winter abgesprochen werden. 

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(Grafik: Titelbild BUNDmagazin 1/2010: Uli Staiger/die lichtgestalten; Aras: Andy & Gill Swash (WorldWildlifeImages.com), Krabben: IUCN/Gabriel Davila, Wildkatze: Thomas Stephan)

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