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BUND Landesverband
Hessen e.V.

Ursprünglich ein scheuer Waldvogel, hat sich die Amsel (Turdus merula) vor mehr als einem halben Jahrhundert bereits zu einem Kulturfolger entwickelt, dessen Lebensraum überwiegend in Menschennähe liegt. Parkanlagen und Gärten sind ihr Zuhause, wobei zwei Voraussetzungen gegeben sein müssen: Rasenflächen und Buschwerk. Rasen oder sonstige Offenlandflächen benötigt sie vor allem während der Brutzeit zur Nahrungssuche, Buschwerk für den Nestbau. Die Nestlinge werden nämlich vorwiegend mit Regenwürmern gefüttert, die die Altvögel geschickt aufzuspüren und zu erbeuten wissen.

Amselweibchen am Nest mit Jungen (Foto: Herwig Winter) Amselweibchen am Nest mit Jungen (Foto: Herwig Winter)

Nahrung und Neststandort

Doch sowohl was die Nahrung als auch was den Neststandort anbelangt, ist die Amsel sehr anpassungsfähig. Neben Insekten gehören Spinnen, Schnecken, junge Eidechsen und Schlangen ebenso zu ihrem Speiseplan wie Beeren aller Art und Obst. Ihr Nest baut sie schon einmal auch direkt am Boden, in Blumenkästen oder auf Fenstersimsen und Firstbalken, manchmal überhaupt nicht versteckt. Doch diese schlechte Angewohnheit treibt ihr mittlerweile vor allem die Elster aus, die sich auch in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten zum Kulturfolger entwickelt hat und als Nesträuber nun dazu beiträgt, dass Amseln ihre Nester wieder besser verstecken müssen.  

Fast jeder kennt die Amsel

Wahrscheinlich ist die Amsel die am besten be- und gekannte Vogelart in Deutschland. Denn das einfarbig schwarz gefärbte Männchen, bei dem nur der Schnabel und ein Ring ums Auge orangefarben leuchtet, ist unverkennbar. Das graubraune Weibchen, das auf der etwas helleren Brust mehr oder weniger intensive dunkle Flecken hat, wird schon eher einmal für eine Drossel gehalten, was insofern nicht ganz falsch ist, als die Amsel zur Familie der Drosseln gehört und mancherorts auch Schwarzdrossel heißt. 

Eifriger und lauter Sänger

Amselmännchen füttert Junge, während Amselweibchen sie wärmt (Foto: Herwig Winter) Amselmännchen füttert Junge, während Amselweibchen sie wärmt (Foto: Herwig Winter)

Bereits im zeitigen Frühjahr beginnt das Amselmännchen ein Revier abzugrenzen, welches mit dem allseits bekannten, melodiösen Gesang markiert wird. Da Amseln zu den Frühaufstehern gehören, ist manch ein menschlicher Langschläfer aber auch schon einmal genervt, wenn der Vogel sein laut flötendes Lied ununterbrochen vorm Schlafzimmerfenster ertönen lässt. Doch das gehört eben zum Fortpflanzungsgeschäft der Singvögel. Auch hier profitiert die Amsel von ihrem Dasein als Kulturfolger. Drei Bruten pro Jahr sind mittlerweile die Regel, besonders fleißige Paare schaffen auch noch mehr, was allerdings sehr witterungsabhängig ist. 

Strategie gegen die zahlreichen Fressfeinde

Amselnest mit vier Eiern (Foto: H. Winter) Amselnest mit vier Eiern (Foto: H. Winter)

Das Nest besteht aus kleinen Zweigen, Halmen und Moos, die Nestmulde wird mit feuchtem Schlamm ausgeformt, der beim Trocknen dem Bauwerk eine gewisse Festigkeit verleiht. Meist legt das Amselweibchen vier Eier. Nach rund zwei Wochen Brutzeit schlüpfen die Jungen, die etwa noch einmal genauso lange gefüttert werden, bis sie flügge sind.

Oft verlassen die Jungen schon bevor sie fliegen können das Nest und verteilen sich im Geäst, wo sie nur scheinbar von ihren Eltern im Stich gelassen sind. Diese Strategie verhindert, dass Mardern oder sonstigen Beutegreifern gleich die gesamte Brut auf einmal zum Opfer fällt.

Mit leisen, für das menschliche Gehör kaum zu ortenden Pfeiflauten machen die Jungvögel ihre Eltern auf ihren Standort aufmerksam und betteln um Futter.

Die Altvögel müssen neben Katzen und Mardern vor allem Feinde aus der Luft fürchten, wie beispielsweise Habicht, Sperber und Baumfalke. Die beiden Erstgenannten überfallen am Boden nach Futter suchende Vögel und packen sie beim Auffliegen, während der Baumfalke wie ein Pfeil aus heiterem Himmel geschossen kommt und den arglos das naheliegende Gebüsch anfliegenden Vogel in der Luft schlägt. 

Mehr Artenportraits?

Herwig Winter freut sich über Rückmeldung: Falls Sie sich ein Portrait zu einer speziellen Tier- oder Pflanzenart wünschen, können Sie das Herwig Winter gerne mitteilen. Vielleicht ein Tier mit Q? – Sie erreichen ihn unter herwig.winter(at)bund.net.  

Bildverwendung

Die Fotografien von Herwig Winter dürfen unter Angabe von „(Foto: Herwig Winter)“ zu nicht‑kommerziellen Zwecken verwendet – allerdings nicht auf anderen Internetseiten veröffentlicht werden. Andere Verwendungszwecke müssen mit Herwig Winter abgesprochen werden. 

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(Grafik: Titelbild BUNDmagazin 1/2010: Uli Staiger/die lichtgestalten; Aras: Andy & Gill Swash (WorldWildlifeImages.com), Krabben: IUCN/Gabriel Davila, Wildkatze: Thomas Stephan)

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