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BUND Landesverband
Hessen e.V.

Kontrolle mit Lockstöcken

Wildkatzen sind sehr scheu und zudem vor allem in der Dämmerung und während der Nacht aktiv. Um verlässlich Wildkatzen in einem Gebiet nachzuweisen, hat sich die Baldrian-Lockstockmethode bewährt.

Stöcke für die Wissenschaft

Der gezielte Einsatz von Lockstöcken ist eine einfache und sichere Methode, um Wildkatzen wissenschaftlich nachzuweisen ohne dabei die Tiere in ihrem natürlichen Verhalten zu stören.

Dazu werden angeraute Holzpflöcke mit Baldrian besprüht und im Wald aufgestellt. In der Ranzzeit von Januar bis April lockt der Duft Katzen an, die auf der Suche nach einem Partner umherstreifen.
Sie reiben sich am Stock und hinterlassen dabei Haare am rauen Holz.
Alle 7-14 Tage werden die Stöcke von freiwilligen Helfern untersucht, die die oft feinen und hellen Haare sorgfältig absammeln und eintüten.

Im Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen wird aus den Haaren die Erbsubstanz DNS herausgelöst und analysiert. Die Ergebnisse dieser Gentests erlauben die sichere Unterscheidung zwischen Haus- und Wildkatze. Im Idealfall kann ein genetischer Fingerabdruck erstellt und so das Individuum und die Verwandtschaftsverhältnisse ermittelt werden.

Aufbau einer bundesweiten Gendatenbank

genetische Analyse von Wildkatzenhaaren, Probengefäß wird mit ausgewählten Haaren befüllt (Foto: Thomas Stephan) genetische Analyse von Wildkatzenhaaren, Probengefäß wird mit ausgewählten Haaren befüllt (Foto: Thomas Stephan)

Seit 2012 wird am Aufbau einer bundesweiten Gendatenbank gearbeitet, in der alle Ergebnisse gesammelt und ausgewertet werden. Die Ergebnisse dieser Gentests werden in einer Datenbank erfasst. Mit dieser Datenbank lassen sich die Verwandtschaftsbeziehungen zwischen einzelnen Wildkatzen und auch ganzen Populationen feststellen, Korridore identifizieren und auch Zerschneidungsfaktoren wie Straßen oder Siedlungsräume nachweisen. Dieses Wissen bildet die Basis für den Ausbau der bundesweiten Waldbiotopvernetzung. Nur eine flächendeckende Biotopvernetzung kann die Biodiversität des zurzeit stark zerschnittenen Lebensraums Wald dauerhaft sichern. 

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