BUND Landesverband
Hessen e.V.
Hermelin (Foto: Herwig Winter) Hermelin (Foto: Herwig Winter)

Das Hermelin (Mustela erminea), auch einfach Wiesel genannt, hat etwa die gleiche Größe wie eine Ratte und ist dennoch von den Ratten gefürchtet wie kaum ein anderer Beutegreifer. Denn vor dem Fuchs und selbst vor Katzen können Ratten sich verkriechen, nicht aber vor einem Hermelin, welches ihnen in die Verstecke folgen kann. Meist schleicht es sich jedoch in der Dämmerung hinter Grasbüscheln und Steinen oder auch nur Erdhügeln Deckung suchend an, macht dabei immer wieder einmal die Umgebung im Auge behaltend Männchen, um dann den Überraschungsangriff auf alles zu starten, was sich bewegt und manchmal sogar seine eigene Körpergröße überschreitet.

Mäuse, Kaninchen, Vögel, Eidechsen, Frösche und nicht zuletzt Insekten stehen auf dem Speisezettel. Das Opfer wird durch Nackenbiss getötet und in den unter Steinhaufen oder in Wurzelhohlräumen unter Bäumen liegenden Bau transportiert. Lange Zeit wurde dem Hermelin nachgesagt, es sauge das Blut seiner Opfer aus, ohne sie zu fressen. Dieser Irrglaube rührt wahrscheinlich daher, dass liegen gebliebene Beute wegen menschlicher Störung beim Abtransport nur die Beißspuren im Nacken des ansonsten unverletzten Tieres erkennen ließen.

Tarnung zu jeder Jahreszeit

Bei seinen Beutezügen ist dem Hermelin seine gute Tarnung von großem Nutzen. Damit diese Tarnung jederzeit optimal gegeben ist, ändert sich die Fellfarbe mit den Jahreszeiten. Im Sommer ist die Oberseite zimtbraun, die Unterseite weiß gefärbt. Im Winter ist das gesamte Hermelin weiß; bis auf die schwarze Schwanzspitze, die zu allen Jahreszeiten erhalten bleibt. Doch die Tarnung dient nicht alleine der Jagd, sie schützt den Jäger auch wiederum, Opfer größerer Beutegreifer zu werden.

Und der Feinde gibt es zahlreiche. Das Hermelin steht auf der Beuteliste von Füchsen, Mardern, Greifvögeln wie dem Mäusebussard, Eulen wie dem Uhu und nicht zuletzt von Katzen. Doch bedroht setzt es sich heftig zur Wehr und greift seinerseits an, sogar Menschen. Das hat wohl zu dem allseits bekannten Spruch geführt: Frech wie ein Wiesel.

Der Adel trägt gern Hermelin

In früheren Jahrhunderten fanden die Winterfelle von Hermelinen bei der Herstellung fürstlicher oder gar königlicher Kleidung Verwendung. Es war das Vorrecht der Adligen, die schneeweißen Roben mit den apart wirkenden schwarzen Flecken der aufgenähten Schwanzspitzen bei feierlichen Anlässen zu tragen. Im englischen Königshaus kann man derlei auch heute noch hin und wieder bewundern.

Hermeline paaren sich im Sommer. Die meist drei bis neun Jungen kommen dann aber dank einer verlängerten Tragzeit erst im darauffolgenden Frühjahr zur Welt. Sie sind als typische Nesthocker zunächst nackt und blind. Nach sechswöchiger Säuglingszeit, in der sie vom Männchen und Weibchen gemeinsam versorgt werden, wachsen sie zur Selbständigkeit heran. Ein Hermelinpaar hat jedes Jahr nur einen Wurf. 

Mehr Artenportraits?

Herwig Winter freut sich über Rückmeldung: Falls Sie sich ein Portrait zu einer speziellen Tier- oder Pflanzenart wünschen, können Sie das Herwig Winter gerne mitteilen. Vielleicht ein Tier mit Q? – Sie erreichen ihn unter herwig.winter(at)bund.net.  

Bildverwendung

Die Fotografien von Herwig Winter dürfen unter Angabe von „(Foto: Herwig Winter)“ zu nicht‑kommerziellen Zwecken verwendet – allerdings nicht auf anderen Internetseiten veröffentlicht werden. Andere Verwendungszwecke müssen mit Herwig Winter abgesprochen werden. 

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(Grafik: Titelbild BUNDmagazin 1/2010: Uli Staiger/die lichtgestalten; Aras: Andy & Gill Swash (WorldWildlifeImages.com), Krabben: IUCN/Gabriel Davila, Wildkatze: Thomas Stephan)

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