Wildkatze im Gebüsch

Wildkatzenwälder von morgen

Naturnahe Laub-Mischwälder mit Lichtungen, gestuften Waldrändern und viel Totholz: Hier fühlt sich die Wildkatze besonders wohl. Der BUND Hessen setzt sich im Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ dafür ein, Wälder mit gezielten Maßnahmen für die Wildkatze aufzuwerten. Davon profitiert eine Vielzahl anderer Arten – und letztendlich auch wir Menschen.

Wir stellen unser Projekt vor

Wildkatzenwälder in Hessen

Einst fast ausgerottet in Hessen, ist die Europäische Wildkatze seit einigen Jahren wieder im Aufwärtstrend und konnte die meisten großen hessischen Waldgebiete wieder zurückerobern. Damit die Ausbreitung eine Erfolgsgeschichte bleibt, ist es unerlässlich, dass die Samtpfoten auch in der Zukunft bei uns in Hessen geeignete Lebensräume finden, in denen sie ausreichend Nahrung, Verstecke und Rückzugsräume für die Jungenaufzucht finden.

Wildkatze sitzt in Astgabel Kletterkünstlerin auf Samtpfoten: die Europäische Wildkatze.  (Foto: Helmut Weller – blickpunkt Natur)

Unaufgeräumte, arten- und strukturreiche Wälder bieten genau das. Zugleich trotzen diese dem Klimawandel viel besser als die artenarmen und monotonen Fichtenwälder, die vielerorts seit 200 Jahren das Waldbild in Hessen prägen. Der Waldumbau hat an vielen Orten bereits begonnen – und auch wir vom BUND Hessen möchten nun unseren Beitrag leisten und „Wildkatzenwälder von morgen“ gestalten.

Magazin: Die Wildkatze – Ausgabe 2024


Das Wildkatzenmagazin – Unterhaltung und Informationen für echte Natur- und Wildkatzenfreunde.

Mit spannenden Interviews, eindrucksvollen Bildern, einem tollen Poster und Berichten rund um die Europäische Wildkatze und ihren Lebensraum, dem wilden Wald. Diesen zu schützen hat sich der BUND, gemeinsam mit zahlreichen Partnern in zehn Bundesländern, zur Aufgabe gemacht.

Dies ist das offizielle Magazin zum Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“, das im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert wird. Es erscheint einmal im Jahr.

„Wildkatzenwälder von morgen“ sind:

Unaufgeräumt und strukturreich

In Wäldern mit umgestürzten Bäumen, Baumhöhlen, Wurzeltellern, Reisighaufen und Gebüsch fühlt sich die Wildkatze wohl. Hier findet sie ausreichend Verstecke für sich und ihre Jungen. Lichtungen und strukturreiche Waldränder mit einer ausgeprägten Kraut- und Strauchschicht sind ideale Bereiche für die Mäusejagd.

Holzpolter dienen Wildkatzen als Versteck.

Gefährdungsarm

Gefahren entstehen vor allem für junge Wildkatzen durch den Abtransport von Holzpoltern, wodurch die beliebten Verstecke für die Jungenaufzucht zur tödlichen Falle werden können. Wildkatzen können auch beim Versuch, Knotengitterzäune zu überwinden, an diesen hängen bleiben und qualvoll verenden. Der BUND will auf solche Gefahrenquellen aufmerksam machen und sie reduzieren.


Seit Ende 2022 führt der BUND Hessen Maßnahmen im Lahn-Dill-Bergland zur Aufwertung der Wildkatzenlebensräume im Rahmen des bundesweiten, sechsjährigen Großprojekts „Wildkatzenwälder von morgen“ durch. Das Vorhaben wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert. Das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat ist Co-Förderer des Projekts.

Das Projektgebiet Lahn-Dill-Bergland

Die Europäische Wildkatze ist in Hessen im Aufwind. Sie konnte in den letzten Jahrzehnten in vielen Regionen wieder nachgewiesen werden, wo sie lange als ausgestorben galt – so auch im Lahn-Dill-Bergland. Die „Hörre“ ist ein wahrer Hotspot der dortigen Wildkatzenvorkommen und die gesamte Region ist eine wichtige Verbindungsachse zwischen den Wildkatzenpopulationen im Taunus und im Rothaargebirge. Wird die Population hier gestärkt, fördert das die weitere Ausbreitung und den genetischen Austausch der Art.

Gemeinsam stark

Unsere Kooperationspartner sind HessenForst, das Regierungspräsidium Gießen und der Naturpark Lahn-Dill-Bergland. Ein Kernbereich des Projekts bildet der Staatswald des Forstamtes Wetzlar in der "Hörre". Mit dem Forstamt setzen wir Maßnahmen um: Waldränder werden als Nahrungshabitat struktur- und artenreich gestaltet, Totholzhaufen als Tagesverstecke und zur Jungenaufzucht aufgeschichtet und Bachtäler naturnah entwickelt. Hier können wir von der großen Expertise des Forstamts profitieren und gemeinsam viel bewegen.

»Wildkatzenwälder von morgen«

Weitere Verbündete gesucht – für den Wildkatzenwald von morgen

Doch auch über die „Hörre“ hinaus möchten wir im Lahn-Dill-Bergland aktiv werden und suchen dafür Verbündete. Wir laden Waldbesitzende herzlich dazu ein, beim Projekt mitzumachen. Ob Kommune oder Privatwaldbesitzer*in, jede*r kann etwas für die Artenvielfalt und Klimastabilität im Wald tun. Gemeinsam mit dem Naturpark Lahn-Dill-Bergland wird es im Laufe des Projekts verschiedene Informationsveranstaltungen geben, bei denen wir mit Waldbesitzenden ins Gespräch kommen möchten. 

Lebenswichtig für alle

Auch der Wald zählt zu den Gewinnern: Strukturreiche laubholzgeprägte Wälder sind besser vor Extremwetterereignissen und ihren Folgen geschützt. Selbst Stürme und Dürre überstehen sie deutlich besser. Die Wildkatzenwälder von morgen sind somit robuster gegenüber der Klimaerhitzung und widerstandsfähiger gegen das Artensterben. Die Wildkatzenwälder von morgen sind eine Bereicherung für uns alle!

Wälder der Artenvielfalt

Der Mittelspecht ist in lichtdurchfluteten Laubwäldern zu finden. Der Mittelspecht ist in lichtdurchfluteten Laubwäldern zu finden.  (Foto: Herwig Winter)

Wo die Wildkatze sich wohlfühlt, geht es auch vielen anderen Arten gut. Die heimische Samtpfote steht stellvertretend für viele im Wald lebende Arten. Gefährdete Arten wie Bechsteinfledermaus, Feuersalamander, Mittelspecht, Hirschkäfer, Haselmaus und Laubfrosch profitieren von den naturnahen Wildkatzenwäldern von morgen.

Bundesweit aktiv – das Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“

Beteiligt sind neben dem BUND Hessen der BUND-Bundesverband, die BUNDjugend die BUND-Landesverbände Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Damit ist beinahe das gesamte aktuelle Verbreitungsgebiet der Art in Deutschland abgedeckt.

Ihr Kontakt:

Susanne Steib

Managerin Naturschutzprojekte
Geleitsstraße 14 60599 Frankfurt am Main E-Mail schreiben Tel.: 069 677 376 -16

Ihr Kontakt

Andrea Malkmus

Mitarbeiterin im Projekt »Wildkatzenwälder von morgen«
Geleitsstraße 14 60599 Frankfurt am Main E-Mail schreiben Mobil: 0176 60 40 4661

Weiterführende Informationen:

Raumnutzungsanalyse von Wildkatzen in der Hörre, ein Projekt der Justus-Liebig-Universität in Zusammenarbeit mit: Regierungspräsidium Gießen, BUND Hessen, Institut für Tierökologie und Naturbildung, Forstamt Wetzlar, Naturschutzring Ehringshausen.

Förderung

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