BUND Landesverband
Hessen e.V.

Furchterregende Kampfmaschine: Der Dünen-Sandlaufkäfer

Der Dünen-Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida) ist eine furchterregende Kampfmaschine; jedenfalls für alle Lebewesen, deren Größenordnung sich um einen Zentimeter bewegt. Mit seinen dolchförmigen, dornenbewehrten Mandibeln, die als Greif- und Kneifzange gleichermaßen arbeiten, packt er nicht nur zu, sondern zerkleinert auch seine Beute in mundgerechte Happen. Im Handumdrehen wird so aus einer kleinen Raupe Insektenfrikassee.

Mit ihren vergleichsweise großen Facettenaugen erspähen sie ihre Beute schon auf eine Distanz von 10 cm. Und wie ihr Name bereits erahnen lässt, können sie schneller laufen als alle ihre Beutetiere. Die haben nur eine Chance, wenn sie rasch davonfliegen können. Denn Beute macht der Käfer nur am Boden, nicht im Flug. 

Dünen-Sandlaufkäfer (Foto: Herwig Winter) Dünen-Sandlaufkäfer (Foto: Herwig Winter)

Aus der Nähe betrachtet eine Schönheit

Der nur 1,1 bis 1,6 cm große Käfer ist grünlich-kupferfarben, wobei je nach Blickwinkel ein metallischer Glanz in allen Regenbogenfarben auftritt. Die gelblich-weißen Flecken auf den Flügeln wirken wie schwungvoll mit dem Pinsel aufgetragen. Doch es ist nicht einfach, ihn so nahe zu sehen, dass der Beobachter all diese Details erkennt. Denn sobald man ihm zu nahe kommt, beweist er, obwohl Laufkäfer, dass er auch blitzschnell auffliegen kann, um meist nur wenige Meter entfernt wieder zu Boden zu gehen.

Sanddünen sind sein Zuhause

Wie sein Name schon belegt, lebt er überall dort, wo es noch ausgedehnte Sandflächen mit nur spärlicher Vegetation gibt. Ursprünglich waren das die Sanddünen entlang unserer großen Flüsse, mittlerweile sind es eher Kiesgruben und (ehemalige) Truppenübungsplätze. Aber auch unbefestigte Feldwege auf sandigem Untergrund stellen einen Lebensraum für den Sandlaufkäfer dar. 

Auch seine Larven sind räuberisch

Die Käfer kann man von April bis Oktober antreffen, doch nur die sich aus den Larven bildende Puppe überwintert. Die Larven schlüpfen aus Eiern, die das begattete Käferweibchen in Sandröhren abgelegt hat. Jede Larve baut sich eine eigene Röhre in den Sand, an deren Eingang sie auf Beute wartet. Sie besitzt bereits die gleichen Kieferklauen wie die Käfer, mit deren Hilfe sie vorbeilaufende Spinnen und Insekten sowie deren Larven erbeutet.

Mehr Artenportraits?

Herwig Winter freut sich über Rückmeldung: Falls Sie sich ein Portrait zu einer speziellen Tier- oder Pflanzenart wünschen, können Sie das Herwig Winter gerne mitteilen. Vielleicht ein Tier mit Q? – Sie erreichen ihn unter herwig.winter(at)bund.net.  

Bildverwendung

Die Fotografien von Herwig Winter dürfen unter Angabe von „(Foto: Herwig Winter)“ zu nicht‑kommerziellen Zwecken verwendet – allerdings nicht auf anderen Internetseiten veröffentlicht werden. Andere Verwendungszwecke müssen mit Herwig Winter abgesprochen werden. 

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(Grafik: Titelbild BUNDmagazin 1/2010: Uli Staiger/die lichtgestalten; Aras: Andy & Gill Swash (WorldWildlifeImages.com), Krabben: IUCN/Gabriel Davila, Wildkatze: Thomas Stephan)

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