BUND Landesverband
Hessen e.V.

Pressemitteilung

Tag des Wasser: Der stete Tropfen versiegt | BUND warnt: Drohende Wasserknappheit erfordert entschiedenes Handeln

22. März 2021 | Flüsse & Gewässer, Hessisches Ried Wälder

Die Klimakrise ist auch eine Wasserkrise! Zum Tag des Wassers am 22. März warnt der BUND Hessen vor Versorgungsengpässen bei der Wasserversorgung. Ohne entschiedenes Handeln werden Wassermangelsituationen in Hessen künftig zur Regel.

Die Klimakrise ist auch eine Wasserkrise. Ohne entschiedenes Handeln werden Wassermangelsituationen in Hessen künftig zur Regel. (Foto: Lynn Anders / BUND Hessen)

Zum Tag des Wassers am 22. März warnt der hessische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) vor Versorgungsengpässen bei der Wasserversorgung. „Die Klimakrise ist auch eine Wasserkrise. Ohne entschiedenes Handeln werden Wassermangelsituationen in Hessen künftig zur Regel. Die Sommer 2018, 2019 und 2020 haben uns einen knochentrockenen Vorgeschmack gegeben”, mahnt Jörg Nitsch, Vorsitzender des BUND Hessen.

Der BUND fordert deshalb eine Klimaanpassungsstrategie bei der Wasserversorgung. BUND-Vorsitzender Jörg Nitsch: „Wasser sparen und ein kluges Wassermanagement sind das Gebot der Stunde.“ Ausdrücklich unterstützt der BUND die Forderungen der Schutzgemeinschaft Vogelsberg e.V. nach einer Stärkung der Eigenversorgung in den Verbrauchsgebieten, insbesondere im Rhein-Main-Gebiet, und lehnt den Wasserimport von Mittel- nach Südhessen ab. Zwingend erforderlich ist die Erweiterung der Rheinwasseraufbereitung, denn die bestehende Anlage in Biebesheim arbeitete in den zurückliegenden Trockenjahren bereits am absoluten Kapazitätslimit. Nur mit einer Ausweitung der Kapazität kann die Grundwasseranreicherung im Hessischen Ried erhöht werden, die die Voraussetzung zur Erhöhung der Fördermengen in Südhessen ist. Mit den zusätzlichen Kapazitäten könnte auch die Trinkwassergewinnung auf Kosten der Waldgesundheit beendet und endlich der Beschlusslage des Hessischen Landtags vom 28.06.2016 (Drucksache19/3539) zur Umsetzung der Empfehlungen des Runden Tisches Waldsanierung vom 12.03.2015 entsprochen werden.

Die aktuellen Anzeichen der Wasserknappheit sind unübersehbar. So steht die Wasserampel der Oberhessischen Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (OVAG) für das Gewinnungsgebiet Vogelsberg schon jetzt zum Winterausgang auf gelb, denn die in früheren Jahren übliche Auffüllung der Grundwasserreservoirs im Winterhalbjahr hat nicht stattgefunden. „Springt die Ampel in diesem Sommer auf rot, dann fehlt dem Ballungsraum der Wasserimport,“ warnt Jörg Nitsch vom BUND. 

„Der Ausblick ist düster. Die vergangenen trocken-heißen Sommer haben uns die Folgen der Klimaerwärmung für Gewässer bereits vor Augen geführt,” sorgt sich Nitsch. So war der Edersee im Januar 2021 nur noch zu 35 Prozent gefüllt, das Waldsterben 2.0 wird bei einem erneuten Trockensommer weiter voranschreiten und gerade kleinere Fließgewässer werden in den Oberläufen wieder versiegen. 

Angesichts der Wasserknappheit appelliert der BUND an die Landesregierung, die Lebensgemeinschaft der Bäche nicht der Wasserkraft zu opfern und am Mindestwassererlass festzuhalten. Der Anteil der Wasserkraft liegt in Hessen bei lediglich ein bis zwei Prozent der Bruttostromerzeugung und ihre Bedeutung für die Energiewende ist marginal. Der BUND fordert deshalb eine Konzentration auf Energieeinsparung und die Energiegewinnung aus Sonnenenergie und Windkraft.

 

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Pressestelle BUND Hessen

Lynn Sophie Anders
069 677376 43
presse(at)bund-hessen.de
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60599 Frankfurt am Main

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