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BUND Landesverband
Hessen e.V.

Der Gartenschläfer in Hessen

In Hessen ist der Bilch vor allem entlang der Flüsse Rhein und Main insbesondere in den Streuobstgebieten und angrenzenden Waldbereichen des Main-Taunus- und Rheingau-Taunus-Kreises, aber auch in Siedlungs- und deren Randbereichen beheimatet, wo er mitunter in unmittelbarer Nähe zum Menschen in Häusern, Parks und Gärten lebt.

Verbreitung in Hessen

Wiesbaden ist die „Gartenschläferhauptstadt“ – hier hat der kleine Nager sogar den Hauptbahnhof bezogen. Südlich des Mains kommt der Gartenschläfer im Landkreis Groß-Gerau vor, aus dem Odenwald gibt es einzelne Nachweise. Auch aus den Randgebieten Frankfurts und dem Maintal gibt es Meldungen. Aus dem restlichen Hessen sind Nachweise spärlich und veraltet.
 

Gartenschläfer (Foto: Sven Büchner) Gartenschläfer (Foto: Sven Büchner)

Projektgebiete in Hessen

Überall dort, wo Vorkommen des Gartenschläfers in Hessen bekannt sind, sollen diese mithilfe verschiedener Methoden und Intensitäten erforscht werden. Unterstützt werden wir dabei von einer Vielzahl von freiwilligen Helfern.

Wiesbaden ist eines von drei Gebieten deutschlandweit, in denen besonders intensiv geforscht wird. Mithilfe der Telemetrie, Genetik, Nahrungsanalysen und weiterer Methoden möchten wir z.B. herausfinden, wie der Gartenschläfer im Lebensraum Stadt und Stadtrand lebt, was seine Nahrung ist, wie lange er Winterschlaf hält und daraus eventuelle Unterschiede zur Lebensweise von Gartenschläfern in anderen Lebensräumen ableiten. Gibt es vielleicht ein besonderes Merkmal, das die Wiesbadener Gartenschläfer, denen es vergleichsweise gut geht, von anderen unterscheidet und sie erfolgreicher macht?

Auch im Main-Taunus-Kreis rund um Flörsheim werden wir tiefergehend forschen und z.B. die Nahrung der Tiere genau unter die Lupe nehmen. Dazu werden Kotproben aus Nistkästen gesammelt, in die sich der Bilch einquartiert hat. Gleichzeitig können die Nistkästen auf die Anwesenheit von Gartenschläfern und ihrer Jungtiere kontrolliert werden – so bekommen wir Hinweise auf Fortpflanzungsaktivitäten. Auch in weiteren Gebieten sollen, vor allem in bestehenden Nistkastenstrecken, Besatzkontrollen durchgeführt werden. Selbst auslösende Fotofallen sollen zusätzlich dabei helfen, den Tieren auf die Spur zu kommen.

Spurtunnel

Die wohl einfachste Methode, um den Gartenschläfer nachzuweisen, ist der so genannte „Spurtunnel“. Dabei handelt es sich um ein Plastikrohr, das neben einem weißen Papier auch „Tinte“ (bestehend aus Aktivkohle und Olivenöl) enthält und an Ästen befestigt wird. Geht der Bilch durch den Tunnel, hinterlässt er Spuren, die gut von denen anderer Kleinsäuger unterschieden werden können. Einen Köder braucht es nicht, da der Gartenschläfer durch sein neugieriges Wesen dort völlig freiwillig hindurchgeht. Spurtunnel werden in Regionen eingesetzt, in denen Hinweise auf ein Gartenschläfervorkommen erhärtet werden sollen.

Spurtunnel am Baum Spurtunnel am Baum

Spurensuche in Hessen

Aus ganz Hessen nehmen wir während der gesamten Projektlaufzeit Sichtungsmeldungen und Fotos entgegen, für die ein Meldeportal unter www.gartenschlaefer.de eingerichtet ist. Wir nehmen Ihre Sichtungen aber auch gerne persönlich auf (siehe Ansprechpartnerin beim BUND Hessen).

Mithilfe vieler „Spurensucher*innen“ möchten wir dem Gartenschläfer in Hessen auf die Spur kommen und sein Verbreitungsgebiet neu beschreiben. Helfen Sie mit!

Um unsere umfangreichen Forschungsarbeiten durchführen zu können, sind wir auf die Mithilfe vieler freiwilliger Menschen angewiesen. Wie und wo Sie sich engagieren können, lesen Sie in Kürze hier – oder nehmen Sie mit uns unverbindlich Kontakt auf.

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