Pressemitteilung

Weniger Mikroschadstoffe im Landgraben: Inbetriebnahme der vierten Reinigungsstufe für die Zentralkläranlage

07. Februar 2024 | Chemie, Flüsse & Gewässer, Hessisches Ried Wasserqualität

Weniger Mikroschadstoffe im Abwasser: Nach nur 2 Jahren konnte die Firma Merck die 4. Reinigungsstufe der Zentralkläranlage in Betrieb nehmen. Bei den Bemühungen um den Ausbau von kleineren kommunalen Anlagen geht es deutlich langsamer voran.

Bachlauf (Foto: Niko Martin) Sprudelnder Bachlauf.  (Foto: Niko Martin)

Merck klärt sein Abwasser bestmöglich – Umweltministerium bremst den Ausbau kommunaler Kläranlagen

Der hessische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt die Inbetriebnahme der vierten Reinigungsstufe für die Zentralkläranlage des Chemie- und Pharmaunternehmens Merck in Darmstadt am 7. Februar 2024. Nach der Inbetriebnahme werde sich die Konzentration vieler Mikroschadstoffe im Abwasser des Chemie- und Pharmaunternehmens an seinem Stammsitz in Darmstadt deutlich vermindern. Jörg Nitsch, BUND-Landesvorsitzender: „Damit wird ein bedeutender Schritt für die Entlastung des Landgrabens im Hessischen Ried vollzogen. Merck hat mit der Fertigstellung des Kläranlagenausbaus etwas mehr als zwei Jahre nach dem ersten Spatenstich gezeigt, wie schnell daran gearbeitet werden kann. Bei den Bemühungen um den Ausbau von kleineren kommunalen Anlagen geht es deutlich langsamer voran.“ Der Umweltverband fordert vom Hessischen Umweltministerium daher mehr Tempo für den Ausbau der kommunalen Kläranlagen mit der vierten Reinigungsstufe.

Der BUND appelliert besonders an die Stadt Darmstadt: Seit mehreren Jahren werde dort lediglich an einer Machbarkeitsstudie für die vierte Reinigungsstufe ihrer Großkläranlage gearbeitet. In diese Anlage würden auch die Abwässer von großen Industriefirmen der Chemie- und Kosmetikbranche eingeleitet. Ihre bestmögliche Reinigung sei genauso wichtig wie die der Firma Merck.

Nitsch: „Der langsame Fortschritt beim Ausbau der kommunalen Kläranlagen ist auch durch die zeitraubende Arbeitsweise im Umweltministerium bedingt. Durch Bürokratieabbau ließe sich das Arbeitstempo deutlich beschleunigen.“

Der BUND kritisiert, dass die Anforderungen an die Leistungen für die vierte Reinigungsstufe für jede Kläranlage einzeln vorgeschrieben werden. Ein gemeinsamer Anforderungskatalog mit Festlegungen für alle Anlagen in Hessen nach dem Vorbild Baden-Württembergs oder der Schweiz würde die vorbereitenden Arbeiten ohne Qualitätsverlust deutlich beschleunigen.

Nitsch: „In Baden-Württemberg sind bereits 30 Anlagen mit vierter Reinigungsstufe in Betrieb und weitere 27 in Planung oder im Bau. In Hessen arbeitet bisher lediglich eine Anlage, vorbereitende Arbeiten laufen für sechs weitere.“

Nach Kenntnis des BUND werden die Wünsche von Kläranlagenbetreibern außerhalb des Hessischen Rieds nach Festlegung von Anforderungen für den Ausbau ihrer Anlagen mit vierten Reinigungsstufen vom Umweltministerium nicht unterstützt.
 

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