BUND Landesverband
Hessen e.V.

Pressemitteilung

BUND begrüßt Artenschutzprogramme für Rotmilan, Schwarzstorch und seltene Fledermäuse

21. Mai 2021 | Biologische Vielfalt, Klimawandel, Wälder, Energiewende

Die Landesregierug plant Artenschutzprogramme für windkraftsensible Arten. Der BUND Hessen begrüßt diese Absicht, um den naturverträglichen Ausbau der Windenergie voranzubringen.

Rotmilan im Flug.  (Foto: Herwig Winter)

Frankfurt am Main, Pressemitteilung vom 21.05.2021

Der hessische Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) begrüßt die Absicht der Landesregierung, Artenschutzprogramme für Rotmilan, Schwarzstorch und die beiden seltenen Fledermausarten Mops- und Bechsteinfledermaus zu beginnen. Gabriela Terhorst, stellv. Vorsitzende des BUND Hessen: „Konkrete Artenschutzprogramme sind oft die einzige Möglichkeit, um bedrohten Arten wirkungsvoll zu helfen.“

Für die vier Arten wird das Überleben durch die immer intensivere Land- und Forstwirtschaft schwieriger. Für die beiden Vogelarten kommen zusätzliche Probleme wie die Bejagung in den Überwinterungsgebieten und auf dem Zug oder auch die Windkraft hinzu. „Es ist deshalb gut, wenn das Land nun Maßnahmenpakete schnürt, die die Bestände dieser Arten stützen“, freut sich Gabriela Terhorst vom BUND. 

Speziell die Fledermäuse der Wälder werden künftig immer mehr unter Druck geraten, da ihr Lebensraum, der Wald, durch den Klimawandel weiter geschädigt wird. „Windkraftanlagen im Wald müssen wir von zwei Seiten sehen. Sie sind dort, wo sie errichtet werden, ein Eingriff, leisten aber zugleich einen überörtlichen Beitrag gegen den Klimawandel, den der Wald auf ganzer Fläche unbedingt benötigt“, erläutert Gabriela Terhorst die differenzierte Sichtweise des BUND Hessen. 

In der öffentlichen Diskussion werden die Gefährdungen unserer Ökosysteme und der Arten immer noch unterschätzt. Das vom Klimawandel ausgelöste Waldsterben 2.0 und das Trockenfallen der Bachoberläufe in den letzten Jahren sind ernste Warnsignale. Das Hessische Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (HLNUG) hatte bereits 2019 auf die Gefährdung der Artenvielfalt in Hessen durch den Klimawandel hingewiesen und folgende zusammenfassende Einschätzung veröffentlicht: 

„Die Literaturrecherche und Expertenbefragung resultierte in einer Auswahl von 234 Arten, für die es Hinweise für eine erhöhte Gefährdungsdisposition durch die Folgen des Klimawandels gibt. Davon sind 73 Arten (31 %) bereits jetzt vom Aussterben bedroht (RL 1) und 70 Arten (30 %) gelten als stark gefährdet (RL 2) .... . Ungefähr die Hälfte der potentiellen Klimaverlierer sind auch Arten der Hessen-Liste, für deren Erhalt Hessen eine besondere Verantwortung trägt.“

Sollen die Gefahren für die Artenvielfalt und den Naturhaushalt begrenzt werden, dann müssen die Energiewende und der Ausbau der Windkraft auch in Hessen nach Meinung des BUND deutlich mehr Fahrt aufnehmen.

Hintergrund 

HLNUG 2019: Auswirkungen des Klimawandels auf hessische Arten und Lebensräume; 

https://shop.hlnug.de/fileadmin/dokumente/vertrieb/Naturschutz/HLNUG_NSS3.pdf

 

Weitere Informationen

 

Pressestelle BUND Hessen

Lynn Sophie Anders
069 677376 43
presse(at)bund-hessen.de
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60599 Frankfurt am Main

 

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