BUND Landesverband
Hessen e.V.

Pressemitteilung

Siebenschläfer-Tag: Auf der Suche nach dem kleinen „Zorro“

26. Juni 2020

„Wir möchten am Siebenschläfer-Tag die Aufmerksamkeit auf den Gartenschläfer richten, den kleinen Verwandten des Siebenschläfers. Denn die kleine Schlafmaus mit der „Zorro-Maske“ ist aus vielen Teilen Deutschlands nahezu spurlos verschwunden. Und wir wissen nicht, warum“, erklärt Susanne Steib.

Deutliches Erkennungsmerkmal des Gartenschläfers ist die "Zorro-Maske". (Foto: Jiří Bohdal)

Am 27. Juni ist Siebenschläfer-Tag. Der hessische Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) widmet diesen Tag dem Gartenschläfer und ruft alle Hessinnen und Hessen auf, sich an der Spurensuche nach der kleinen Schlafmaus zu beteiligen. „Wir möchten am Siebenschläfer-Tag die Aufmerksamkeit auf den Gartenschläfer richten, den kleinen Verwandten des Siebenschläfers. Denn die kleine Schlafmaus mit der „Zorro-Maske“ ist aus vielen Teilen Deutschlands nahezu spurlos verschwunden. Und wir wissen nicht, warum“, erklärt Susanne Steib, Projektmanagerin beim BUND Hessen.

Steib weiter: „Dank der zahlreichen Meldungen aus der Bevölkerung wissen wir, dass das Verbreitungsgebiet der Gartenschläfer in Hessen vom Rheingau bis ins Rhein-Main-Gebiet reicht. Von Lorch über Wiesbaden und Frankfurt bis in den Süden nach Riedstadt fühlt er sich besonders wohl. Aus dem restlichen Hessen gibt es leider kaum Nachweise. Gesichtet wurde er in seinen zahlreichen Lebensräumen. Er bewohnt Haus- und Kleingärten, Parks, Streuobstwiesen und Wälder.“

Mit dem Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ untersucht der BUND gemeinsam mit der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, warum der Gartenschläferbestand so stark gesunken ist. Das Projekt wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums. Die Unterstützung aus der Bevölkerung ist bei der Erforschung der kleinen Schlafmaus unverzichtbar. Obwohl er eine heimische Tierart ist, gibt es zum Gartenschläfer bislang kaum wissenschaftliche Untersuchungen.

 

Hintergrund

Der Gartenschläfer, wissenschaftlich Eliomys quercinus und deutsche Verantwortungsart, ist eine in Europa heimische Schlafmaus, verwandt mit dem Siebenschläfer. Erkennbar ist er an seiner typischen Gesichtszeichnung mit ausgeprägten schwarzen Ringen um die Augen, die an die „Zorro-Maske“ erinnert. Das Verbreitungsgebiet des Gartenschläfers ist in den vergangenen 30 Jahren um mehr als die Hälfte geschrumpft, in vielen Regionen ist er bereits ausgestorben. Die Ursachen sind bislang unklar. BUND, Justus-Liebig-Universität und Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung untersuchen deshalb nun alle denkbaren Einflussfaktoren: Nahrungsgewohnheiten und -angebote, Lebensraumansprüche und Klima, genetische Strukturen, Krankheiten und Parasiten, Fressfeinde und Prädatoren u.v.m.

 

Spurensuche Gartenschläfer

Wenn Sie Gartenschläfer (oder auch Siebenschläfer oder Hausmäuse) in ihrem Garten gesehen haben, melden Sie ihre Hinweise gerne auf www.gartenschlaefer.de. Der BUND, die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung untersuchen gerade die Ursachen, warum die Bestände dieser kleinen Schlafmaus in den vergangenen Jahren stark zurückgehen und setzen Maßnahmen zu ihrem Schutz um.

 

Weitere Informationen

 

 

Pressestelle BUND Hessen

Lynn Sophie Anders
069 677376 43
presse(at)bund-hessen.de
www.bund-hessen.de

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Geleitsstraße 14
60599 Frankfurt am Main

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