Pressemitteilung

Boden des Jahres 2026: BUND Hessen begrüßt Hessens Schirmherrschaft

04. Dezember 2025 | Flächenschutz

Der Archivboden wird „Boden des Jahres 2026“ und das Land Hessen übernimmt die Schirmherrschaft – der BUND Hessen begrüßt dies.

Pfeiler für die Amazon-Logistikhalle in Echzell. (Foto: Werner Neumann) Bebauung, Versiegelung und Abgrabung zerstören zu oft die in Böden enthaltenden Informationen.  (Foto: Werner Neumann)

Der hessische Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) begrüßt zum „Internationalen Tag des Bodens“ am 5. Dezember die Übernahme der Schirmherrschaft für den „Boden des Jahres 2026“ durch das Bundesland Hessen und fordert die Landesregierung zu mehr Schutz der Böden in Hessen auf.

Jörg Nitsch, Landesvorsitzender des BUND Hessen: „Der Internationale Tag des Bodens ist ein passender Anlass, um sich den Wert unserer Böden in Erinnerung zu rufen. Zumal dann, wenn es sich bei dem „Boden des Jahres 2026“ um die wichtigen Archivböden handelt. Böden verfügen im Allgemeinen über einen hohen Informationswert zu aktuellen und historischen Prozessen wie der Vegetations- und Klimageschichte sowie zur Kulturgeschichte der Menschen. Auf sogenannte Archivböden trifft dies in besonderem Maße zu.“

Der BUND Hessen weist darauf hin, dass die in Böden enthaltenden Informationen durch Bebauung, Versiegelung und Abgrabung zu oft zerstört werden und unwiederbringlich verloren gehen. Daher ist der Informationswert der Böden als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte zu schützen und zu sichern.

Der BUND Hessen erinnert aus Anlass des Weltbodentags außerdem daran, dass der Zustand unserer Böden mit ihren natürlichen Funktionen, ihrem Artenreichtum und natürlichem Klimaschutz einen sehr wesentlichen Teil unserer Existenzgrundlage darstellt, den es für kommende Generationen zu erhalten gilt. Für den Nahrungsmittelanbau besonders ertragreiche Böden werden weltweit und in Hessen immer knapper. Jörg Nitsch gibt zu bedenken: „Den Bauplanungen auf Böden, die für unsere Ernährungsversorgung unersetzlich sind, wird in Hessen dennoch kaum Einhalt geboten. So werden in der Wetterau, die seit Jahrtausenden bekannt für ihre ertragreichen Böden zum Nahrungsmittelanbau ist, riesige Logistikzentren auf sehr fruchtbaren Ackerböden in Wölfersheim und Echzell geplant.“

Auch der Ausbau von Umspannwerken und Rechenzentren findet zunehmend auf ertragreichen landwirtschaftlichen Böden statt. Der BUND Hessen klagt daher vor Gericht gegen den Verlust der wertvollen Böden bis in die letzte Instanz und fordert von der Landesregierung einen stärkeren Schutz für den Erhalt wertvoller Böden. Gerade durch die Zuständigkeit des Landes Hessen für den „Boden des Jahres 2026“ fordert der BUND Hessen die Landesregierung auf, ihre Verantwortung für das Schutzgut Boden nachdrücklich wahrzunehmen und dazu die Überwachung und den Schutz gesunder Böden deutlich zu verstärken, um im Jahr 2050 auch in Hessen das europaweite Ziel einer guten Bodengesundheit erreichen zu können.

Hintergrund:

Der Boden des Jahres wird anlässlich des alljährlichen Weltbodentags am 5. Dezember seit 2005 gekürt. Durch die Aktion soll die Bedeutung des Bodens für die Menschen und seine Schutzwürdigkeit vermittelt werden. 

 

Pressestelle BUND Hessen

Andrea Mateja
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