Fräulein Brehm vor Schülerinnen und Schülern auf der Bühne
(Foto: BUND Hessen)
„Wer von euch kennt Alfred Brehm?“, beginnt Schauspielerin Rahel Wölfle ihre Vorführung und blickt in fragende Gesichter der Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen der Naturparkschulen Donsbach, Ewersbach, Mandeln, Bad Endbach, Haiger, Roßbachtal und Wolzhausen. Sie waren vom hessischen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und dem Naturpark Lahn-Dill-Bergland am 22. und 23. Oktober zu einer ganz besonderen Theatervorstellung in die KulturScheune nach Herborn eingeladen worden. Nur wenigen Kindern ist der berühmte Zoologe und Schriftsteller ein Begriff – kein Wunder, lebte er doch vor über hundert Jahren. Für das Stück schlüpft Rahel Wölfle in die Rolle des „Fräulein Brehm“ – einer fiktiven Nachfahrin des bekannten Zoologen. So verspricht sie ihrem jungen Publikum tierische, erstaunliche und wissenschaftlich handfeste Einblicke in das wilde Leben von „Felis silvestris silvestris – der Wildkatze“.
Fräulein Brehm inszeniert in einer prall gefüllten Stunde auf fundierte, anregende und lustige Weise das Leben der Wildkatze. Die Kinder erfahren, dass die wilde Samtpfote, anders als unsere Hauskatzen, eine echte Europäerin und begnadete Schwimmerin ist. Sie durchquert Flüsse, hat Mäuse zum Fressen gern und freut sich – so man sie lässt – des Lebens, wäre da nicht die Zerstückelung ihrer Lebensräume und die Gefahr der Verpaarung mit der Hauskatze. Doch dank gezielter Schutzmaßnahmen kann sich die wilde Waldkatze wieder bei uns ausbreiten – eine echte Erfolgsgeschichte. Die Kinder sind aufmerksam bei der Sache und stellen viele Fragen, die das Fräulein gern beantwortet. Am Ende des Bühnenabenteuers dürfen alle noch am Lieblingsgeruch der Wildkatze, dem Baldrian schnuppern und ein echtes Wildkatzenfell streicheln. Meika Lübbeke vom Naturpark Lahn-Dill-Bergland freut sich sehr über die gute Resonanz der Naturparkschulen: „Es ist uns ein Anliegen, die Wildkatze und ihren Schutz auch bereits bei den Kleinen in den Fokus zu rücken. Sie können ihren Eltern und Geschwistern davon erzählen und wir alle gemeinsam können dafür sorgen, dass es der Wildkatze bei uns auch in Zukunft gut geht.“
Die Veranstaltung fand im Rahmen des BUND-Projekts „Wildkatzenwälder von morgen“ statt, das im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert wird. Das Land Hessen ist Co-Förderer des Vorhabens. Der Naturpark Lahn-Dill-Bergland ist Kooperationspartner im Projekt.
Hintergrund
In Hessen leben schätzungsweise wieder über 1.000 Wildkatzen. Einst durch massive Bejagung fast ausgerottet, steht die Art heute unter strengem Artenschutz und kann sich langsam wieder ausbreiten. Damit dies auch weiterhin passieren kann, wertet der BUND im Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ mit gezielten Maßnahmen im Wald die Lebensräume der Wildkatze auf. Dies trägt gleichzeitig dazu bei, Wälder artenreicher und widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen. Die Projektregion liegt zum größten Teil im Gebiet des Naturparks Lahn-Dill-Bergland. Dabei ist auch eine umfassende Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit ein wichtiger Pfeiler des Projekts.
Das sechsjährige Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Das Projekt setzen der BUND-Bundesverband, die BUNDjugend und die BUND-Landesverbände Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen um.
Seit 2004 engagiert sich der BUND in seinem „Rettungsnetz Wildkatze“ für den Schutz der gefährdeten Tiere und ihres Lebensraums.
Neben der Wildkatze hat das Ensemble um „Fräulein Brehms Tierleben“ noch viele weitere Tierarten im Repertoire. Weitere Informationen finden Interessierte hier.
Pressefotos
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