BUND Landesverband
Hessen e.V.

Pressemitteilung

36 Jahre Tschernobyl - BUND Hessen: Atomkraft ist nicht beherrschbar

25. April 2022 | Atomkraft, Energiewende

36 Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl ist ausgerechtnet dort die nukleare Bedrohung durch den russischen Angriffskrieg nun wieder real. Atomkraftwerke sind eine Hochrisikotechnologie, die in Kriegszeiten zusätzliche Risiken bergen.

Atomkraft ist eine Hochrisikotechnologie. (Foto: Niko Martin)

Frankfurt am Main, Pressemitteilung vom 25. April 2022 zum 36. Tschernobyl-Gedenktag am 26. April 2022

In Tschernobyl kam es vor 36 Jahren zum bislang schwersten Unglück des Atomzeitalters. Ausgerechnet dort ist die nukleare Bedrohung angesichts des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine nun wieder real. Nach Überzeugung des hessischen Landesverbandes des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) sind Atomkraftwerke schon im Normalbetrieb eine Hochrisikotechnologie. Erst recht sind sie nicht darauf ausgelegt, Kriege zu überstehen. Verirrte Geschosse oder längere Stromausfälle und ein Versagen der Kühlsysteme könnten eine atomare Katastrophe für ganz Europa bedeuten.

Dr. Werner Neumann, Atomexperte des BUND Hessen: „Tschernobyl ist Beweis dafür, dass Atomkraft nicht beherrschbar ist. Rufe nach einer Rückkehr zur Atomkraft angesichts der nuklearen Bedrohungen durch AKW im ukrainischen Kriegsgebiet und Putins Atombomben-Drohungen sind grundfalsch. Es darf keine Laufzeit-Verlängerung in Deutschland geben. Für Hessen bedeutet dies, dass die nicht gegebene Sicherheit der Zwischenlagerung von hochradioaktivem Atommüll in Biblis nun wieder auf die Tagesordnung muss“.

Atomkraftwerke lassen sich nicht bedarfsgerecht steuern. Sie verdrängen erneuerbare Energiequellen aus dem Stromnetz. Aus Sicht des BUND Hessen wird mit der Scheindebatte um Laufzeitverlängerungen versucht, von den energiepolitischen Versäumnissen der letzten Jahrzehnte abzulenken.

Der russische Angriffskrieg macht zudem die energiepolitische Abhängigkeit Deutschlands von Russland deutlich. Dabei geht es nicht nur um Gas, Öl und Kohle, sondern auch um die Uranlieferungen aus Russland. Etwa 40 Prozent der europäischen Uranimporte stammen aus Russland und Kasachstan, wie der aktuelle BUND-Uranatlas aufzeigt.

Der BUND fordert die Ampelregierung auf, bei ihrem Nein zu Laufzeitverlängerungen zu bleiben und den Atomausstieg zu vollenden.

 

Weitere Informationen:

  • Uranatlas 2022: Der aktualisierte Uranatlas 2022 erklärt auf mehr als 50 Seiten mit eindrucksvollen Grafiken den Weg des Urans. Neue Kapitel zu Frankreich, Tschechien, Kanada und den USA beleuchten die Gefahren des Uranbergbaus.
  • Faktenblatt „Russische Uran-Importe“
  • Ein aktuelles Papier des BUND- Bundesarbeitskreises Atomenergie und Strahlenschutz zum Thema Atomenergie und Atomwaffen mit dem Titel „Für das Ende der nuklearen Bedrohung“
  • Rückfragen: 
    Dr. Werner Neumann, 0172 667 38 15

 

Pressestelle BUND Hessen

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