BUND Landesverband
Hessen e.V.

Pressemitteilung

35 Jahre Tschernobyl: Mit jedem Tag wächst das Risiko – BUND fordert sofortigen und vollständigen Atomausstieg

21. April 2021 | Atomkraft, Energiewende

Atomausstieg jetzt! Am 26.4.1986 explodierte das AKW Tschernobyl. 35 Jahre nach der Katastrophe sind die Auswirkungen noch immer messbar. Der BUND Hessen weist darauf hin, dass trotz der Stillegung des AKW Biblis Ende Mai 2011 die Gefahren der Atomkraft auch in Hessen noch nicht beseitigt sind.

Trotz stillgelegter AKWs ist die Gefahr durch Atomkraft noch nicht vorüber. (Symbolbild: Niko Martin)

Frankfurt am Main/Berlin. Vor 35 Jahren explodierte Block 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl. Die Auswirkungen der Reaktorkatastrophe vom 26. April 1986 sind bis heute sogar in Deutschland messbar. Bestimmte Pilze und Wildarten, insbesondere in Süddeutschland, weisen überhöhte Radioaktivität auf und sollten nicht verzehrt werden. Trotz der Langzeitfolgen und des Wissens um die tödlichen Gefahren bedroht Atomkraft 35 Jahre nach Tschernobyl und zehn Jahre nach Fukushima noch immer Mensch und Natur. Auch in Deutschland und Hessen, direkt vor unserer Haustür. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Hessen (BUND Hessen) fordert daher einen sofortigen, vollständigen und sicheren Atomausstieg. 

Dr. Werner Neumann, Atomexperte des BUND Hessen: „Ein Super-GAU ist jederzeit möglich. Dieses permanente Risiko hat unsere Gesellschaft nie akzeptiert. Doch auch hierzulande ist die Gefahr nicht gebannt. Die letzten Reaktoren werden erst Ende 2022 abgeschaltet. Dabei erhöht jeder Tag das Risiko. Und selbst nach dem Atomausstieg befeuert Deutschland weiterhin das nukleare System, denn die Urananreicherungsanlage in Gronau und die Brennelementefabrik in Lingen laufen unbefristet weiter. Dabei ist vollkommen klar: Es braucht einen kompletten Atomausstieg in Deutschland und weltweit.“

Anstatt auf hochgefährliche Technologien zu setzen, sollte die Bundesregierung endlich den notwendigen naturverträglichen Ausbau Erneuerbarer Energien vorantreiben, damit Atomkraft endlich Geschichte wird. Ende März wurde auch noch bekannt, dass der wissenschaftliche Dienst der EU-Kommission dafür plädiert, Atomkraft als nachhaltig einzustufen. „Investitionen in Atomkraft sind nicht nachhaltig. Stattdessen verhindern sie sogar den wichtigen naturverträglichen Ausbau nachhaltiger Erneuerbarer Energien. Zudem wird die Jahrtausendaufgabe des Umgangs mit dem Atommüll unsozial auf nachfolgende Generationen abgewälzt. Für eine wirklich nachhaltige Zukunft ist der sofortige Ausstieg aus dieser Hochrisikotechnologie zwingend erforderlich“, ergänzt Guido Carl, stellvertretender Landesvorsitzender.

Der BUND Hessen weist darauf hin, dass trotz der Stillegung des AKW Biblis Ende Mai 2011 – knapp zwei Monate nach der Katastrophe von Fukushima – die Gefahren der Atomkraft auch in Hessen noch nicht beseitigt sind. Der BUND hat seit seiner Gründung vor 45 Jahren gegen das AKW Biblis gekämpft. Jetzt, nach der Abschaltung vor 10 Jahren, gilt es sicherzustellen, dass die Lagerung des Atommülls mit höchsten Sicherheitsanforderungen verbunden wird. Der BUND stellt dazu fest: Das Zwischenlager in Biblis ist nicht sicher gegen Flugzeugabstürze. Die eingelagerten Castor-Behälter aus Sellafield können bei Defekten nicht im Lager repariert werden. Ziel der Klage des BUND gegen den Stilllegungsbescheid ist, zu verhindern, dass zehntausende von Tonnen radioaktiv belastetes Abfallmaterial aus dem Abriss auf Deponien und als Recyclingmaterial verteilt wird und die Bevölkerung damit unnötig radioaktiver Strahlung ausgesetzt wird. Zudem engagiert sich der BUND beim Suchverfahren nach einem sogenannten „Endlager“ für hochaktiven Atommüll, das auch in Hessen liegen könnte. Die Atommülllagerung in Biblis darf nicht zur Sackgasse ohne Wendemöglichkeit werden!

 

Weitere Informationen 

 

Pressekontakt:

Dr. Werner Neumann, Experte für Atomenergie beim BUND Hessen | Tel.: 0172 66 73 815

 

Pressestelle BUND Hessen

Lynn Sophie Anders
069 677376 43
presse(at)bund-hessen.de
www.bund-hessen.de

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Geleitsstraße 14
60599 Frankfurt am Main

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