BUND Landesverband
Hessen e.V.

BUND-Tipp: Umweltfreundliche Zierpflanzen

21. Januar 2021 | Umweltgifte, Naturschutz, Klimawandel

Zimmerpflanzen verbessern die Luft und machen Räume gemütlicher. Doch nicht immer sind Zierpflanzen umweltfreundlich, da sie z.B. lange Transportwege hinter sich haben. Worauf Sie für umweltschonende Topfpflanzen achten müssen, verrät dieser BUND-Tipp.

Sorgen für ein gutes Raumklima: Zimmerpflanzen. (Foto: Lynn Sophie Anders)

Zimmerpflanzen verbessern die Luft, bringen ein Stück Natur in die Wohnung und machen Räume gemütlicher. Doch sind Zierpflanzen auch umweltfreundlich?

Pro Jahr werden rund 100 Millionen Zimmerpflanzen und rund eine Milliarde Beet- und Balkonpflanzen in Deutschland verkauft. Die Verkaufsschlager sind Weihnachtssterne und Alpenveilchen sowie Stiefmütterchen und Heidekraut. Die in Deutschland angebotenen Zierpflanzen haben jedoch oft eine lange Reise hinter sich. Die Samen oder Jungpflanzen kommen häufig aus Ägypten, Äthiopien, Kenia oder Costa Rica, die sich aufgrund ihres Klimas besonders für die Pflanzenzucht eignen.

Doch nicht nur den weiten Transport betrachtet der BUND Hessen kritisch: Bei der Aufzucht werden Insektizide gegen Läuse oder Raupen sowie Fungizide gegen Mehltau oder Rostpilze gespritzt. Um „schön“ auszusehen, kommen zudem Stauchungsmittel zur Anwendung; das sind chemische Wirkstoffe, die das Triebwachstum reduzieren, damit die Pflanzen nicht zu groß werden und dennoch blatt- und blütenreich sind. Einige der in den Produktionsländern eingesetzten Pestizide sind in Europa seit vielen Jahren nicht mehr zugelassen, da sie hochgiftig sind. Dennoch sind die Arbeiterinnen und Arbeiter ihnen oft schutzlos ausgeliefert. Auch für Floristinnen und Floristen in den Gärtnereien bei uns können die Rückstände auf den Pflanzen gesundheitsschädlich sein.

Ein weiteres großes Problem in der Zierpflanzenproduktion ist der oft als Pflanzsubstrat eingesetzte Torf. Rund zehn Millionen Kubikmeter davon werden jährlich in Deutschland verkauft – hauptsächlich für Blumenerde. 
Für den Natur- und Klimaschutz ist das fatal. Denn durch den Torfabbau werden Moore zerstört, die wertvolle, artenreiche und CO2-speichernde Ökosysteme darstellen. Zerstörte Moore sind nur schwer wiederherzustellen. Der beste Schutz der Moore ist deshalb, auf torffreie Blumenerde zu achten!

Mit dem Kauf von Bio-Zierpflanzen tragen Sie zum Schutz der Umwelt, von Mooren und der Gesundheit der Menschen im Pflanzenbau bei. Biologisch erzeugte Zierpflanzen gibt es von den bekannten Bio-Verbänden Demeter, Bioland und Naturland oder mit dem EU-Biosiegel. Hier wird auf Pestizide, Stauchungsmittel und Torf verzichtet.
Das Resultat der biologischen Zierpflanzenproduktion sind gesunde, robuste Pflanzen, die unsere Räume ganz natürlich verschönern und keine langen Transportwege hinter sich haben.

Verkauft werden Bio-Pflanzen in Naturkostläden, in den deutschlandweit rund 200 Bio-Gärtnereien, auf Märkten oder in Hofläden direkt vom Produzenten. Eine Liste mit Bezugsquellen für Bio-Pflanzen finden Sie hier: https://www.bio-zierpflanzen.de

 

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