Pressemitteilung

Mehr Grün in die Städte

20. April 2026 | Flächenschutz, Wälder

„Baum-Woche“ mit Umfrage und Mitmachangeboten zum Tag des Baums

Stadtbäume sind wichtige Schattenspender und Luftreiniger. Stadtbäume sind wichtige Schattenspender und Luftreiniger.  (Foto: Lynn Anders / BUND Hessen)

Zum Tag des Baums, am 25. April, fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Städte und Gemeinden auf, sich besser um das Stadtgrün zu kümmern, mehr Bäume zu pflanzen und diese auch zu wässern und zu pflegen. Bäume und Stadtgrün sind die wirkungsvollste Klimaanlage in den Siedlungen und schützen die Bewohner*innen vor gesundheitsgefährdender Überhitzung. Auch tragen sie zum Schutz der Artenvielfalt bei, verbessern das Stadtbild und das Wohlbefinden. Mit einem Schwerpunkt zum Tag des Baums lenkt der BUND die Aufmerksamkeit auf Aspekte rund um Bäume und Stadtgrün.

In einer repräsentativen Umfrage hat der Umweltverband Menschen in Städten mit mehr als 100.000 Einwohner*innen gefragt, wie sie auf Zustand, Pflege und Umfang ihrer Stadtnatur schauen. Fast die Hälfte (47 Prozent) der Befragten sind der Meinung, dass sich die politisch Verantwortlichen nicht ausreichend um Straßenbäume und Parks kümmern. Mehr als zwei Drittel wünschen sich mehr schattenspendende Bäume. Angesichts der Häufigkeit von Hitze- und Dürre-Phasen infolge der Klimakrise ein dringliches Anliegen.

Jörg Nitsch, Vorsitzender des BUND Hessen: „Gerade im letzten Sommer haben die Menschen in den Städten Hessens die Hitze deutlich gespürt. Asphalt, Beton und dichte Bebauung speichern die Wärme und machen ganze Viertel zu Hitzefallen. Das ist kein abstraktes Problem mehr, sondern Alltag für viele. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Kranke und sozial benachteiligte Gruppen. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein dafür, dass wir etwas ändern müssen: Unsere Städte brauchen mehr Grün, mehr natürliche Wasserspeicher und vor allem weniger versiegelte Flächen. Nur so können wir sie widerstandsfähig gegen die zunehmende Hitze machen – Hotspots, etwa in Darmstadt, zeigen schon heute, wie dringend dieser Wandel ist.“

Gerade im Frühjahr brauchen Straßenbäume Wasser

Gerade im Frühjahr benötigen Straßenbäume ausreichend Wasser für ihr Blattwachstum. Die Niederschläge in diesem Winter blieben aber zum wiederholten Male hinter dem Jahresmittel zurück, in Hessen lag die Niederschlagssumme laut Deutschem Wetterdienst im Winter 2025/2026 um etwa 17 Prozent unter dem Soll. Kurzfristig können die Grünverwaltungen den Bäumen helfen, indem sie in den Trockenphasen gießen. Langfristig hilft den Bäumen aber nur, ihnen mehr Raum zu geben. Für ein schattenspendendes Kronendach und für ein gesundes Wurzelsystem.

In vielen Städten wünschen sich die Bewohner*innen, dass die Politik sich mehr für einen guten Zustand der Bäume einsetzt. Besonders ausgeprägt ist dieser Wunsch in der Region rund um Wiesbaden und in Darmstadt.

Jörg Nitsch: „Immer mehr Menschen engagieren sich in Gießgemeinschaften, Urban-Gardening-Projekten oder Aktionen zum Abpflastern. In der Bevölkerung wächst der klare Wille, unsere Städte aktiv mitzugestalten. Dieses Engagement ist eine große Chance, denn Maßnahmen, die konkrete Probleme vor Ort lösen und an denen sich Menschen direkt beteiligen können, stoßen auf breite Unterstützung. Jetzt kommt es darauf an, diesen Schwung zu nutzen: Städte klimaresilient zu machen, gelingt am besten, wenn Politik und Verwaltung gemeinsam mit den Bürger*innen handeln.“

 

Hintergrund:

Das Institut Civey hat für den BUND vom 7. bis 11.4.2026 rund 2500 Menschen in Städten mit über 100.000 Einwohner:innen online befragt.

Seit 2018 kommt es regelmäßig im Frühjahr zu Perioden mit anhaltender Trockenheit und überdurchschnittlich hohen Temperaturen, die der Land- und Forstwirtschaft zu schaffen machen. Der letzte Waldzustandsbericht kam zu dem Ergebnis, dass sich die Bäume immer noch nicht von den vergangenen Hitzewellen erholt hatten und nur etwa jeder fünfte Baum im Wald frei von Kronenschäden ist.

Der Zustand von Stadt- und Alleebäumen wird nicht einheitlich erfasst, aber auch sie haben durch die wiederkehrende Trockenheit gelitten. Vielen Straßenbäumen fehlt es an ausreichend durchwurzelbarem Raum, der Boden ist stark verdichtet und nur schlecht belüftet. Die Klimakrise bewirkt nicht nur, dass es heißer ist und seltener regnet, sondern die Niederschläge, die fallen treten zunehmend als Starkregen auf, der von ausgetrockneten Böden nicht gut aufgenommen werden kann und ungenutzt in die Kanalisation abfließt. Das Konzept der Schwammstadt hat zum Ziel mit Entsiegelungen und Neupflanzungen die kühlende Wirkung von Bäumen und Freiflächen optimal zu nutzen.

 

Mehr Informationen:

 

Pressestelle BUND Hessen

Andrea Mateja
Tel.: 069 677376 43
E-Mail: presse(at)bund-hessen.de
Web: www.bund-hessen.de/presse

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
Landesverband Hessen e.V. | Geleitsstr. 14, 60599 Frankfurt
 

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