Für das Bündnis "Gemeinsam Klimaschutz in Hessen retten" sprachen am 26.03.2026 vor der Presse (v.li.): Dr. Werner Neumann, Vorstandsmitglied und Energieexperte beim BUND Hessen; Joachim Wierlemann, Vorsitzender des BWE Hessen; Cornelia Wolff, politische Geschäftsfühung beim BUND Hessen; Anja Zeller, Politische Geschäftsführung des VCD HessenMichael Rudolph, Vorsitzender des DGB Bezirk Hessen-Thüringen und Dr. Hubert Meisinger, Referent für Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit des Zentrum Bildung und Gesellschaft der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau
(Foto: BUND Hessen)
Angesichts der klimapolitischen Kehrtwende in Hessen hat ein breites Bündnis aus acht Organisationen heute, am 26. März 2026, auf einer Pressekonferenz in Wiesbaden einen grundlegenden Kurswechsel gefordert. Das Bündnis kritisiert insbesondere, dass die hessische Landesregierung den vereinbarten Klimaplan nicht mit der erforderlichen Konsequenz umsetzt und auch die Ziele des Hessischen Klimaschutzgesetzes deutlich verfehlt werden.
Gemeinsam legen die acht hessischen Organisationen einen konkreten Forderungskatalog vor, der Klimaschutz nicht isoliert, sondern als soziale und ökologische Gesamtaufgabe begreift. Die Forderungen verzahnen eine klimafreundliche Landwirtschaft und den Naturschutz mit der ökologischen Energiewende. Dabei setzt das Bündnis auf soziale Gerechtigkeit, die Sicherung guter Arbeit sowie eine echte Verkehrswende, gestützt durch klare politische Verantwortung und Transparenz.
Dr. Werner Neumann, Vorstandsmitglied und Energieexperte beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Hessen e.V.: „Die Politik in Hessen schadet dem Klimaschutz und damit der Lebensqualität aller. Die hessische Landesregierung ignoriert nicht nur die Ratschläge der Wissenschaft, sondern auch die eindringlichen Signale, die uns die Natur sendet. Wir dürfen nicht weiter klimaschädliches Verhalten an den Tag legen und lediglich mit den Folgen des Klimawandels wie Hitzewellen, Überschwemmungen und Artensterben umgehen lernen. Wir müssen deren Ursachen aktiv bekämpfen. Das Bündnis ‚Gemeinsam Klimaschutz in Hessen retten‘ zeigt, wie Klimaschutz wirtschaftlich, sozial und naturverträglich machbar ist.“
Michael Rudolph, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Bezirk Hessen-Thüringen: „Klimaschutz und gute Arbeit dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden – im Gegenteil: Der ökologische Umbau unserer Wirtschaft kann nur gelingen, wenn er mit sicheren, tarifgebundenen und mitbestimmten Arbeitsplätzen einhergeht. Wir brauchen jetzt gezielte Investitionen, Qualifizierung und den Aufbau klimafreundlicher Branchen, damit Beschäftigte echte Perspektiven haben. Gleichzeitig muss Klimaschutz sozial gerecht gestaltet werden und darf Menschen mit geringem Einkommen nicht überfordern. Nur wenn ökologische und soziale Fragen zusammen gedacht werden, wird der Wandel von den Menschen getragen.“
Dr. Hubert Meisinger, Referent für Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit im Zentrum Bildung und Gesellschaft der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau: „Soziale Gerechtigkeit ist für die Kirche in Hessen gelebter Auftrag: Sie zeigt sich dort am deutlichsten, wo christlicher Glaube nicht nur verkündet, sondern in konkreter Solidarität mit Menschen, die Hilfe benötigen, gelebt wird – zwischen konkreter Unterstützung im Alltag durch kirchlich getragene, soziale Einrichtungen und dem Mut, gesellschaftliche Verhältnisse kritisch zu hinterfragen und zu verändern. Das sind für uns als Kirche wichtige Anliegen in einer Zeit, die von einer Klimakrise immer größeren Ausmaßes geprägt wird. In diesem Sinne verstehen wird das Forderungspapier mit seinen sozialen Aspekten als Angebot der Zusammenarbeit bei der gemeinsamen Sorge um soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Frieden.“
Die heutige Veröffentlichung ist erst der Auftakt für weitere gemeinsame Aktivitäten des Bündnisses. Die Earth Hour in zwei Tagen sehen die Beteiligten als einen globalen Weckruf: „Während Millionen Menschen das Licht ausmachen, um ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen, ermahnen wir die Landesregierung, die Zukunft nicht im Dunkeln stehen zu lassen. Wir warten nicht, bis die Krise uns das Licht endgültig ausknipst.“
Über das Bündnis:
Das Bündnis hat sich Ende 2025 gegründet. Anlass sind die deutlichen Abweichungen der hessischen Klimapolitik von den eigenen gesetzlichen Zielvorgaben sowie die unzureichende Umsetzung des Klimaplans Hessen. Dem Bündnis gehören derzeit acht hessische Organisationen an: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Hessen e.V.; Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) Landesverband Hessen; Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) Bezirk Hessen-Thüringen; Der Paritätische Wohlfahrtsverband, Landesverband Hessen e.V.; Landfrauenverband Hessen e.V.; Verkehrsclub Deutschland (VCD) Landesverband Hessen e.V.; Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club, Landesverband Hessen e.V. (ADFC Hessen); Zentrum Bildung und Gesellschaft der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau
Weitere Informationen:
- Forderungspapier des Bündnis „Gemeinsam Klimaschutz in Hessen retten“
- Klimaschutz in Hessen – Kritik an Landesregierung des BUND Hessen
- Ein Sofortprogramm für den Klimaschutz in Hessen – BUND Hessen
- Energiewende jetzt – für Hessens Zukunft – BWE Hessen
Kontakt für Rückfragen:
- BUND Hessen: Dr. Werner Neumann, Vorstandmitglied und Energieexperte,Tel.: 0172 6673815, E-Mail: werner.neumann@bund.net
- BWE Hessen:Katharina Prenzel, Leitung Geschäftsstelle Landesverband Hessen, Tel.: 0157-805 767 88, E-Mail: k.prenzel@wind-energie.de
- DGB Hessen-Thüringen:Lisa Merz, Referentin für Presse-und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 069 27 30 05 52, E-Mail: lisa.merz@dgb.de
- Der Paritätische Hessen: Claudia Vortmann, Projektkoordination Klimaschutz, Tel: 069 95 52 62 39, E-Mail: claudia.vortmann@paritaet-hessen.org
- Landfrauenverband Hessen:Carola Biaesch, Geschäftsführerin, Tel.: 0157 34690908, E-Mail: biaesch@landfrauen-hessen.de
- VCD Hessen:Anja Zeller, Politische Geschäftsführung, Tel.: 0157 52495659, E-Mail: landespolitik@vcd-hessen.de
- ADFC Hessen: Sofrony Riedmann , Geschäftsführung, Tel.: 069 9563460 41, E-Mail: sofrony.riedmann@adfc-hessen.de
- Zentrum Bildung und Gesellschaft der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau: Dr. Hubert Meisinger, theologischer Referent für Umweltfragen, Tel. 06151 6690 184, E-Mail: hubert.meisinger@ekhn.de
Pressestelle BUND Hessen
Andrea Mateja
Tel.: 069 677376 43
E-Mail: presse(at)bund-hessen.de
Web: www.bund-hessen.de/presse
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