Schattige Orte sind eine schnelle Hilfe gegen Hitze.
(Foto: Wolfgang Dirscherl
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Pixelio)
Heute droht der heißeste Tag, den Hessen je erlebt hat. Bis zu 40 Grad, tropische Nächte und hohe Ozonwerte machen deutlich: Die Klimakrise ist längst real – auch bei uns vor der Haustür. Der hessische Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) warnt: Die Auswirkungen sind deutlich spürbar, doch die Landesregierung bremst beim Klimaschutz, statt entschlossen zu handeln.
Jörg Nitsch, Vorsitzender des BUND Hessen: „Extreme Wetterlagen wie Hitzewellen, Trockenperioden oder Starkregen nehmen deutlich zu – auch bei uns in Hessen. Trotzdem kürzt die Landesregierung ausgerechnet beim Natur- und Klimaschutz. Das ist nicht nur fahrlässig, das gefährdet die Gesundheit der Menschen und unsere Lebensgrundlagen.“
Besonders betroffen sind Städte und Ballungsräume. Asphalt, Beton und dichte Bebauung speichern Hitze – sogenannte Wärmeinseln entstehen. In hessischen Großstädten kann es dabei bis zu zehn Grad heißer werden als im Umland. Das belastet vor allem ältere Menschen, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen. Zugleich fehlt es an naturnahen Rückzugsräumen für Tiere, an Schatten und an wasserspeichernden Böden.
Blockierte Maßnahmen, gefährliche Versäumnisse
„Wir müssen unsere Städte klimaresilient umbauen – mit mehr Grün, mehr Wasser in der Fläche und weniger Versiegelung. Gleichzeitig müssen wir die Energiewende vorantreiben – mit klarer Priorität für erneuerbare Energie“, sagt Jörg Nitsch. „Dafür braucht es politischen Willen, verlässliche Regeln und gezielte Investitionen.“
Doch die Landesregierung kürzt im Klima- und Naturschutz, verzögert die Wärmewende und blockiert zentrale Instrumente wie den dringend notwendigen Wassercent. „Wie wichtig Wasser ist, zeigt sich gerade in Hitzewellen – doch auch hier verschließt die Landesregierung die Augen vor der Realität. Wasser wird knapper, der Zustand unserer Flüsse verschlechtert sich und Hessen spart ausgerechnet bei der Vorsorge? Das ist kurzsichtig und gefährlich,“ führt der Landesvorsitzende aus.
Verantwortung übernehmen – politisch wie lokal
Der BUND Hessen ruft dazu auf, sich für klimaresiliente Städte einzusetzen – etwa durch entsiegelte Höfe, begrünte Dächer oder Wasserstellen für Tiere. Auch politisches Engagement ist entscheidend: „Fordern Sie den Wassercent, setzen Sie sich für naturnahe Entwicklung vor Ort ein – und machen Sie deutlich: Wir erwarten, dass Hessen seiner Verantwortung gerecht wird“, sagt Jörg Nitsch. Denn klar ist: Die großen Hebel liegen in der Politik. „Dieser Sommer zeigt uns erneut, wie dringend wir umsteuern müssen. Hessen braucht endlich wieder eine Klimapolitik, die diesen Namen verdient – und einen Naturschutz, der nicht auf dem Papier, sondern in der Fläche wirkt“, sagt der Vorsitzende des BUND Hessen.
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