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Pressemitteilung

BUND: 9-Euro-Ticket braucht direktes Nachfolgeangebot – Deutliche Verbesserungen beim ÖPNV in Hessen nötig

01. August 2022 | Mobilität, Klimawandel

Jörg Nitsch: „Wir erwarten (...) von der Landesregierung, dass sie sich dafür einsetzt, ein bundesweites 365-Euro-Ticket als direkte Nachfolge zum 9-Euro-Ticket einzuführen und der ÖPNV in Hessen zum echten Rückgrat der Mobilitätswende wird“.

Jörg Nitsch, Landesvorsitzender BUND Hessen (Foto: Niko Martin)

Die überaus große Nachfrage nach dem 9-Euro-Ticket belegt, dass die Menschen durchaus bereit sind, Bahnen und Busse zu nutzen, wenn die Parameter stimmen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Hessen sieht die Chance mit attraktiven Ticketpreisen und einer deutlichen Verbesserung des Angebots im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), dauerhafte Veränderungen im Mobilitätsverhalten der Bevölkerung anzustoßen. Positiv zu bewerten ist auch, dass Verbundgrenzen beim 9-Euro-Ticket keine Rolle spielen.

Der BUND fordert ein bundesweit gültiges 365-Euro-Jahresticket direkt im Anschluss an das 9-Euro-Ticket, das in Hessen für alle Menschen erhältlich sein sollte und nicht wie bislang nur für Schüler*innen und Senior*innen. Darüber hinaus ist dessen Verlängerung oder ein vergleichbar günstiges Angebot für Menschen mit niedrigem Einkommen wichtig. Beide Angebote sollten auch monatsweise erworben werden können.

Jörg Nitsch, Landesvorsitzender des BUND Hessen: „ÖPNV dauerhaft für einen Euro am Tag in ganz Deutschland wäre ein Schritt Richtung Mobilitätswende und im Sinne der Menschen. Wir begrüßen, dass es in Hessen das 365-Euro-Ticket bereits für Schüler und Senioren gibt. Für eine ernstgemeinte Mobilitätswende müssen klimafreundliche Mobilitätsformen jedoch für Alle gleichermaßen zugänglich sein. Die aktuelle Nachfrage legt aber auch schonungslos den Finger in die Wunde, wo es beim ÖPNV in Hessen noch hakt. Fehlende Angebote im ländlichen Raum, zu geringe Taktzeiten und zu kurze Züge, vor allem bei der Beförderung der Berufspendler*innen. Hier muss die Landesregierung nachsteuern: Mehr Tempo bei der Reaktivierung von Eisenbahnstrecken und bessere Anbindungen für den ländlichen Raum sind dafür unverzichtbar. Generell sollte Priorität bei der Mobilitätswende haben, dass der ÖPNV vor allem verlässlich, komfortabel, digitaler, sauber und barrierefrei sowie günstiger als das Autofahren ist“. 

Um einen „Umsteige-Effekt“ zu erzielen, muss die Landesregierung sich für die Verkehrsverlagerung vom Auto auf klimafreundliche Alternativen stark machen. Der BUND Hessen unterstützt deshalb das Volksbegehren für ein Verkehrswendegesetz, das den Anstieg von umweltfreundlichen Mobilitätsformen auf 65 % fordert. Am 28.8.2022 werden die Unterschriften im Rahmen einer Sternfahrt nach Wiesbaden an den Hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir übergeben. 

Nitsch weiter: „Wir erwarten deshalb von der Landesregierung, dass sie sich dafür einsetzt, ein bundesweites 365-Euro-Ticket als direkte Nachfolge zum 9-Euro-Ticket einzuführen und der ÖPNV in Hessen zum echten Rückgrat der Mobilitätswende wird“.

Für eine nachhaltige Finanzierung der günstigen Tickets und der deutlichen Verbesserungen im ÖPNV fordert der BUND Bundesmittel und Landesmittel weiter aufzustocken. Zusätzliches Steuergeld durch Einnahmen aus der CO2-Abgabe, der Lkw-Maut, einer neuen, fahrleistungsabhängigen Pkw-Maut, einer Citymaut und erhöhte Parkgebühren müssen zur Finanzierung der Schieneninfrastruktur und dem ÖPNV genutzt werden. Zusätzlich fordert der BUND die Abschaffung aller klimaschädlichen Subventionen.

„Das Fortschreiten der Klimakrise zeigt, dass wir ein anderes Mobilitätsverhalten fördern müssen. Die Menschen sind bereit für den Umstieg. Die politisch Verantwortlichen müssen jetzt die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen“, so Nitsch abschließend.

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