BUND Landesverband
Hessen e.V.

Ökologisches Bücherregal: Wie lese ich nachhaltig?

02. November 2021 | Nachhaltigkeit, Ressourcen & Technik

Wie nachhaltig sind eigentlich Bücher? Wie erkenne ich, dass das bedruckte Papier aus nachhaltigen Quellen stammt? Und haben E-Reader Vorteile gegeüber gedruckten Büchern?

Wie wird Lesen nachhaltiger?  (Foto: Lum3en / Pexels)

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen kühler – für viele Menschen beginnt nun die Jahreszeit, in der sie es sich mit einer Tasse Tee, einer dicken Decke und einem guten Buch auf dem Sofa gemütlich machen. Entspannend ist Lesen allemal, doch haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, welche Umweltauswirkungen damit verbunden sein können?

Gedruckte Bücher mit dem FSC-Siegel

Bei der Herstellung von 10 Büchern mit je 200 Seiten aus Frischfaserpapier entstehen rund 11 Kilogramm CO2. Um den Ressourcenverbrauch zu reduzieren, ist es ratsam, darauf zu achten, welches Papier für die Herstellung verwendet wurde. Eine Orientierung dazu bieten Gütesiegel. Der BUND unterstützt das FSC-Siegel, welches deutlich besser zu bewerten ist als die Verwendung von Frischfaserpapier. Das Siegel ist für gewöhnlich im Buch zu finden.

Neben dem verwendeten Papier hat es ebenfalls Auswirkungen auf die Umwelt, wie ein Buch gebunden worden ist: Taschenbücher sind generell umweltfreundlicher als Hardcover-Exemplare. Die Herstellung eines festen Einbands kostet nämlich doppelt so viele Ressourcen wie das Softcover eines Taschenbuchs. Lediglich bei Kinderbüchern kann es sinnvoll sein, sich für Hardcover-Bücher zu entscheiden – sie sollen ja schließlich lange halten.

Wann E-Reader besser sind als das Buch

Knifflig ist auch die Ökobilanz eines E-Readers. Die Produktion eines E-Readers ähnelt der eines Smartphones, genauso wie der damit verbundene Ressourcenverbrauch. E-Reader benötigen während der Lektüre dank des stromsparenden Displays oftmals nur beim Umblättern eine Energiezufuhr. Auch wird der E-Reader tendenziell länger genutzt als ein Smartphone.

Dem einzelnen Buch gegenüber hat der E-Reader natürlich eine schlechtere Bilanz, was sich allerdings bessert, umso intensiver er genutzt wird. Bei der Herstellung von 10 E-Books entsteht so ungefähr 20 Prozent weniger CO2. Als Faustformel gilt trotzdem, dass der E-Book-Reader nach etwa 30 Büchern mit den gedruckten Versionen gleichzieht. Genauso ist zu beachten, dass E-Reader durch die Produktion im Ausland lange Transportwege hinter sich haben.

Es muss nicht immer neu sein

Wer sich besonders umweltbewusst auch beim Lesen verhalten möchte, der sollte sich überlegen, gebrauchte Bücher zu kaufen. So verteilen sich der Ressourcenverbrauch und die Umweltbelastungen aus der Produktion auf viele Nutzer*innen. Findet bald ein Flohmarkt statt? Dort werden Sie sicherlich fündig. Oder Sie leihen Bücher bei Bibliotheken oder Freund*innen aus. Darüber hinaus gibt es in vielen Städten und Kommunen mittlerweile öffentliche Bücherschränke, die es erlauben, Bücher zum Tausch anzubieten. Allein in Frankfurt am Main finden Sie mehr als 20 solcher Schränke.

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