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BUND Landesverband
Hessen e.V.

Pressemitteilung

Tag des (Stadt)Baumes: Mehr Bäume braucht die Stadt!

24. April 2020 | Klimawandel, Lebensräume, Naturschutz

Tag des Baums 2020: „Um den Folgen der Klimaerwärmung in Städten wirkungsvoll gegenzusteuern, müssen wir bestehende Straßen- und Parkbäume erhalten und neue großkronige Bäume pflanzen“, fordert Jörg Nitsch, der Landesvorsitzende des BUND Hessen.

Stadtbäume in Herborn. (Foto: Annette Jakobi / BUND Herborn)

BUND Hessen fordert mehr Erhaltungsmaßnahmen für Stadtbäume zur Anpassung an den Klimawandel

Der hessische Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) richtet am Tag des Baumes seine Aufmerksamkeit auf Stadtbäume und betont seine Forderung, die Grünplanung in Städten grundlegend neu auszurichten. „Um den Folgen der Klimaerwärmung in Städten wirkungsvoll gegenzusteuern, müssen wir bestehende Straßen- und Parkbäume erhalten und neue großkronige Bäume pflanzen“, fordert Jörg Nitsch, der Landesvorsitzende des BUND Hessen. „Zugleich müssen wir ihre Wasserversorgung ohne die Verwendung von Trinkwasser sicherstellen. Der Frühling ist schon wieder viel zu trocken. Stadtbäume leiden besonders darunter, denn sie wachsen im urbanen Bereich ohnehin unter Extrembedingungen. Die Grünämter müssen einen Plan zur Bewässerung der Stadtbäume möglichst mit Brauch- und Flußwasser erstellen, damit die Bäume den drohenden dritten Dürresommer in Folge überleben.“

Die heute übliche Verwendung von Trinkwasser zur Bewässerung des Stadtgrüns sollte künftig so schnell und soweit wie möglich eingeschränkt werden. Trinkwasser ist ein viel zu wertvolles Lebensmittel und für die Bewässerung von Bäumen in Dürrezeiten zu schade. Trinkwasser ist mancherorts bereits knapp und seine Gewinnung in Hessen auf großer Fläche mit ökologischen Schäden und Risiken verbunden. Die Erhaltung der Stadtbäume darf nach Meinung des BUND Hessen nicht dazu führen, dass eine verstärkte Grundwasserentnahme die Risiken für die Wälder im Hessischen Ried, im Burgwald oder im Vogelsberg erhöht. Unbedingt erforderlich sei die konsequente Umstellung der Baumbewässerung in den Städten auf die Verwendung von Brauchwasser, Flusswasser oder gering verunreinigtem Wasser.

Ergänzend zur Bewässerung mit Brauch- oder Flusswasser bietet sich für Kommunen die Nutzung von Regenwasser an. Zwei konkrete Maßnahmen könnten dafür berücksichtigt werden: Durch den Bau von Regenwasser-Zisternen bei kommunalen Gebäuden, und die Auflage, Zisternen grundsätzlich in Bebauungspläne aufzunehmen, könnte vor den Trockenperioden Regenwasser gesammelt und im Sommer bei Bedarf eingesetzt werden. Regenrückhaltebecken bieten hingegen eine Alternative, sogar während der heißen Monate an Regenwasser zu gelangen, denn sie füllen sich auch durch sommerliche Starkniederschläge.

Der Erhalt und die Neupflanzung von Straßen- und Parkbäumen durch Städte und Kommunen ist eine der wichtigsten Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel und dient auch der Gesundheit der Menschen. Bei dauerhaft hohen Temperaturen im Sommer sind Stadtbäume die stillen Helden der Städte: Sie spenden Schatten, lassen die Umgebungstemperatur spürbar sinken und filtern Emissionen aus der Luft. Das Robert Koch Institut schätzt, dass 2018 in Hessen etwa 740 Menschen hitzebedingt verstorben sind1.

Hintergrund:

Verdichtete und versiegelte Böden, heißere Temperaturen in Städten, Schadstoffe in der Luft und Belastung durch Streusalz im Winter machen Städte zu extremen Standorten für Bäume. Bei anhaltender Hitze ist der Boden häufig zu trocken, um das Regenwasser aufzunehmen. Insbesondere junge Bäume oder Flachwurzler kommen nicht an das Grundwasser heran und sind deshalb auf zusätzliche Wasserversorgung angewiesen.

Bäume, die stark unter Trockenstress leiden, erkennt man daran, dass sich die Blätter einrollen und vergilben. In letzter Konsequenz werden die Blätter abgeworfen. Im höchsten Wipfel sind die Symptome zuerst sichtbar: Bei anhaltender Trockenheit wird ein Großteil oder gar die ganze Krone schütter und durchsichtig. Die Bäume bilden dann auch nur noch kleinere und sichtbar hellere Blätter aus.

Wirksam für Bäume in der Klimakrise sind neben Maßnahmen zum allgemeinen Klimaschutz:

  • die Entsiegelung von Wegen und Plätzen, um mehr Wasser im Boden zu speichern,
  • die Vergrößerung von Baumscheiben und Grünstreifen, um Bäumen mehr Raum zu geben,
  • und die dauerhafte Bepflanzung mit geeigneten heimischen Bodenbedeckern, die den Boden vor Verdunstung schützen und Insekten Futter und Heimat bieten. 

 

Weitere Informationen

 

 


1   www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2019/23/Art_01.html

 

Pressestelle BUND Hessen

Lynn Sophie Anders
069 677376 43
presse(at)bund-hessen.de
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Geleitsstraße 14
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