BUND Landesverband
Hessen e.V.

Pressemitteilung

Rechenzentren umweltfreundlicher gestalten: Effizienter Stromeinsatz – Nutzung der Abwärme – Schadstoffemissionen stoppen

02. Juni 2021 | Energiewende, Nachhaltigkeit, Luftreinhaltung

Im Rhein-Main-Gebiet ist in den vergangenen Jahren eine große Zahl von Rechenzentren entstanden. Zahlreiche weitere sind in Planung. Rechenzentren werden mit hoher Verfügbarkeit rund um die Uhr betrieben. Daher ist es erforderlich, dass die Rechenzentren so energieeffizient wie möglich betrieben werden.

Rechenzentren verbrauchen viel Energie und müssen daher umweltfreundlicher werden.  (Foto: Brett Sayles / Pexels)

Frankfurt/Offenbach, gemeinsame Pressemitteilung von BUND Hessen und Lokale Agenda 21 Offenbach vom 02. Juni 2021

 

Angesichts der Vielzahl vorhandener bzw. in Planung befindlicher Rechenzentren im Rhein-Main-Gebiet fordern der hessische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) und die Lokale Agenda 21 (LA 21) - Gruppe Offenbach in einem gemeinsamen Positionspapier, dass diese so energieeffizient wie möglich betrieben werden.

Rechenzentren, die mit hoher Verfügbarkeit rund um die Uhr betrieben werden, haben bundesweit einen jährlichen Strombedarf von mehr als 5 Terawattstunden (TWh), was ca. 1 % des Gesamtstrombedarfs in Deutschland entspricht. Der Strombedarf im Rhein-Main-Gebiet wird durch die vorhandenen und geplanten Rechenzentren in u.a. Frankfurt, Offenbach und Hanau, fast verdoppelt.

Doch nur wenige der Rechenzentren weisen den besten Standard der Energieeffizienz auf. BUND Hessen und Lokale Agenda 21 fordern, dass der erhebliche Strombedarf durch erneuerbare Energien bereit gestellt wird und fordern deshalb den massiven Ausbau von Windenergie in der Region und Photovoltaik auf allen Gebäuden.

Beim Betrieb von Rechenzentren fällt viel Abwärme an. Die Abwärme aller Rechenzentren (plus diverser Serverzentren in Bürogebäuden) beläuft sich mittlerweile auf 5 TWh, das entspricht etwa dem gesamten Heizwärmebedarf der Wohngebäude Frankfurts und Offenbachs.

„Zwingend erforderlich ist, dass zumindest für alle neu in Betrieb gehende Rechenzentren vorgeschrieben wird, die Abwärme für die Beheizung benachbarter Gebäude zu nutzen oder die Abwärme in bestehende Fernwärmenetze einzuspeisen. Dazu sind effiziente Groß-Wärmepumpen erforderlich. Gefordert wird eine Zusammenarbeit zwischen Rechenzentrum-Betreibern und Energieversorgern. Die Kommunen müssen dies planerisch sicherstellen. Forschungsbedarf sollte durch das Land Hessen unterstützt werden“, ergänzt Dr. Werner Neumann Energieexperte beim BUND Hessen die Forderung.

Weitgehend unbekannt ist, dass allein durch den Testbetrieb der Notstromdiesel erhebliche Mengen an Schadstoffemissionen wie Stickoxide, Ruß und Feinstaub durch die nur scheinbar sauberen Rechenzentren entstehen. Sie liegen in der Größenordnung eines fossil betriebenen Heizkraftwerks. Die beiden Verbände fordern daher den Einsatz von Rauchgasfiltern und alternativen Brennstoffen. Hier sind Änderungen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes dringend erforderlich.

„Insgesamt kann durch effiziente, saubere Rechenzentren mit Abwärmenutzung ein großer Beitrag zum Klimaschutz und Immissionsschutz geleistet werden“, erklärt Barbara Levi-Wach von der Lokalen Agenda 21 Offenbach. BUND Hessen und LA 21 Offenbach werden sich daher an alle Adressaten wenden, Rechenzentren, Energieversorger, Kommunen, Bund und Land, damit die Rechenzentren im Rhein-Main-Gebiet zu Vorbildern der Energiewende werden.

 

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