Pressemitteilung

BUND lehnt Forschungsförderung für Kernfusion ab

31. Oktober 2023

„Es darf nicht sein, dass Politiker sich zur Lobby der Kernfusion machen (...). Es wäre dem Klimaschutz wahrlich mehr geholfen, sich voll auf Einsparung von Energie und erneuerbare Energien zu konzentrieren.“ Dr. Werner Neumann, Energieexperte des BUND Hessen

Dr. Werner Neumann, Atom- und Energie-Experte beim BUND. Dr. Werner Neumann, Atom- und Energie-Experte beim BUND.  (Foto: Lynn Anders)

Der Landesverband Hessen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) lehnt die von verschiedenen Politikern geforderte Forschungsförderung für Projekte der Kernfusion in Hessen ab.

Dr. Werner Neumann, Energieexperte des BUND Hessen: „Es darf nicht sein, dass Politiker sich zur Lobby der Kernfusion machen und falsche Argumente übernehmen ohne sich sachkundig zu machen. Es wäre dem Klimaschutz wahrlich mehr geholfen, sich voll auf Einsparung von Energie und erneuerbare Energien zu konzentrieren.“

Die von der CDU angestrebte Landesförderung von Kernfusionsprojekten in Hessen darf keinesfalls im Koalitionsvertrag stehen, egal wer die zukünftige Landesregierung bildet.

Besonders erstaunt zeigte sich Neumann, dass der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky die Kernfusion als „saubere und gefahrlose Zukunftstechnologie“ bezeichnet und behauptet hat, es „entstünde kein radioaktiver Abfall“. (FR 28.10.2023 Hanau, Main Kinzig)

Tatsächlich beruht die Kernfusion auf dem Einsatz des hoch radioaktiven und gefährlichen Tritiums, das im menschlichen Organismus Krebs hervorrufen kann. Selbst wenn eine Kernfusionsanlage funktionieren würde, würde sie, so Neumann, beim Abriss mindestens genauso viel Atommüll erzeugen, wie Kernspaltungsreaktoren. Die Anlagen wären durch Neutronenaktivierung so sehr mit radioaktiven Elementen durchsetzt, dass man diese kaum reparieren könne. Alles andere als eine verlässliche Energiequelle. Und auch wenn diese Art Atommüll schneller zerfällt, bräuchte es Endlager für mehrere 1000 Jahre.

Neumann: „Heute ist schon absehbar, dass Kernfusion eine weitere Großtechnik wäre, die nicht zum notwendigen dezentralen Ausbau von Wind- und Solarstrom passt. Zudem wäre der Strom aus Kernfusion im Vergleich dazu mindestens 2-4 mal teurer.“

Der BUND Hessen stellt daher fest, Kernfusion passt nicht zu Hanau, einer Stadt wo man seit Jahrzehnten gemeinsam mit dem BUND gegen gefährliche Atomanlagen vorgegangen ist.

 

Eine ausführliche Stellungnahme zur Kernfusion bei BUND.net:

https://www.bund.net/themen/aktuelles/detail-aktuelles/news/kernfusion-ein-unrealistischer-teurer-strahlender-traum/

 

Pressestelle BUND Hessen

Lynn Sophie Anders
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presse(at)bund-hessen.de
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