BUND Landesverband
Hessen e.V.

Pressemitteilung

BUND kritisiert Reaktion der IHK Frankfurt auf Stadtkonzept für Ansiedlung von Rechenzentren

24. März 2022 | Energiewende, Luftreinhaltung

Die IHK Frankfurt kritisiert das städtische Konzept für die Planung von Rechenzentren. Für den BUND Hessen ist die Kritik nicht nachvollziehbar, denn durch eine gute Planung von Rechenzentren besteht viel Potenzial, sie klimafreundlicher zu gestalten, z.B. durch die Nutzung der Abwärme.

Rechenzentren verbrauchen viel Energie und müssen daher umweltfreundlicher werden.  (Foto: Brett Sayles / Pexels)

Der hessische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) reagiert auf die Kritik des Präsidenten der IHK Frankfurt, Ulrich Caspar, am Konzept der Stadt Frankfurt für die Ansiedlung von Rechenzentren.

Dr. Werner Neumann, Energieexperte des BUND: „Einerseits erwartet der IHK-Präsident durch die Beschränkung der Ansiedlung neuer Rechenzentren auf Eignungsgebiete »negative Folgen für den Wirtschaftsstandort (...) hinsichtlich der Geschwindigkeit hin zu einer klimaneutraleren Wirtschaft«. Andererseits blendet er komplett aus, dass Rechenzentren selbst einen immensen Energieverbrauch aufweisen.

Seine Kritik daran, dass Kriterien für die Nutzung der Abwärme der Rechenzentren erarbeitet werden sollen, ist mir unverständlich. In aller Regel wird die Abwärme bislang eben nicht genutzt, sondern heizt die Umgebung auf. Richtig ist vielmehr, die Nutzung von Abwärme als eine Grundvoraussetzung für die Genehmigung neuer Rechenzentren in das Planungsrecht aufzunehmen. Dann würde sich auch die Einrichtung von Eignungsgebieten erübrigen, was sinnvoll ist, weil für dezentral errichtete Rechenzentren mit Abwärmenutzung deutlich kürzere Leitungswege erforderlich sind.

Keine Erwähnung wert ist dem IHK-Präsidenten die Tatsache, dass durch einen notwendigen monatlichen Testbetrieb der Notstromdiesel der Rechenzentren, die benötigt werden, um den Betrieb und die Datensicherheit beim Ausfall des Stromnetzes sicherzustellen, hohe spezifische Schadstoffemissionen auftreten.

Diese Scheuklappensicht ist mir unverständlich und sie passt auch nicht in eine Zeit, in der alles getan werden muss, um die Klimaerwärmung zu begrenzen und die Emissionen von Luftschadstoffen zu reduzieren.

Dezentrale Rechenzentren mit Abwärmenutzung und sauberer Notstromversorgung dienen dem Klimaschutz und dem Immissionsschutz gleichermaßen. Ich empfehle die Lektüre des Positionspapiers des BUND Hessen und der „Lokalen Agenda 21“-Gruppe der Stadt Offenbach »Rechenzentren umweltfreundlich gestalten«.“

 

Pressestelle BUND Hessen

Lynn Sophie Anders
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