Pressemitteilung

BUND-Kommentar: Erweiterung Rheinwasseraufbereitung – Besser spät als nie

19. März 2024 | Hessisches Ried Wälder, Wälder

Anlässlich der Übergabe der Machbarkeitsstudie zur Erweiterung der Rheinwasseraufbereitung an das Umweltministerium fordert der BUND die Umsetzung der Empfehlungen des Runden Tisches Grundwassersanierung zur Rettung der Wälder im Hessischen Ried.

Geschädigte Bäume im Hessischen Ried. Geschädigte Bäume im Hessischen Ried.  (Foto: Henner Gonnermann)

Frankfurt am Main, BUND-Kommentar vom 19.03.2024
 

Anlässlich der heutigen Übergabe der Machbarkeitsstudie zur Erweiterung der Rheinwasseraufbereitung an das Umweltministerium fordert der BUND die Umsetzung der Empfehlungen des Runden Tisches Grundwassersanierung zur Rettung der Wälder im Hessischen Ried.

Thomas Norgall, stellv. Geschäftsführer des hessischen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen), kommentiert die Übergabe der Machbarkeitsstudie zur Erweiterung der Rheinwasseraufbereitung an das Umweltministerium:

„Die Erweiterung der Rheinwasseraufbereitung in Biebesheim ist zur Sicherung der Trinkwasserversorgung des Rhein-Main-Gebietes angesichts des Klimawandels unverzichtbar. Die Erweiterung bietet auch die Chance, den Konflikt zwischen Trinkwassergewinnung und Walderhaltung im Hessischen Ried zu entschärfen. Die Landesregierung muss nun endlich die einstimmige Empfehlung des Runden Tisches Grundwassersanierung umsetzen und die Waldschäden durch die Trinkwassergewinnung verringern. Es geht hierbei um EU-Naturschutzgebiete von über 1.000 Hektar und insbesondere den Jägersburger-Gernsheimer Wald. Die Entscheidung zur Rettung der Wälder ist überfällig. Doch besser sie kommt spät als nie.“

Hintergrund

Die Entscheidung zur Trinkwasserversorgung des Ballungsraums Rhein-Main führt seit den 1960er Jahren zu massiven Waldschäden im Hessischen Ried. Die Schadensfläche beträgt über 10.000 Hektar. Mit der von Umweltstaatssekretär Karl-Winfried Seif (CDU) im Jahr 2007 in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie wurde eine technische Lösung zur Vereinbarkeit von Trinkwasserversorgung und Walderhaltung vorgelegt. Die Machbarkeitsstudie wurde bereits 2011 abgeschlossen. Der Landtag beschloss am 28.03.2012 auf Antrag von CDU und FDP die Einsetzung eines Runden Tisches zur Umsetzung der Machbarkeitsstudie. Der Runde Tisch legte im April 2015 seine einstimmige Empfehlung vor, die u.a. die Aufspiegelung des Grundwassers bis in den Wurzelhorizont des Waldes bei gleichzeitigem Bau von nötigen Schutzbrunnen vor den Siedlungen enthielt. Die Technik ist ausgereift und schützt z.B. das Baugebiet „Im Teich“ (Gemeinde Nauheim, Krs. Groß-Gerau) vor anströmendem Grundwasser.

Weitere Informationen

 

Pressestelle BUND Hessen

Lynn Sophie Anders
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BUND Landesverband Hessen e.V.
Geleitsstraße 14
60599 Frankfurt am Main

 

Eindrücke aus dem Gernsheimer Wald. Alle Fotos sind von Henner Gonnermann/BUND Hessen.

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