Jetzt sanieren, später sparen: Beim Tausch von Trinkwasserleitungen gleich zweite Leitung für Regen- oder Grauwasser mitplanen

30. Januar 2026 | Energiewende

Anstehende Sanierungen von Trinkwasserleitungen clever nutzen

Symbolbild für Wassernutzung im Haus / Wasserhahn Bis zum 12. Januar 2026 mussten in Deutschland verbleibende Bleileitungen ersetzt oder stillgelegt sein.  (Foto: Imani / Unsplash)

Der hessische Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) empfiehlt Hausbesitzer*innen, anstehende Sanierungen von Trinkwasserleitungen zu nutzen, um parallel eine zweite Leitung für Zisternen- oder aufbereitetes Grauwasser zu verlegen. Der zusätzliche Aufwand ist gering – der Nutzen für Umwelt und Haushaltsbudget dagegen groß.

Bis zum 12. Januar 2026 mussten in Deutschland gemäß der novellierten Trinkwasserverordnung (TrinkwV) Trinkwasserleitungen oder Teilstücke davon, die noch aus Blei bestanden, mit einer Alternative aus Kunststoff, Edelstahl oder Kupfer mit entsprechenden Prüfzeichen für Leitungssysteme getauscht oder stillgelegt worden sein. Verkäufer*innen von Wohneigentum müssen offenlegen, wenn die Trinkwasserleitungen noch aus Blei bestehen und entsprechend ausgetauscht werden müssen. Der Grund: Schon geringe Mengen des Schwermetalls Blei sind gesundheitsgefährdend.

Sind die Wände offen: Chance für zweite Leitung nutzen

Wasserleitungen zu erneuern, ist kostspielig. Material, Arbeitszeit, Entsorgung und Wiederherstellung summieren sich schnell. Umso sinnvoller ist, die Bauphase zu nutzen, um gleich eine zweite Leitung für Regen- oder Grauwasser vorzubereiten.

„Wer ohnehin saniert, kann mit einem geringen Mehrkostenaufwand eine Regen- oder Grauwasseranlage vorsehen. Das spart auf lange Sicht Trinkwasser und somit Geld – und entlastet die Umwelt“, erklärt Jörg Nitsch, Vorsitzender des BUND Hessen.

Mit Regenwasser aus Zisternen lässt sich beispielsweise die Gartenbewässerung, Toilettenspülung und Waschmaschine versorgen. Aufbereitetes Grauwasser aus Dusche, Waschbecken oder Waschmaschine kann ebenfalls für die Toilette genutzt werden. Das reduziert Trinkwasserverbrauch und Abwassergebühren.

Auch Armaturen können Schwermetalle abgeben

Neben Blei können auch andere Schwermetalle wie Cadmium, Chrom, Kupfer und Quecksilber ein Gesundheitsrisiko darstellen. Sie werden mitunter auch in Wasserkränen verwendet, welche wiederum die Metalle ins Trinkwasser abgeben können. Deshalb empfiehlt der BUND Hessen, beim Einbau von Armaturen auf entsprechende Prüfsiegel zu achten und immer auch nach längerer Standzeit etwas Wasser ablaufen zu lassen. Dieses Wasser kann dann beispielsweise für Blumen verwendet werden.

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