BUND Landesverband
Hessen e.V.

Insektenschutz unter der Laterne

15. Mai 2020 | Energiewende, Naturschutz

Warme Lichtfarben mit einer Farbtemperatur von „bernstein/amber“ bis „warmweiß“ ziehen Insekten deutlich weniger an als helle, kühle Lichtfarben mit hohem Blauanteil.

Warme Lichtfarben ziehen weniger Insekten an. (Foto: Lynn Anders / BUND Hessen)

Das Insektensterben ist dramatisch, aber glücklicherweise ist vielen Menschen der Insektenschutz wichtig. Blühende Balkone, Wildblumenwiesen und „Insektenhotels“ für Bienen, Falter und Co. helfen den Tieren. Aber auch die richtige Haus- und Gartenbeleuchtung kann helfen, Fluginsekten schützen.

Wichtig dabei ist die Wahl der richtigen Lichtquelle. Warme Lichtfarben mit einer Farbtemperatur von „bernstein/amber“ (kleiner als 2.000 Kelvin) bis „warmweiß“ (max. 3.000 Kelvin) ziehen Insekten deutlich weniger an als helle, kühle Lichtfarben mit hohem Blauanteil. Die Lampe über der Haustür, beleuchtete Hausnummern, die Terrassen- oder Wegbeleuchtung oder Spots zum Anstrahlen von Bäumen oder Fassaden – sie alle locken viele Insekten an, wenn wir die falsche Beleuchtung wählen. Nachtfalter und andere nachtaktive Insekten verbrennen oder verlieren so viel Kraft durch ständiges Anfliegen der Lichtquelle, dass sie verenden.

Die Umstellung auf LEDs mit warmer Farbtemperatur hat gleich mehrere positive Nebeneffekte: Man muss die Lampe seltener reinigen, Vögel und Fledermäuse finden mehr Nahrung und auch der menschliche Tag- und Nacht-Rhythmus wird weniger durch die Lichtstrahlung beeinflusst!

Wer sich außerhalb des eigenen Grundstücks für insektenfreundliche Beleuchtung einsetzen möchte, kann seinem Sportverein, der Hausverwaltung, Schulen, etc. die Umstellung auf LEDs mit warmen Lichtfarben empfehlen.


Hintergrund:

Die Auswirkungen von künstlicher Beleuchtung auf das Insektensterben fallen unter den Begriff der Lichtverschmutzung. Lichtverschmutzung beschreibt das Phänomen, dass helle Nächte die Natur aus dem Gleichgewicht bringen, von Mensch und Tier gleichermaßen. Das Kunstlicht wirkt sich negativ auf die Gesundheit der Menschen aus und ist ein Puzzlestück der Ursachen des Vogel- und Insektensterbens. Denn das „kalte“ Licht von Leuchtreklamen, Straßenlaternen, aber auch TV-Geräte, Smartphones und Laptops hat einen hohen Blauanteil, wirkt auf den Menschen deshalb wie Tageslicht und hält uns wach. Nachtaktive Vögel und Insekten werden ebenso in ihrem Tag-Nacht-Rhythmus gestört und in ihrer Orientierung behindert.

 

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