Pressemitteilung

Wolfsmanagementplan: Weitere gerichtliche Schritte in Prüfung

11. August 2026 | Wolf

Gericht entscheidet, dass Abschuss von Wolfswelpen in Hessen weiter erlaubt ist. BUND Hessen und GzSdW prüfen Einleitung weiterer gerichtlicher Schritte.

Der hessische Wolfsmanagementplan für das Jagdjahr 2026/2027 sieht die Entnahme mehrerer Jungwölfe vor. Das Verwaltungsgericht Kassel hat am 10. August sowohl den gemeinsamen Eilantrag des hessischen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) und der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe (GzSdW) als auch den Eilantrag der Naturschutzinitiative Deutschland (NI) abgelehnt, die den Abschuss der Wolfswelpen verhindern sollten. BUND Hessen und GzSdW prüfen die Einleitung weiterer gerichtlicher Schritte. {Anm. Bund Hessen und GzSdW haben Beschwerde eingelegt (Stand:13.08.2026).}

Jörg Nitsch, Vorsitzender des BUND Hessen: „Wir sind maßlos enttäuscht. Nun können die beiden Wolfswelpen erschossen werden, obwohl sie noch nie ein Nutztier angegriffen haben.“

Nicole Kronauer, Vorsitzende der GzSdW: „Angesichts der wenigen Wölfe in Hessen sollte sich Umweltminister Ingmar Jung trotz des Gerichtsbeschlusses auf Verbesserungen beim Herdenschutz konzentrieren und sich für die gezielte Förderung der Weidetierhaltung im Rahmen der künftigen Agrarpolitik einsetzen.“

Herdenschutz hilft!

Die Verbände verweisen darauf, dass die Zahl der Nutztierrisse nach dem Stand der Wissenschaft nicht durch die Zahl der Wölfe, sondern durch den Herdenschutz bestimmt wird.

Positiv zu bewerten ist, dass die Zahl der Nutztierrisse bundesweit nach 2024 auch in 2025 weiter abgenommen hat. Dies ist das Ergebnis des vor wenigen Tagen veröffentlichten Jahresberichts 2025 zu „Wolfsverursachte Schäden, Präventions- und Ausgleichszahlungen in Deutschland“. Demnach nahm die Zahl der Übergriffe auf Nutztiere um 11 % und die Anzahl der geschädigten Nutztiere um 13 % ab. 2024 sank die Zahl der Übergriffe (minus 13 %) und die Zahl der Nutztierrisse (minus 25 %) noch stärker. Es kommt nun darauf an, diesen positive Entwicklung fortzusetzen.

BUND und GzSdW befürchten, dass die gegenwärtige Wolfspolitik in Hessen, die auf die Bejagung des Wolfs ausgerichtete ist, bei Tierhaltenden in erster Konsequenz eine geringere Bereitschaft zum Herdenschutz auslöst. Folglich würde die Zahl der Nutztierrisse wieder steigen.

Erneut weniger Wölfe in Hessen

Der Bestand des Wolfs in Hessen hat nach neuen Erkenntnissen weiter abgenommen. Nur das Territorium des Rudels „Waldkappel“ liegt gegenwärtig vollständig in Hessen. Zwei weitere Rudel, das „Greifensteiner Rudel“ und das „Rüdesheimer Rudel“, die im letzten Wolfsjahr 2025/2026 ihre Territorien in Hessen hatten, sind derzeit sowohl in Hessen als auch in Rheinland-Pfalz zu Hause. Ob sie ihre Territorien weiter nach Rheinland-Pfalz verschieben, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

 

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Pressestelle BUND Hessen

Andrea Mateja
Tel.: 069 677376 43
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