Bürger*innen können auf dem Weg zur kühleren Stadt viel bewegen. So kann gemeinschaftliches Gießen von Stadtbäumen dazu beitragen, grüne Flächen zu erhalten und somit Städte abzukühlen.
(Foto: Lynn Anders / BUND Hessen)
Die aktuelle Hitzewelle zeigt, wie stark unsere Gesundheit schon heute unter der Klimakrise leidet. Der hessische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) fordert konsequenten Klimaschutz, denn ohne entschlossenes Handeln werden sich die Folgen weiter verschärfen.
Die Hitze ist längst nicht mehr nur unangenehmes Sommerwetter, sie wird zur Gesundheitsgefahr. Besonders für ältere Menschen, chronisch Kranke, Säuglinge und Kleinkinder können Hitzewellen lebensgefährlich werden. Das Robert Koch-Institut schätzt, dass im Sommer 2025 deutschlandweit rund 2.500 Menschen hitzebedingt starben. Besonders dramatisch ist die Belastung während sogenannter Tropennächte, wenn die Temperaturen auch nachts nicht mehr unter 20 Grad sinken und der Körper sich kaum erholen kann.
Jörg Nitsch, Vorsitzender des BUND Hessen: „Der Klimawandel macht Hitzewellen häufiger, länger und gefährlicher. Die aktuellen Temperaturen bedrohen bereits die Gesundheit vieler Menschen. Wer bei neuen Hitzerekorden den Klimawandel ausblendet, bekämpft nur Symptome. Statt immer nur auf die nächste Hitzewelle zu reagieren, müssen wir endlich unsere Städte hitzefest machen und jetzt wirksamen Klimaschutz umsetzen!“
Wie stark Menschen unter der Klimakrise leiden, entscheidet sich dabei oft auch direkt vor der Haustür. Vor allem in Städten verschärfen versiegelte Flächen, Asphalt und dichte Bebauung die Hitze enorm. Straßen und Gebäude speichern tagsüber Wärme und geben sie nachts wieder ab, während gleichzeitig Schatten, Luftbewegung und kühlende Grünflächen fehlen.
„Wer gegen überhitzte Städte vorgehen will, darf nicht nur auf Klimaanlagen setzen. Diese steigern den Energieverbrauch in Städten, sorgen für warme Abluft und heizen den Klimawandel weiter an. Es gibt nachhaltigere Wege, für niedrigere Temperaturen zu sorgen: durch Entsiegelung, mehr Bäume, Wasserflächen und Schatten“, erklärt Jörg Nitsch. „Besonders wichtig sind Stadtbäume, die wie natürliche Klimaanlagen wirken. Sie können ihre Umgebung durch Verdunstung um mehrere Grad herunterkühlen.“
Bürger*innen können auf dem Weg zur kühleren und klimaneutralen Stadt viel bewegen, besonders, wenn sie sich zusammenschließen. In Hessen entstehen immer mehr Initiativen, bei denen Nachbarschaften, Schulen oder Vereine Begrünungsprojekte anstoßen, Bäume schützen oder sich in Beteiligungsverfahren für kühlere und klimaneutrale Stadtviertel einsetzen. Unterstützung bekommen sie von Umweltverbänden wie dem BUND, die Fachwissen bieten und über einen großen Erfahrungsschatz verfügen.
Denn oft haben schon kleine Dinge großen Einfluss: Müssen diese Bäume gefällt werden? Kann die Bushaltestelle begrünt werden? Wie können Schulhöfe grüner gestaltet werden? Können Photovoltaikanlagen installiert werden? „Die Situation verändert sich selten durch ein einziges Großprojekt, sondern durch viele kleine Entscheidungen für lebenswerte und gesunde Städte und Gemeinden“, sagt Jörg Nitsch.
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