Pressemitteilung

Förderung kommunaler Wasserkonzepte zügig wieder aufnehmen

08. Juli 2025 | Nachhaltigkeit

Der BUND Hessen erinnert die Landesregierung an ihre Verantwortung und fordert, die Förderung kommunaler Wasserkonzepte unverzüglich wieder aufzunehmen.

 (Foto: Sime Basioli / Unsplash)

Der hessische Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) fordert die Landesregierung auf, die finanzielle Förderung für kommunale Wasserkonzepte schnellstmöglich wieder aufzunehmen. Die Absicht des Umweltministeriums, voraussichtlich erst am Ende des Jahres 2026 über eine mögliche Fortsetzung der Förderung zu entscheiden, ist nach Einschätzung des BUND Hessen kurzsichtig – insbesondere mit Blick auf die wachsenden Herausforderungen durch den Klimawandel.

Jörg Nitsch, Vorsitzender des BUND Hessen: „Wer angesichts zunehmender Trockenperioden, sinkender Grundwasserstände und steigender Nutzungskonkurrenzen zwei Jahre auf Zeit spielt, handelt fahrlässig. Kommunale Wasserkonzepte sind ein zentrales Instrument, um regionale Wasserversorgung langfristig zu sichern und krisenfest zu machen – doch ohne finanzielle Unterstützung bleibt ihre Umsetzung in vielen Kommunen unrealistisch.“

Mehrheit der hessischen Kommunen weiter ohne Wasserkonzept

Bis zum Stopp der Förderung Ende 2023 wurden nach Angaben des Umweltministeriums etwa 160 von 420 hessischen Kommunen bei der Erstellung eines Wasserkonzepts unterstützt. Das bedeutet: Mehr als 60 Prozent der Kommunen in Hessen haben bislang kein Konzept auf den Weg gebracht. Ohne neue Fördermittel ist kaum zu erwarten, dass sich das ändert. Eine vom Ministerium veröffentlichte Übersicht zeigt zudem, dass Wasserkonzepte bislang vorrangig dort entstehen, wo überregionale Wasserversorger oder Beschaffungsverbände tätig sind – also dort, wo Fachkenntnisse und Ressourcen vorhanden sind.

„Gerade in kleineren Kommunen ist das Thema vielfach nicht angekommen oder wurde nicht mit der nötigen Dringlichkeit behandelt. Wenn wir dort nicht gegensteuern, vergrößern sich die regionalen Unterschiede bei der Wasserversorgung weiter – mit Risiken für Mensch, Natur und Landwirtschaft“, sagt Jörg Nitsch.

Zukunft der Förderung ungewiss

Laut schriftlicher Auskunft des Umweltministeriums soll eine Entscheidung über eine Wiederaufnahme der Förderung erst nach Auswertung der bislang geförderten Projekte getroffen werden – voraussichtlich nicht vor Ende 2026. Der BUND Hessen hält das für zu spät. „Eine Evaluierung kann und sollte bereits jetzt beginnen. Je früher das passiert, desto eher kann die Förderung wieder anlaufen“, betont Jörg Nitsch.

Die Sicherung der Wasserversorgung gehört zu den zentralen Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge. Mit dem Integrierten Wasserressourcenmanagement (IWRM) und dem „Zukunftsplan Wasser“ hat das Land Hessen ein wichtiges fachliches Fundament gelegt. Kommunale Wasserkonzepte bilden dabei ein tragendes Standbein. Ohne weitere finanzielle Unterstützung wird dieses Fundament jedoch brüchig.

Der BUND Hessen erinnert die Landesregierung an ihr eigenes Regierungsprogramm: CDU und SPD haben im Koalitionsvertrag 2024–2029 festgehalten, dass kommunale Wasserkonzepte auch in Zukunft unterstützt werden sollen. „Jetzt muss die Landesregierung liefern“, fordert Jörg Nitsch.

 

Pressestelle BUND Hessen

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