Vor Ort beim neuen Waldrand in Bermoll: Andrea Malkmus (BUND Hessen), Bürgermeister Christian Schwarz, Revierleiterin Nina Bellof vor der Pflanzfläche mit neuem Informationsschild zum Projekt
(Foto: Katrin Löll)
Hasel, Liguster, Pfaffenhütchen und Co, diese und noch viele weitere Baum- und Straucharten wachsen nun in Aßlar-Bermoll zu einem artenreichen Waldrand heran. Dieser wird der Wildkatze und vielen weiteren Tieren eine neue Heimat bieten. Möglich machte die Neupflanzung eine Kooperation des hessischen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) und der Stadt Aßlar im Rahmen des Projekts „Wildkatzenwälder von morgen“. Am 26. Mai 2026 stellten Bürgermeister Christian Schwarz, Revierleiterin Nina Bellof und Andrea Malkmus vom BUND Hessen den neuen Waldrand mit einer informativen Beschilderung zum Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ der Öffentlichkeit vor.
Andrea Malkmus, BUND Hessen: „Der neue Waldrand hat verschiedene Strukturen und bietet damit Wildtieren ein breites Angebot. Hier finden Wildkatzen viele Mäuse – ihre Leibspeise – und viele waldbewohnende Tiere ihren Lebensraum.“
Bürgermeister Christian Schwarz: „Die Stadt Aßlar hat bereits die zweite Pflanzmaßnahme im Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ erfolgreich umgesetzt und freut sich, erneut mitzuwirken. Mit dem Umbau von geschädigten Waldrandbereichen fördern wir nicht nur die Wildkatze, sondern auch die Entwicklung eines naturnahen und ursprünglichen Waldes.“
Revierleiterin Nina Bellof: „Die Aufwertung der Pflanzfläche mit vielen verschiedenen Arten von Laubbäumen und Sträuchern macht den Wald klimastabiler und weniger anfällig für Schädlinge. So bleibt er hoffentlich für viele Jahrzehnte erhalten.“
Auf der Fläche wuchs bisher ein Eichenwald, der jedoch durch Trockenheit und den holzfressenden Eichenprachtkäfer stark in Mitleidenschaft gezogen war. Nun wurden die geschädigten Eichen durch eine artenreiche Baum- und Strauch-Pflanzung ersetzt. In ein paar Jahren werden sie einen neuen gestuften Waldrand bilden. Hainbuche, Feldahorn, Vogelkirsche und wärmetolerante Baumarten wie Winterlinde und einige Esskastanien wurden mit Eichen gemischt. Sträucher wie Hasel, Liguster und Pfaffenhütchen bilden eine Strauchschicht im Randbereich, der an die Landstraße nach Großaltenstädten und an einen Forstweg grenzt.
Die Projektpartner errichteten auf der Pflanzfläche Versteckmöglichkeiten für Tiere aus Totholz. Um die Fläche vor Verbiss durch Rehwild zu schützen, errichteten sie einen Zaun. Dieser bleibt erhalten, bis die Jungpflanzen groß genug sind. Damit der Zaun für die Wildkatze überwindbar bleibt, wurden vier sogenannte Überkletterhilfen angelegt. Wildtierkameras überprüfen, ob Wildkatzen diese Hilfen annehmen. Die Projektpartner hoffen auf weitere Nachweise, wie sie bereitsim Aßlarer Wald gelangen.
Der BUND wird noch bis 2028 gemeinsam mit vielen Akteuren weitere Maßnahmen zur Förderung der Wildkatze im Gladenbacher Bergland und angrenzenden Gebieten planen und umsetzen. Zu den Projektpartner*innen gehörten das Regierungspräsidium Gießen, der Naturpark Lahn-Dill-Bergland, HessenForst sowie Kommunen und Privatwaldbesitzende. „Wir freuen uns sehr über das Engagement der Waldbesitzenden und laden weitere Interessierte dazu ein, bei unserem Projekt mitzuwirken“, ermuntert Andrea Malkmus. Waldbesitzende, die Interesse an der Mitwirkung haben, können sich bei ihr melden: andrea.malkmus@bund-hessen.de
Hintergrund:
Das Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz, und nukleare Sicherheit gefördert. Das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (HMLU) ist Co-Förderer des Vorhabens. Der BUND Hessen arbeitet bei der Umsetzung eng mit seinen Partnern HessenForst, Regierungspräsidium Gießen und Naturpark Lahn-Dill-Bergland zusammen. Ziel ist es, die Wiederausbreitung der Wildkatze zu unterstützen und gleichzeitig Wälder als artenreiche und klimarobuste Lebensräume zu gestalten. Neben Hessen beteiligen sich auch die BUND-Landesverbände Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen am Projekt.
Mehr zum Projekt unter www.bund-hessen.de/wildkatzenwaelder
Kontakt:
- Susanne Schneider, Projektleitung „Wildkatzenwälder von morgen“ in Hessen, susanne.schneider@bund-hessen.de oder 069 677 376 16
- Andrea Malkmus, Mitarbeiterin im Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ in Hessen, andrea.malkmus@bund-hessen.de oder 0176 60 40 4661
Pressestelle BUND Hessen
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