Helfen Sie mit! In Städten haben Bäume es aufgrund der schlechten Bodenverhältnisse oft besonders schwer. Gleichzeitig sind sie enorm wichtig für lebenswerte Städte. Sie spenden Schatten, kühlen die Umgebung und filtern Schadstoffe aus der Luft. Ihre Funktion als städtische Klimaanlagen werden angesichts der Klimaerwärmung immer wichtiger.
Wie können wir Bäume unterstützen und verhindern, dass sie verdursten?
Ein wichtiger Schritt ist, Bäumen in besonders heißen und trockenen Perioden zu gießen und so Kommunen und Städte unterstützen. Einige Orten und Bezirken bieten dazu auch offizielle Gießpatenschaften an. Wenn dem so ist, bieten Grünflächenämter dazu oft weitere Informationen auf ihren Internetseiten an.
Wer diese Aufgabe nicht alleine meistern will, kann selbst eine Gießgemeinschaft gründen. Gemeinschaftliches Gießen macht Spaß und verteilt die Versorgung der Bäume auf mehrere Schultern. So können die grünen Riesen mit wenig Aufwand in trockenen Phasen gestärkt werden.
FAQ: Bäume gießen – Worauf muss ich achten?
FAQ: Bäume gießen – Worauf muss ich achten?
Lichte Baumkrone
Trockenstress erkennt man zuerst oben im Wipfel, da dem Baum das Wasser fehlt, um es bis ganz nach oben zu transportieren. Werden die Blätter dort kleiner und dürr und zeigen sich in der Spitze die ersten Lücken, dann ist der Baum richtig durstig. Wenn die Dürre bleibt, werden die Schäden im Wipfel immer größer. Bei anhaltender Trockenheit wird ein Großteil oder gar die ganze Krone schütter und durchsichtig. Die Bäume bilden dann auch nur noch kleinere und sichtbar hellere Blätter aus.
Eingerollte und gelbe Blätter
Ein weiteres Merkmal sind eingerollte und vergilbende Blätter. In letzter Konsequenz werden die Blätter abgeworfen, damit der Baum nicht noch mehr Wasser über das Blattwerk verliert.
Welkes Laub an jungen Bäumen
Bei vielen Jungbäumen ist die Austrocknung bereits deutlich am welken Laub zu erkennen. Ihr Wurzeln sind noch zu kurz, um ans Grundwasser zu gelangen. Daher leiden sie besonders unter der anhaltenden Dürre.
Gießen Sie einmal pro Woche 8-10 Eimer auf einmal (Richtwert = 80 Liter pro Baum/Woche). Wässern Sie den Baum stattdessen jeden Tag nur ein bisschen, bleibt das Wasser in der oberen Bodenschicht und erreicht nicht die tiefer liegenden Baumwurzeln. Erst wenn die Baumscheibe richtig durchtränkt ist, kann der Baum das Wasser ziehen, wenn er es braucht.
Es ist empfehlenswert, ein- bis zweimal pro Woche durchdringend zu wässern, statt täglich kleine Mengen zu verteilen. Am besten zunächst die Baumscheibe (den Boden um das untere Ende des Baumstamms) mit Wasser langsam anfeuchten und dann nach und nach die restliche Menge dazu geben. So kann das Wasser richtig tief einsickern, ohne oberflächlich abzufließen. Ideal ist es zudem, früh am Morgen oder spät am Abend zu wässern. Dann verdunstet deutlich weniger Wasser als in der Mittagshitze.
Trinkwasser sollte zum Gießen möglichst nur dann verwendet werden, wenn keine andere Wasserquelle zur Verfügung steht. Insbesondere den Aufrufen von Gemeinden und Kommunen zum Wassersparen sollten befolgt werden.
Eine Alternative für Trinkwasser ist aufgefangenes Regenwasser. Wer jedoch keinen Garten hat, kann auch im Haushalt gebrauchtes Wasser sammeln und so wertvolles Trinkwasser schonen. Es gibt einige Möglichkeiten, im Haushalt Grauwasser – also leicht verunreinigtes Brauchwasser – zu sammeln. So zum Beispiel Wasser…
- beim Gemüsewaschen
- in Wassertränken von Haustieren
- abgestandenes Leitungswasser
- altes Blumenwasser aus Vasen
- und einges mehr!
Eine ausführliche Beschreibung zum Grundwassersammeln im Haushalt finden Sie hier.
Am einfachsten transportieren Sie Ihre Wasserbehälter mit einer Schubkarre, einem Bollerwagen oder Lastenrad. Mit geschlossenen Behältern vermeiden Sie, Wasser unterwegs zu verlieren. Dafür eignen sich Kanister (z.B. von destilliertem Wasser) oder Eimer mit Deckel (z.B. leere Ketchup-Eimer vom Imbiss).
Lieber ein- bis zweimal pro Woche durchdringend wässern, statt täglich kleine Mengen zu verteilen.
(Foto: Lynn Anders/BUND Hessen)
Gemeinschaftlich Bäume gießen – So geht's!
Glücklicher Baum statt durstiger Baum – dank einer Gießgruppe.
(Foto: Katja Walker)
Gemeinschaftliches Gießen macht nicht nur mehr Spaß, sondern verteilt die Versorgung der Bäume mit ausreichend Wasser auf mehrere Schultern.
Sie möchten eine Gießgemeinschaft in Ihrer Nachbarschaft gründen und andere dazu einladen? Auf dieser Seite finden Sie einen Aushang für den Hausflur. Dort erfahren alle, wann und wo Sie sich zum Gießen treffen. Außerdem können Sie gern das von uns vorbereitete Schild an dem Baum befestigen, den Sie gießen. So erfahren andere von der Aktion und Sie vielleicht schließen sich noch weitere Helfer*innen an. Das Schild können Sie mit einer Schnur um den Baum binden. Sollten Sie doch einen Nagel verwenden, nehmen Sie bitte einen Nagel aus Aluminium.
Tipp: Grauwasser im Haushalt sammeln
An einigen Orten in Hessen führt die Trinkwassergewinnung zu ökologischen Problemen: Der Grundwasserspiegel wird abgesenkt, Bäche versickern und Wälder leiden, da ihre Wurzeln immer schlechter ans Grundwasser kommen. Um gleichzeitig Wasser zu sparen und dennoch die Stadtbäume vor der eigenen Haustür gießen zu können, empfiehlt der BUND Hessen, auf Regen- oder Brauchwasser zurückzugreifen. Im eigenen Garten können Sie leicht Regenwasser in einer Tonne sammeln. Doch auch im Haushalt entsteht Brauchwasser, das sich zum Gießen von Bäumen eignet.
Mit diesen Tipps können auch Menschen im städtischen Bereich ohne Garten kostbares Trinkwasser sparen:
- Abgestandenes Wasser
Aufgrund der Bakterienbildung ist abgestandenes Wasser für uns Menschen gesundheitsbedenklich. Bäumen und anderen Pflanzen macht das hingegen nichts aus: Wenn morgens das Wasser kurz läuft, bis frisches aus der Leitung kommt, kann das abgestandene zeitgleich mit einem Behälter aufgefangen werden. - Wassertränke
Statt das alte Wasser aus Hunde-, Katzen- und Vogeltränken wegzuschütten, heben Sie es für Ihren Stadtbaum auf. - Gemüsewaschen
Beim Gemüsewaschen verbrauchen wir großen Mengen Wasser. Mit einer Schüssel aufgefangen, kann es anschließend noch sinnvoll zum Wässern genutzt werden. - Altes Blumenwasser
Sei es das Wasser aus Vasen oder das überschüssige Gießwasser, das sich am Boden des Blumentopfs sammelt: Die Stadtbäume freuen sich über das alte Blumenwasser. - Kaltes Wasser beim Duschen
Häufig dauert es einen Moment, bis beim Duschen oder Spülen das Wasser auf die richtige Temperatur erwärmt wurde. Bis warmes Wasser kommt, muss das kalte nicht verschwendet werden! - Ungewürztes Kochwasser
Auch das Wasser vom Kochen von Pellkartoffeln, Eiern oder Gemüse dünsten kann für die Bewässerung von Bäumen und anderen Pflanzen genutzt werden. Grundsätzlich kann man alles verwenden, was kein Salz und andere Würzmittel enthält.