Pressemitteilung

Immer weniger Igel in Hessen

28. Januar 2026 | Biologische Vielfalt, Lebensräume

Tag des Igels: Ein Update zum beliebten stachligen Säugetier

Igel auf bemoostem Boden. Igel sind in vielen hessischen Gärten daheim.  (Foto: Piotr Krzeslak / Adobe Stock )

Der Tag des Igels am 2. Februar fällt mitten in den Winterschlaf des stachligen Säugetiers. Von November bis März verbringen die dämmerungs- und nachtaktiven Tiere die kalte Jahreszeit meist schlafend in ihren Winterquartieren. In milden Wintern werden jedoch immer wieder Igel beobachtet, die aufwachen und durch Gärten streifen.

„Dass Igel bei höheren Temperaturen kurz aufwachen, ist normal und bei gesunden Tieren unproblematisch“, erklärt Jörg Nitsch, Vorsitzender des hessischen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen). „Problematisch wird es, wenn dies häufiger geschieht, da jeder Aufwachvorgang Energie kostet, während Nahrung im Winter knapp ist.“ Direkte Hilfe benötigen Igel jedoch nur, wenn sie verletzt oder deutlich geschwächt und krank sind. Dann sollten sie behutsam zur nächsten Igelnothilfe gebracht werden. Sinkende Temperaturen führen gesunde Tiere hingegen meist automatisch wieder ins Winterquartier.

Grundsätzlich gilt: Ab Mitte November sollte man Igel kaum noch sehen. In Hessen werden sie insgesamt jedoch immer seltener. Der Braunbrustigel steht seit 2023 sogar auf der Vorwarnliste der Roten Liste der Säugetiere Hessens. Der Bestandstrend ist rückläufig.

Die Ursachen im Siedlungsraum sind vielfältig: Lebensraumverlust durch ausgeräumte Gärten, versiegelte Flächen und monotone Grünanlagen sowie eine zunehmende Lichtverschmutzung erschweren Nahrungssuche und Schutz vor Fressfeinden. Insekten, die Hauptnahrung der Igel, sind in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen, unter anderem, weil Straßenlaternen und Gartenbeleuchtung sie anlocken, wo sie sich zu Tode fliegen oder in Lampen verenden. Auch der Einsatz von Pestiziden trägt maßgeblich zum Rückgang der Insekten bei und dezimiert zugleich Schneckenpopulationen, auf die Igel als Nahrungsquelle ausweichen. Gleichzeitig können die kleinen Tiere durch den Verzehr Schadstoffe aufnehmen.

Der Straßenverkehr ist eine weitere häufige Todesursachen für Igel im urbanen und suburbanen Raum. Auch Mähroboter stellen eine größer werdende Bedrohung für die nachtaktiven Tiere dar und erhöhen die Sterblichkeit. Der BUND Hessen empfiehlt daher, Mähroboter nachts nicht laufen zu lassen. Wer seine Geräte tagsüber und unter Aufsicht nutzt, macht den Garten sicherer für Igel und andere Kleintiere, ohne auf gepflegten Rasen verzichten zu müssen.

„Die Ursachen für den Rückgang des Igels sind komplex und eng miteinander verknüpft“, erläutert Jörg Nitsch. „Um den Igel in Städten und auf dem Land zu schützen, brauchen wir daher nicht nur igelfreundliche und damit naturnahe Gärten, sondern auch den Erhalt strukturreicher Lebensräume, den Schutz von Insekten und eine damit verbundene deutliche Reduktion des Pestizideinsatzes.“

Igelsichtungen melden

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) ruft dazu auf Igelsichtungen zu melden, um die Datengrundlage zum Bestand der Art zu verbessern. Jede Meldung trägt auch dazu bei, die Ursachen des Rückgangs besser zu verstehen und Schutzmaßnahmen wissenschaftlich fundiert umzusetzen. Der BUND Hessen unterstützt diese wichtige Aktion für den Artenschutz: Melden Sie Ihre Beobachtung einfach und schnell über das Meldeportal des HLNUG.

 

 

Pressestelle BUND Hessen

Andrea Mateja
Tel.: 069 677376 43
E-Mail: presse(at)bund-hessen.de
Web: www.bund-hessen.de/presse

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
Landesverband Hessen e.V. | Geleitsstr. 14, 60599 Frankfurt

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