Pressemitteilung

BUND Hessen kritisiert geplante Kürzungen bei LEA

09. September 2026 | Energiewende, Solarenergie, Windenergie, BUND Hessen AK Energie

Die Mittel für die LEA sollen um mehr als 80 Prozent gekürzt werden. Der BUND Hessen kritisiert dieses Vorgehen aufs Schärfste.

Vier Menschen tragen einen Sarg. Ihnen folgen wiederum weitere Menschen, eine Trauergemeinde. Das Bild ist in Schwarz-Weiß. Bei einer Protestaktion am 01. September 2026 trägt der BUND Hessen zusammen mit anderen Verbänden und Unterstützer*innen den Klimaschutz symbolisch zu Grabe und fordert einen Kurswechsel der Landesregierung.  (Foto: Niko Müller)

Der hessische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) reagiert mit Fassungslosigkeit auf die Absicht des hessischen Umweltministers Ingmar Jung, die Landesenergieagentur (LEA) zu zerschlagen. Nach den Plänen der Landesregierung sollen mehr als 80 Prozent der bisherigen Mittel entfallen. Damit drohen Entlassungen und ein massiver Abbau der Energieberatung für Haushalte, Kommunen und Unternehmen.

Nur wenige Tage nachdem der BUND Hessen gemeinsam mit weiteren großen Verbänden am 1. September vor dem Hessischen Landtag die rückwärtsgewandte Klimapolitik der Landesregierung kritisiert hat, liefert Umweltminister Ingmar Jung mit den geplanten Kürzungen bei der LEA selbst einen Beleg für den kritisierten Rückschritt.

Dr. Werner Neumann, Klimaschutzexperte im BUND Hessen: „Klimaschutz heißt auch, erneuerbare Energien bewusst und effizient einzusetzen. Dafür braucht es Informationen, Motivation und zielgenaue Beratung. Genau das liefert die LEA seit Jahren. Und der Bedarf steigt nun mit wachsendem Strombedarf und den Wärmeplanungen von über 400 Kommunen in Hessen weiter an.“

Dieses Vorgehen der Landesregierung offenbart ein grundlegendes Unverständnis darüber, wie wirksamer Klimaschutz funktioniert. Bereiche wie Energie, Wärme und Mobilität lassen sich nicht getrennt voneinander betrachten. Unverständlich ist insbesondere, dass Minister Jung Klimaschutz und Klimaanpassung gegeneinander ausspielt und nicht miteinander sieht. Es gibt zahlreiche Maßnahmen, die beides leisten können: etwa Pflanzung von Bäumen und Ausbau von Photovoltaikanlagen. Doch für eine effektive und schnelle Umsetzung müssen Förderprogramme bekannt sein und beantragt werden. Dafür braucht es Beratung. Aus diesem Grund hat das vom BUND Hessen initiierte Bündnis „Gemeinsam Klimaschutz in Hessen retten“ im März 2026 eine Stärkung der LEA gefordert.

„Offensichtlich will und kann diese Landesregierung keinen Klimaschutz mehr in Hessen umsetzen und wirft jahrelang aufgebaute Erfahrungen weg. Dieser Kahlschlag in der Energieberatung ist auch ein wirtschaftlicher Schaden, denn es werden deutlich weniger Förderprogramme genutzt und weiterhin teure fossile Energie verbraucht“, erklärt Werner Neumann. „Viele Branchen sind auf eine erfolgreiche Transformation angewiesen. In der Landwirtschaft beispielsweise erfordert der Umstieg auf klimafreundliche Antriebe und Dünger vor allem Beratung. Auch die Kommunen werden angesichts ihrer ohnehin kaum noch bewältigbaren Aufgabenlast zunehmend alleingelassen. Die Folgen sind absehbar: Fehlentwicklungen werden stärker, notwendige Investitionen teurer und die Folgekosten steigen weiter.“

Die Haltung der Landesregierung ist angesichts der mehr als 2.200 Hitzetoten in Hessen nur noch als zynisch zu bezeichnen. Pflegeheime und Krankenhäuser brauchen Beratung und Unterstützung beim Energiesparen und bei der Minderung der Temperaturen. Auch hier kann die LEA mit ihrer Expertise einen wichtigen Beitrag leisten.

Der BUND Hessen erklärt daher seine umfassende Solidarität mit der LEA und ihren Mitarbeitenden. „Wir fordern weiterhin deren Ausbau für einen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Klimaschutz in Hessen“, sagt Werner Neumann.

 

Weitere Informationen:

 

Pressestelle BUND Hessen

Andrea Mateja
Tel.: 069 677376 43
E-Mail: presse(at)bund-hessen.de
Web: www.bund-hessen.de/presse

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
Landesverband Hessen e.V.

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