BUND Landesverband
Hessen e.V.

Widerstand gegen Logistikzentren

Der Bau von Logistikzentren hat gleich mehrere negative Folgen für Umwelt und Klima, gegen die der BUND Widerstand leistet: Die riesigen Lagerhallen versiegeln großflächig Böden und nehmen ihnen ihre Funktion als CO2-Speicher, Wasserspeicher und Lebensraum. Nicht selten verschwinden landwirtschaftliche Flächen unter dicken Betonschichten, die für die regionale Lebensmittelproduktion wegfallen. Ein weiteres Problem, das mit Logstikhallen verbunden ist: Wo Waren von A nach B transportiert werden, ist klimaschädlicher Lieferverkehr die Konsequenz.

Logistikhallen in Hessen

Der BUND Hessen setzt sich seit einigen Jahren gegen riesige Logistikhallen und -zentren in Hessen ein. In der Zwischenzeit sind immer neue Bebauungspläne hinzu gekommen, die einen bedenklichen Trend zeigen: Beste landwirtschaftliche Böden oder freie Flächen neben Naturschutzgebieten sollen unter Riesenhallen verschwinden.

Erfolgreich stoppen konnte der BUND Hessen den Bau

  • des Logistikzentrums in Wölfersheim (Wetterau) für die Supermarktkette Rewe (Stand Oktober 2021).
  • der Logistikhalle in Echzell (Wetterau) für den Online-Riesen Amazon (Stand Oktober 2021).

Der Baubeginn eines Logistikzentrums in Neu-Eichenberg (Werra-Meißner-Kreis) wurde im Januar 2020 aufgeschoben.

Weitere Informationen zum Widerstand gegen die Logistikzentren in Hessen finden Sie auf dieser Webseite.

BUND-Newsletter abonnieren!

Rewe-Logistikzentrum in Wölfersehim


Der Widerstand gegen das Rewe-Logistikzentrum begann im Dezember 2017. Am 27. Juli 2020 hat das Verwaltungsgericht Gießen den vom BUND Hessen beantragten Baustopp bestätigt.

Auf 30 Hektar bislang landwirtschaftlich genutzter Böden sollte die 30 Meter hohe und 600 Meter lange Halle in Wölfersheim in der Wetterau errichtet werden. Das entspricht einem Fußweg von 5-10 Minuten.

Der Bau hätte nicht nur die Böden unwiderbringlich geschädigt, sondern auch das Grundwasser, den Vogel- und Naturschutz bedroht. Gemeinsam ist der BUND vor Ort mit dem Aktionsbündnis Bodenschutz Wetterau gegen das Logistikzentrum aktiv.

» Weitere Informationen zum Rewe-Logistikzentrum

Info-Flyer

Amazon-Logistikhalle in Echzell

Pfeiler für die Amazon-Logistikhalle in Echzell. (Foto: Werner Neumann) Bauarbeiten für die Logistikhalle in Echzell.  (Foto: Werner Neumann)

Auf der Fläche, auf der die Amazon-Logistikhalle im Ortsteil Grund-Schwalheim in Echzell gebaut werden sollte, haben früher Kraniche gerastet. Ein Schild macht auf den Schutz der Tiere aufmerksam. 

Weiteres Problem für den Naturschutz: Die Bauarbeiten gefährden ein Vogelschutzgebiet, das FFH-Gebiet Horloffaue und ein Landschaftsschutzgebiet.

Der BUND Hessen hatte am 19.11.2020 den Baustopp für die 14 Meter hohe Halle beantragt. Noch am selben Tag hatte das Verwaltungsgericht Gießen dem Antrag stattgegeben und die Bauarbeiten zum Erliegen gebracht.

Kranich-Rast

Kraniche rasten auf dem Feld, auf dem die Amazon-Logistikhalle gebaut werden soll.  (Foto: Wolfgang Wagner)

Logistikgebiet in Neu-Eichenberg

Flächenfraß stoppen! (Grafik: Niko Martin)

Beim geplanten Logistikareal in Neu-Eichenberg (Werra-Meißner-Kreis) handelt es sich um eine 80 Hektar große, landeseigene Fläche, die bebaut werden sollte. Im Jahr 2018 hatte der BUND Hessen den Flächenverkauf durch die Landesregierung stark kritisiert und die Gemeinde Neu-Eichenberg aufgefordert, ihr Vorhaben zu überdenken.

Denn für die Bürgerinnen und Bürger von Neu-Eichenberg wird die mit dem Bau und Betrieb des Logistikzentrums einhergehende Beeinträchtigung durch Lärm, Schadstoffbelastung der Luft, Natur- und Landschaftsverlust absehbar zu einer Verschlechterung ihrer Lebensqualität führen.

Erfolg für den Flächenschutz: Im Januar 2020 hat der Gemeinderat von Neu-Eichenberg den Baubeginn um 6 Monate aufgeschoben. Rund ein Jahr später stimmte die Gemeindevertretung im April 2021 für das Ende des Logistikgebiets.

 

Mehr Infos

BI für ein lebenswertes Neu-Eichenberg

Interkommunales Gewerbegebiet Limes

Baustelle für die neue Logistikhalle an der A45 bei Hammersbach. Bester Boden wird im Gewerbegebiet Limes abgefahren und durch Einbringen von Zement und Schotter dauerhaft zerstört. (Foto: Werner Neumann / BUND)  (Foto: Werner Neumann / BUND)

Die Stadt Büdingen und die Gemeinden Hammersbach und Limeshain betreiben im Zusammenschluss eines Zweckverbands gemeinsam das Interkommunale Gewerbegebiet Limes. Das Areal ist direkt an der A45 bei Hammersbach gelegen. Im Dezember 2020 wurde die Änderung des Regionalen Flächennutzungsplans zugunsten einer weiteren riesigen Logistikhalle in Hammersbach beantragt.

Diesem Antrag hat die Regionalversammlung Südhessen mit einem Zielabweichungsverfahren der Regionalplanung Südhessen im März 2021 zugestimmt. Somit sollen die drei genannten Kommunen im Gewerbegebiet weitere wertvolle Böden auf einer Fläche von 13 Hektar versiegeln dürfen, die nicht in der Regionalplanung Südhessen enthalten sind. Der BUND Hessen hat dazu im Beteiligungsverfahren mit einer Stellungnahme Einspruch eingelegt, denn Zielabweichungen sind nicht mit dem Flächenschutz vereinbar. Im Oktober 2021 hat der Zweckverband Interkommunales Gewerbegebiet Limes die Westerweiterung beschlossen. Für dieses Bauvorhaben hat der BUND Hessen im Januar 2022 einen Baustopp beantragt.

BUND-Bestellkorb