Naturnahe Gärten helfen Igeln und anderen Wildtieren

05. Juni 2026 | Naturschutz

Der BUND Hessen ruft dazu auf, Gärten naturnah zu gestalten und damit Igel und andere Wildtiere besser zu schützen.

Igel auf bemoostem Boden. Igel sind in vielen hessischen Gärten daheim.  (Foto: Piotr Krzeslak / Adobe Stock )

Vielerorts fehlen Igeln und anderen Wildtieren inzwischen geeignete Lebensräume. In der ausgeräumten Agrarlandschaft verschwinden Hecken, blütenreiche Wiesen und Rückzugsorte zunehmend. Naturnahe Gärten können deshalb zu wichtigen Refugien für bedrohte Arten werden.

Besonders der Igel ist auf strukturreiche und vielfältige Gärten angewiesen. Dort findet er Nahrung wie Würmer, Käfer und andere Insekten sowie geschützte Verstecke unter Hecken, Laub- oder Totholzhaufen. Gleichzeitig geraten Igel immer stärker unter Druck, u.a. durch Pestizide, versiegelte Flächen, sterile Schottergärten, den Straßenverkehr und den Einsatz von Mährobotern.

„Viele Menschen wollen einen möglichst ordentlichen Garten. Für Igel und zahlreiche andere Tiere sind wilde Ecken jedoch überlebenswichtig“, erklärt Josephin Bruhn, Naturschutzreferentin beim hessischen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen). „Laub, Totholz, heimische Hecken und selten gemähte Wiesen schaffen Lebensräume und fördern die Artenvielfalt. Auch ein naturnah gestalteter Garten kann optisch überzeugen und gleichzeitig ökologisch wertvoll sein.“

Der BUND Hessen empfiehlt deshalb, Rasenflächen möglichst selten zu mähen und Blumenwiesen einfach wachsen zu lassen. Hohe Wildgräser und heimische Wildblumenarten bieten Nahrung und Schutz für Insekten und helfen damit auch Tieren wie dem Igel. Naturnahe Gärten sind zudem tolle natürliche Klimaanlagen: Pflanzen, Hecken und unversiegelte Böden speichern Feuchtigkeit, spenden Schatten und kühlen ihre Umgebung deutlich besser als kurz geschorene Rasenflächen oder versiegelte Flächen.

Besonders problematisch sind Mähroboter. Sie zerstören nicht nur Blühpflanzen und Lebensräume, sondern stellen vor allem nachts eine große Gefahr für Igel dar. Da sich Igel bei Gefahr einrollen statt zu fliehen, erkennen viele Geräte die Tiere nicht rechtzeitig und verletzen sie schwer oder tödlich. Doch nicht nur Igel sind betroffen: Auch Amphibien, Frösche und zahlreiche Insekten fallen den scharfen Klingen der Geräte zum Opfer. Der BUND Hessen rät deshalb dazu, ganz auf den Einsatz von Mährobotern zu verzichten und fordert ein Verbot in den Abend- und Nachtstunden. Mit gutem Beispiel gehen in Hessen der Kreis Gießen und die Stadt Marburg voran, die bereits ein nächtliches Fahrverbot für Mähroboter eingeführt haben.

Die wichtigsten Tipps für einen igelfreundlichen Garten:

  • Rasen und Blumenwiesen möglichst selten mähen
  • Auf Mähroboter verzichten, insbesondere in den Abend- und Nachtstunden
  • Wilde Ecken mit Laub, Totholz und Hecken zulassen
  • Keinen „englischen Rasen“ anlegen, stattdessen heimische Pflanzen und Wildblumen fördern, zum Beispiel Kornblume, Wiesensalbei, Wilde Möhre oder Margerite
  • Heimische Hecken und Gehölze wie Weißdorn, Hasel, Schlehe oder Holunder pflanzen
  • Auf Pestizide, Schneckenkorn und Kunstdünger verzichten
  • Torffreie Erde verwenden
  • Durchgänge zu Nachbargärten schaffen, damit Igel wandern können
  • Wasserstellen schaffen und auf Ausstiegshilfen an Teichen und Schächten achten
  • Müllsäcke möglichst erst am Abholtag rausstellen, damit Igel nicht hineingelangen
  • Auf künstliches Licht im Garten verzichten, insbesondere auf bodennahe Leuchten

Igel gesehen? Bitte melden!

Derzeit sind Igel wieder besonders aktiv und vor allem in den Abend- und Nachtstunden auf Nahrungssuche unterwegs. Die besten Chancen auf eine Igelbeobachtung bestehen zwischen Frühjahr und Herbst – besonders in den Sommermonaten. Dennoch werden Igel in vielen Regionen immer seltener gesehen. Um mehr über den Zustand der Igelpopulation in Hessen zu erfahren, ruft das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) deshalb dazu auf, Igelsichtungen über ihr Onlineportal zu melden. Die Daten helfen dabei, herauszufinden, wo Igel noch vorkommen, wie sich ihre Bestände entwickeln und welche Schutzmaßnahmen besonders wichtig sind. Der BUND Hessen ist Kooperationspartner des HLNUG und unterstützt diese Aktion ausdrücklich. Jede gemeldete Sichtung trägt dazu bei, den Igel in Hessen besser zu schützen.

 

  • Kontakt für Rückfragen: Josephin Bruhn, Naturschutzreferentin BUND Hessen, Tel.: 0176-85911130, josephin.bruhn(at)bund-hessen.de
  • Foto: Das folgende Bild zum Thema „Igel und Mähroboter“ kann im Rahmen der redaktionellen Berichterstattung kostenfrei verwendet werden. Voraussetzung ist die Nennung der Bildquelle: © Uwe Steib (Bild herunterladen)

 

Weitere Informationen:

 

Pressestelle BUND Hessen

Andrea Mateja
Tel.: 069 677376 43
E-Mail: presse(at)bund-hessen.de
Web: www.bund-hessen.de/presse

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
Landesverband Hessen e.V.

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