„Hope or Hype?“ Kernfusion – reale Perspektive oder hoffnungsloses Unterfangen?

Tagung | BUND Hessen Terminhinweis, Zentrum für Stadtnatur

Schon seit über 50 Jahren ist die Kernfusion ein Traum von Technik und Politik, alle Energieprobleme mit einem Schlag zu lösen. Ebenso lange wird geforscht. Technische Probleme bleiben ungelöst, neue entstehen, die Kosten allein der Vesuchsanlagen steigen jährlich um Milliarden. Ein Reaktor mit Stromerzeugung ist nicht in Sicht. Entgegen der Behauptungen ist bekannt, dass Kernfusion radioaktive Abfälle und Stoffe freisetzen kann. Es mehren sich die Rufe, nicht nur des BUND, diesen unrealistischen Traum zu beenden.

Nun haben sowohl die Bundesregierung mit 1.700 Mio. € sowie sechs Bundesländer, darunter Hessen mit 20 Mio. €, Fördermittel für die Kernfusion beschlossen. Nicht nur in Deutschland versprechen einige Start-ups, in wenigen Jahren einen funktionsfähigen Reaktor im Dauerbetrieb zu marktgerechten Bedingungen herstellen zu können.

Größer könnte der Widerspruch zwischen Hoffnungen und Ankündigungen einerseits und realen technischen und wirt-schaftlichen Problemen und Umweltauswirkungen nicht sein. Studien der acatech, des TAB-Büros des Deutschen Bundestags und des Öko-Instituts e.V. im Jahr 2024, die recht kritische Hinweise zur Kernfusion vorlegt haben, wurden jedoch in der Politik weitgehend ignoriert. Mehr noch – entgegen allen Ansprüchen an Dialog und Akzeptanz – wurde keine gesellschaftliche, wissenschaftliche und politische Auseinandersetzung um die Kernfusion geführt. Daher veranstaltet der BUND Hessen diese Fachtagung, die sich mit den Fragen der Realisierbarkeit der Kernfusion befasst.

Dazu haben wir mehrere Fachleute aus unabhängigen Instituten eingeladen. Eingeladen sind alle, die an einer fachlich fundierten Auseinandersetzung um Kernfusion und deren Rolle in der Energiewende und Klimaschutz interessiert sind und insbesondere PolitikerInnen, die Forschungsmittel bewilligen.
www.bund-hessen.de/stadtnaturzentrum

Ablauf

  • 13:30 Uhr: Eintreffen der TeilnehmerInnen
     
  • 14:00–14:30 Uhr: Begrüßung und Einführung in die Vorträge
    Dr. Werner Neumann, BUND Hessen
     
  • 14:30–15:15 Uhr Vortrag Prof. Dr. Sven Linow, Hochschule Darmstadt h_da
    Kernfusion als Hoffnungsträger
    Es werden zahlreiche Hürden bis zur Kernfusion dargestellt und geprüft, ob und wie diese überwunden werden können.
     
  • 15:15–16:00 Uhr: Vortrag Dr. Michael Dittmar, ehem. ETH Zürich/CERN
    Das Tritium-Problem
    Es wird geprüft, ob ein Kernfusionsreaktor überhaupt genügend seines eigenen Brennstoffs erzeugen kann.
    Zudem erfordert Kernfusion Atommülllager und Tritium kann für Atomwaffern verwendet werden.
     
  • 16:00–16:30 Uhr
    Pause mit Kaffee und Kuchen
     
  • 16:30–17:15 Uhr Dr. Matthias Englert, Öko-Institut e.V.
    Die Risiken der Kernfusion
    Einschätzung der Probleme auf dem Weg zur Umsetzung der Fusion. Kann Kernfusion rechtzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten? Risiken der Abfälle, der Proliferation und der Sicherheit der Anlagen und der Entwicklung einer Regulatorik.
     
  • 17:15–17:30 Uhr: Kurze Pause
     
  • 17:30–18:00 Uhr: Diskussionsrunde der Vortragenden sowie Fragen aus dem Publikum.
     
  • 18:00 Uhr: Verabschiedung und Ausblick
    Dr. Werner Neumann, BUND Hessen

Mehr Informationen

Weitere Informationen zur Anmeldung folgen. Eine Vor-Ort-Teilnahme kostet 30 Euro. 

Eine Online-Teilnahme ist kostenfrei. 

Zur Übersicht

Termindetails

Startdatum:

12. Dezember 2026

Enddatum:

12. Dezember 2026

Uhrzeit:

14:00 – 19:00 Uhr

Ort:

BUND Zentrum für Stadtnatur, Klappacher Str. 27, 64285 Darmstadt

Bundesland:

Hessen

Veranstalter:

BUND Landesverband Hessen e.V.

BUND-Bestellkorb