Wo sind die Bäume hin? „Erschreckende Dokumentation” – Alt-Buchenfläche hat um über 1.600 Hektar abgenommen. BUND fordert Prüfung durch unabhängige Sachverständige! (Grafik: Niko Martin)
Der gestern vom Europaabgeordneten Martin Häusling (Bündnis 90/Grüne) vorgestellte Fachbericht zur Forstwirtschaft im FFH-Gebiet „Hoher Kellerwald” ist für BUND-Vorstandssprecher Hermann Maxeiner eine „erschreckende Dokumentation”. Wegen der zahlreichen Klagen wegen übermäßiger Holzeinschläge aus allen Teilen des Landes Hessens fordert der BUND eine Prüfung durch unabhängige Sachverständige unter der Federführung des Bundesamts für Naturschutz (BfN).
Immer wieder beschweren sich in den letzten Jahren Bürgerinnen und Bürger beim BUND über rigorose Holzerntemaßnahmen. Nicht alle diese Beschwerden hält der Verband für gerechtfertigt. Doch in der Tendenz sieht der BUND die Gesamtsituation ebenfalls als problematisch an, denn die amtlichen Zahlenwerke unterstützen die Beobachtung, dass die alten Buchenbestände in Hessen abnehmen. So hat die Fläche, die von Buchen in einem Alter von 120 Jahren und älter geprägt werden, allein zwischen 2001 und 2012 um mehr als 1.600 Hektar abgenommen.
Da die Buchenwald-Schutzgebiete, die nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) in Hessen ausgewiesen wurden, vor allem Altbestände betroffen haben, ist dieser hohe Verlust der Buchenaltbestände ein deutliches Warnsignal, dass sich die Situation in den Schutzgebieten tatsächlich auf großer Fläche verschlechtert. Wenn eine so große Altbuchenfläche innerhalb von nur 11 Jahren verschwindet, dann muss man dies unbedingt ernst nehmen.
Der BUND schlägt deshalb die Prüfung durch unabhängige Sachverständige unter der Federführung des Bundesamts für Naturschutz (BfN) vor. Das Bundesamt ist aus der Sicht besonders geeignet, weil es die zuständige deutsche Naturschutzfachbehörde gegenüber der EU-Kommission ist und zusätzlich den Überblick über die Situation in allen deutschen Bundesländern hat.
Die bisherige Diskussion über die forstliche Nutzung von FFH-Gebieten geht aus der Sicht des BUND am Problem vorbei, denn bei den großflächig geschützten Buchen- und Eichenwäldern geht es um die Frage wie und nicht ob sie weiter forstlich genutzt werden dürfen.
Weitere Informationen
- Pressekontakt:
Thomas Norgall, stellv. Geschäftsführer BUND Hessen, Tel. 0170 2277238 - Grafik herunterladen (Grafik: Niko Martin)
- Themenseite Wälder