Pressemitteilung

Streusalz wird zum Baumkiller Nummer Eins

03. Februar 2026 | Naturschutz, Flüsse & Gewässer

Wegen des anhaltenden Winterwetters landet wieder reichlich Streusalz auf Straßen und Wegen – und damit Gift für Bäume, Böden und Gewässer.

Bei Schnee und Eis umweltfreundliche Streumittel benutzen. Aus Sicht des BUND Hessen müssen Gemeinde- und Grünverwaltungen den massiven Streusalzeinsatz in diesem Winter im Frühjahr aktiv ausgleichen, z.B. mit einer regelmäßigen Intensivkur für Straßen- und Stadtbäume, bei dem vor dem Laubaustrieb im Frühjahr gewässert und bedarfsgerecht gedüngt wird.  (Foto: Essow Kedelina / Pexels)

In vielen Städten und Gemeinden wird angesichts des anhaltenden Winterwetters wieder großzügig Streusalz eingesetzt – mit fatalen Folgen für Bäume, Böden und Gewässer. Der hessische Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) warnt: Vor allem in Kombination mit Trockenheit wird Streusalz zum Baumkiller Nummer Eins und fordert deshalb von den Gemeinde- und Grünverwaltungen eine Intensivkur für die Stadtbäume im Frühjahr.

Jörg Nitsch, Vorsitzender des BUND Hessen: „Streusalz ist ein schleichender Tod für Bäume. In Verbindung mit der wiederkehrenden Trockenheit wird es zum Baumkiller Nummer Eins. Wenn die Bäume im Frühjahr besonders viel Wasser für den Blattaustrieb brauchen, ziehen sie statt der benötigten Nährstoffe schädliches Chlorid aus dem Boden. Langfristig beeinträchtigt es das Wachstum und ganze Kronenteile können absterben.“

Was Streusalz mit Boden und Bäumen macht

Streusalz (Natriumchlorid) senkt den Gefrierpunkt von Wasser und verhindert so bis etwa minus zehn Grad Celsius die Eisbildung. Es löst sich im Schmelzwasser, versickert im Boden und reichert sich dort über Jahre an. Die Folge: Der Nährstoffgehalt und die Bodenstruktur verändern sich und die Bäume nehmen im Frühjahr über die Wurzeln zu viel Chlorid auf. Das führt zu langfristigen Laubschäden. Die Bäume bilden Blattrandnekrosen aus – vom Streusalz geschädigte Bäume erkennt man an rostroten Rändern an den Blättern.

Eine hohe Salzkonzentration im Boden erschwert den Pflanzen auch die Wasseraufnahme. Mit Trockenstress durch ausbleibende Niederschläge entsteht eine fatale Wechselwirkung. Das Wasser, das die Bäume nach dem Frost wieder aufnehmen, enthält in hohem Maße Chlorid und schädigt die Blätter, die ohnehin schon durch die Trockenheit unterversorgt sind. Das Absterben einzelner Kronenpartien oder ganzer Bäume ist dann kaum noch aufzuhalten. Salzlauge verätzt zudem Wurzeln und Rinde – und auch Tierpfoten, die über gestreute Wege laufen müssen.

Was Kommunen jetzt tun müssen

Aus Sicht des BUND Hessen müssen Gemeinde- und Grünverwaltungen den massiven Streusalzeinsatz in diesem Winter im Frühjahr aktiv ausgleichen. Konkret fordert der BUND Hessen:

  • Eine regelmäßige Intensivkur für Straßen- und Stadtbäume, bei dem vor dem Laubaustrieb im Frühjahr gewässert und bedarfsgerecht gedüngt wird. Das Wasser verringert die Streusalzkonzentration bei der Wasseraufnahme, die Extra-Nährstoffe durch den Dünger sorgen dafür, dass die Bäume weniger von dem schädlichen Chlorid aufnehmen. Da sich das Streusalz über die Jahre im Boden anreichert, ist es sinnvoll, diesen Frühjahrsdienst jedes Jahr durchzuführen.
  • Zusätzlich bodenverbessernde Maßnahmen an stark belasteten Standorten, insbesondere gegen Bodenverdichtung.

„Die Kommunen sollten sich jetzt darauf vorbereiten, ihren Bäumen im Frühjahr etwas Gutes zu tun“, sagt Jörg Nitsch. „Wässern und Düngen vor dem Laubaustrieb kann Salzschäden abmildern. Langfristig brauchen wir einen Winterdienst, der Verkehrssicherheit gewährleistet, ohne die Stadtbäume zu ruinieren. Spätestens im Sommer, wenn die Hitze uns wieder zu schaffen macht, freuen wir uns über dichte Laubkronen, die Schatten spenden.“

 

Mehr Informationen: 

 

 

Pressestelle BUND Hessen

Andrea Mateja
Tel.: 069 677376 43
E-Mail: presse(at)bund-hessen.de
Web: www.bund-hessen.de/presse

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
Landesverband Hessen e.V. | Geleitsstr. 14, 60599 Frankfurt

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