Abraumhalde von K+S.
(Foto: Thomas Norgall / BUND Hessen)
Der hessische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) sieht wegen der fortschreitenden Versalzung des Grundwassers im Umfeld der Kalihalde in Neuhof sofortigen Handlungsbedarf.
Jörg Nitsch, Vorsitzender des BUND Hessen: „Der Grundwasserschutz muss Priorität haben und die fortschreitende Ausbreitung der Versalzungsfahne im Grundwasser rund um die Halde Neuhof muss schnellstens beendet werden.“
Für den BUND Hessen besteht Aufklärungsbedarf, wieso die dramatische Entwicklung weder K+S noch den Aufsichtsbehörden bisher aufgefallen war. „Was nützt das Grundwassermonitoring durch K+S, wenn die zunehmende Grundwasserversalzung nicht frühzeitig festgestellt und Gegenmaßnahmen ausgelöst werden?“, fragt Jörg Nitsch.
Von zentraler Bedeutung ist für den BUND Hessen auch die Klärung, wie es zu einer so ausgeprägten und fortschreitenden Grundwasserversalzung kommen konnte. Jörg Nitsch sagt: „Die Sichtweise des BI-Gutachters Dr. Ralf Krupp zu den ursächlichen Prozessen in Kalihalden ist für uns plausibel. Andere Erklärungen sind für uns nicht erkennbar.“
Hintergrund:
In den zwei Gutachten
- Dr.-Ing. Fritz Kalwa, Dr.-Ing. Falk Händel, Prof. Dr. Traugott Scheytt (2026): Abschlussbericht zur Bestandsanalyse für die Halde Neuhof-Ellers im Rahmen der Wissenschaftlichen Begleitung des „Runden Tisches“ zur „Reduzierung/Vermeidung von Haldenwässern des Kaliwerks Neuhof-Ellers“
- Dr. Ralf Krupp (2025): Kalihalde Neuhof-Ellers – Ein Faktencheck
wurde festgestellt, dass der „Salzsee“ unter der Kalihalde Neuhof sich stetig vergrößert. Dieser Sachverhalt war bisher nicht bekannt.
Dr. Ralf Krupp sieht die Ursache in einer Verbindung zwischen dem Wasserkörper in der Halde und dem tieferen Hauptgrundwasserleiter. Ein weiterer Grund sei die Verschüttung des Vorfluters durch die Halde, wodurch aus dem Einzugsbereich des Alte Wiese Baches Wasser aus Norden von unten auf die Haldenbasis zuströmt und Salz auflöst.
Das Team von Prof. Traugott Scheytt hat keine konkrete Ursache benannt und weitere Sachverhaltsaufklärungen angeregt. In der Präsentation am 17.03.2026 wurde die hydraulische Situation rund um die Alte Wiese-Quelle als „unübersichtlich“ und eine „Beeinflussung durch Haupt-GW-Leiter“ als „nicht unwahrscheinlich“ bezeichnet (siehe Folie 23 der Präsentation).
Rückfragen:
- Thomas Norgall, BUND Hessen, Tel. 0170 2277238
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